Heute ist Johann Beurich, besser bekannt als DorFuchs, zu Gast. Johann ist YouTuber und vertont und erklärt dort Mathematik. Da er in Mathematik und Musik bewandert ist, bringt er mir die Grundlagen der Musik bei und erklärt dann, wie er basierend auf den ersten drei OEIS Folgen ein neues Eigenraum Intro komponiert hat. Im Verlauf dieser Folge versteht Thomas live und erstmalig, was ein Dur- und ein Moll-Akkord ist.
- DorFuchs (YouTube)
- Stirling-Formel
- Stirling-Formel-Song
- Oberton
- Monochord
- Oktave
- Quinte
- Quintenzirkel
- Pythagoreische Stimmung
- Pythagoreisches Komma
- Wolfsquinte
- Gleichstufige Stimmung
- Dur und Moll
- A000001, A000002, A000003
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Automatisch generiertes Transkript (nicht geprüft)
Thomas Kahle
Ja, hallo zusammen. Hier ist der Eigenraum. Habt ihr jetzt vielleicht nicht
gedacht bei diesem neuen Intro, was ihr gehört habt, aber was es damit auf sich
hat, das werden wir heute besprechen in der Folge 60.
Und ich bin nicht alleine. Ich habe mir den Johann eingeladen,
Johann Beurich, auch bekannt als DorFuchs. Hallo Johann, grüß dich.
DorFuchs
Hallo, sehr schöne Aussprache, DorFuchs. Klang schon fast richtig sächsisch.
Thomas Kahle
Und du glaubst gar nicht, wie lange ich dafür geübt habe. Ich hatte so mehrere
Coaches, die mich dann beraten haben und dann habe ich es wochenlang geübt.
So, also wir wollen heute über Musik sprechen und wir haben auch schon gerade
ein bisschen Musik gehört.
Ja, wir sind in Kontakt gekommen über verschiedene Gelegenheiten und Sachen
und ich hatte auch dich nach einem Intro gefragt, nach Ideen und mathematischer
Musik, Weil ich ja da auch, habe ich ja auch in den vorherigen Folgen schon
erzählt, ja immer so ein bisschen auf der Suche bin nach irgendwie,
ja, Möglichkeiten Musik aus Mathematik zu generieren.
Und da haben wir jetzt gerade schon als Intro deinen Vorschlag gehört.
Aber fangen wir vielleicht mal am Anfang an.
Vielleicht willst du dich mal ein bisschen vorstellen. Ich denke,
du bist relativ bekannt in einer bestimmten Zielgruppe, aber vielleicht nicht
in der kompletten Hörerschaft.
Deswegen erzähl doch vielleicht erstmal ein bisschen darüber.
DorFuchs
Genau, also mein Name ist Johann Beurich. Ich habe Mathematik studiert und promoviert
und mich jetzt erstmal als YouTuber selbstständig gemacht.
Denn ich habe schon als Schüler angefangen, Mathe-Songs zu schreiben und die
sind auf YouTube, auf meinem YouTube-Kanal Der Fuchs durchaus gut angekommen
und haben sich weit viral verbreitet.
Also so mehrere Millionen Aufrufe für ein deutschsprachiges Mathematik-Video
sind dann doch schon sehr weite Verbreitung.
Und deswegen hatte ich auch schon als Schüler den Kanal dann,
ja ernster genommen, schon gemerkt, Mathematik ist da voll mein Ding.
Und ja, dann war ich auch schon teilweise so irgendwie mal im Fernsehen und
in den Nachrichten mal damit, dass da irgendeiner über Mathematik Lieder singt.
Und habe auch sonst auf meinem Kanal immer mal spannende, unterhaltsame Mathematik
vorgestellt, auch in den letzten Jahren dann manchmal ein bisschen ausführlicher,
vielleicht auch Forschungsmathematik und sowas versucht, den Fokus zu legen.
Mathe News ist jetzt so ein Format, was immer mal kommt, wo ich so die neuesten
Entwicklungen in der Mathematik immer versuche aufzugreifen und vorzustellen
und auch selber Spaß daran habe,
auch mal nicht nur irgendwie so in Metaphern drüber zu reden,
sondern auch mal so einen kleinen Beweis in einem Video mal zeigen zu können
und mal ein bisschen eben fundiert über Mathematik sprechen zu können.
Und ich war auch schon im Eigenraum mal kurz erwähnt in der Folge zu Doppel.
Da wurde mein Video auch zum Beispiel über das Spiel Doppel angesprochen,
was auch so ein großes Herzensprojekt von mir war, wo ich da so eine halbe Stunde
Video zusammengeschustert habe, wo ich da...
Eben von den Mustern, die im Spiel drinstecken, bis zur Forschungsmathematik
und den offenen Fragen versucht habe, so meine ganze Recherche dazu darzubieten.
Thomas Kahle
Ja, ich habe irgendwie gelesen, du warst bei TV Total. War das mit Stefan Raab
noch? Ich habe das ja irgendwie nicht mehr verfolgt, das Format.
DorFuchs
Genau, das war glaube ich das letzte Jahr, als Stefan Raab noch TV Total gemacht hatte.
Also war natürlich nicht klar, dass es das letzte Jahr ist, als ich da eingeladen wurde.
Aber da durfte ich dann mal dorthin gehen.
Und dann haben auch die Heavy Tones, die Studio Band Live, dann meine Mathe-Songs
so als Einlaufmusik gespielt.
Und wir hatten sogar einen Mathe-Song quasi, den die nicht vorbereitet hatten,
hat Stefan Raab dann in Gang gesetzt, dass wir den spontan zusammengespielt
haben. Und ich habe dort die Akkorde angesagt.
Das findet man nicht auf YouTube, aber wenn man so auf Google nach irgendwie
durchfuchstv.total sucht, gibt es da irgendwie so auf myspaß.de oder wie diese
Seiten heißen, da noch so eine Aufnahme davon zu finden.
Genau, und das war auch mitten im Studium bei mir. Da bin ich mal nach Köln
geflogen dafür von Dresden aus, habe dann dort die Aufnahme an einem Tag mitgemacht,
an einem Mittwochnachmittag und dann ging es Donnerstag früh direkt mit dem
Flieger zurück und um elf saß ich wieder in der Vorlesung.
Thomas Kahle
Das ist ja üblich. Aber ich finde ja auch irgendwie interessant,
dass dein Konzept ist ja auch irgendwie in die Tiefe zu gehen dann.
Also so in einem Song dann irgendwie noch den Beweis für die Sterling-Formel oder so.
Das ist ja ein so recht bekannter Song von dir, der noch komplett in den Song
noch die ganze Beweistechnik mit eingebaut, alles rigoros zu Ende komponiert
und ja, sowohl mathematisch als auch musikalisch durchkomponiert. komponiert.
DorFuchs
Genau, also die Stirling-Formel ist so einer der anspruchsvollsten Beweise,
wo auch eben so der ein oder andere Satz einfach mal hergenommen wird und dann
nimmt man halt dominierte Konvergenz und dann weiß man schon,
dass das Integral der gaussischen Glockenkurve eben eins ist und so,
da nutzt man halt schon die eine oder andere Technik.
Ansonsten gebe ich mir auch viel Mühe, dass man auch die Beweise,
die ich durchziehe, dass da auch so möglichst jeder Schritt soweit für alle,
die Lust haben, das Video an der Stelle zu pausieren und wirklich drüber nachzudenken,
auch irgendwie eine Möglichkeit besteht, dass man das nachvollziehen kann.
Und mal schauen, ich bin auch gerade dabei, als ganz großes Projekt,
was ich mir schon seit vielen Jahren vorgenommen habe, ist vielleicht dieses
Jahr wirklich mal durchzuziehen, die Transzendenz von Pi zu beweisen. Das wird dann so meinen.
Thomas Kahle
Wüsste ich jetzt auch aus dem Kopf nicht, wie das geht. Nee,
ich habe auch lange gebraucht.
DorFuchs
Um selber den Beweis so weit mal gelesen zu haben, dass ich den für mich irgendwie
eine Vorstellung im Kopf habe, was jetzt eigentlich die Schritte waren.
Und mittlerweile bin ich jetzt schon wieder fast an dem Punkt,
wo ich mir denke, naja, so schwierig ist es gar nicht. Es wird langsam trivial.
Thomas Kahle
Ist eigentlich nur eine Strophe? Kannst du noch was?
DorFuchs
Nee, nee, also ich brauche schon. Ich brauche zum Beispiel erstmal diesen Hauptsatz
über symmetrische Polynome und das wird erstmal ein eigener Song für sich,
damit ich den dann im Beweis verwenden kann.
Thomas Kahle
Ach, das ist ja witzig. Dann könntest du quasi wie so eine Art musikalisches
Lehrbuch machen, wo man so die in der richtigen Reihenfolge die Songs hören
muss, weil die so aufeinander aufbauen.
DorFuchs
Ja, ja, das ist genau so eine Verzweigung. Als ich den Satz des Pythagoras bewiesen
habe, habe ich die binomische Formel verwendet.
Da hat man schon so ein kleines. Ich habe auch den Song zur binomischen Formel,
das war mein zweiter Mathe-Song, den habe ich quasi nur geschrieben,
weil ich erst die PQ-Formel vertont habe.
Und das auch schon damals, als ich selber in der 11. Klasse war,
habe ich schon im PQ-Formel beweist, die binomische Formel verwendet und dachte
mir, dann ist ja blöd, jetzt einfach eine Formel zu verwenden,
ohne dass ich sagen kann, wo die herkommt.
Deswegen habe ich dann als zweiten Mathe-Song die binomischen Formeln vertont.
Thomas Kahle
Ja, ist genau die richtige sozusagen mathematische Denkweise.
DorFuchs
Ja, da bin ich immer wieder überrascht, wie ich da als Schüler schon so diese
Mathe-Denkweise drin hatte, ohne dass ich das von der Uni her schon kannte,
weil es im Unterricht ja nicht so krass, der Wert da drauf gelegt wird.
Aber für mich war halt immer so, schon immer diese Frage so von,
warum ist das denn so? Ich will wissen, warum das so ist und da musste dann
irgendwie jeder Schritt beantwortet werden.
Thomas Kahle
Und so ganz am Anfang, wie fing das an? Ich meine, hast du das denn in der Schule irgendwie so,
also ich finde diese Verbindung Mathematik-Musik, da steckt natürlich unglaublich
viel drin in alle möglichen Richtungen, aber jetzt sozusagen Mathematik zu vertonen,
das ist ja eigentlich eine interessante Idee, das kenne ich eigentlich jetzt
sonst überhaupt nicht. Also da bist du irgendwann in der 10.
Klasse oder so, bist du auf die Idee gekommen, mal ein Lied zu schreiben über Mathematik, oder?
DorFuchs
Genau, also ich wollte sowieso schon immer Lieder schreiben,
beziehungsweise habe auch schon immer viel musiziert,
vor allem als Christin in der Freikirche, viel im Gottesdienst,
dann auch im Bandkontext eben mit Klavier und Schlagzeuggitarre und Bass da
so in verschiedenen Bandkombinationen unterwegs gewesen und da viel eben auch
so Liedbegleitung gemacht, viel über Akkorde gelernt.
Ich habe auch Keyboard als Hauptfach am Anfang musikalisch gelernt,
wo ich auch am Anfang so mit Begleitautomatik einfach nur Akkorde mit einem
Finger angedrückt habe auf dem Keyboard so.
Und das hat sehr viel gebracht, dass ich mich in den Akkordstrukturen zurecht gefühlt habe.
Und das hilft ungemein, wenn man halt selber mal ein Lied schreiben will oder
eine Melodie im Kopf hat und die einfach mal schnell begleiten will,
setzt man die richtigen Akkorde drunter.
Und wenn man dann eben gelernt hat, diese Akkorde an verschiedenen Instrumenten
zu finden, dann kommt man auch schnell in verschiedene Instrumente rein.
Also vor allem diese Begleitinstrumente wie zum Beispiel eben Gitarre und Klavier
und darauf aufbauend habe ich dann viel Musik gespielt und wollte dann Lieder
schreiben und habe dann eben auch überlegt,
was könnte ich mal vertonen und habe sowieso eben viel und gerne über Mathematik
gesprochen und eben mehr als das mein Umfeld ausgehalten hat,
sodass ich dann vielleicht auch dieses über Mathematik reden wollen dann auch
in Liedform halt wiederfinden konnte und ausleben konnte.
Thomas Kahle
Ja, finde ich super schön und super interessant. Also ich hatte diese ganzen
Erfahrungen nicht, also ich habe auch Musik gehört und so, aber so dieses so in reinzukommen,
wie ist der Prozess, wie entsteht das, was sind so die Grundlagen,
habe ich irgendwie nie gemacht.
Vielleicht jetzt, wo ich selber Kinder habe, kommt das ja irgendwann nochmal,
wenn man das denen irgendwie erklären will.
DorFuchs
Ja, für mich war das auch immer so ein bisschen mit mathematischem Blick drauf
geguckt, aber vor allem jetzt auch in letzter Zeit habe ich jetzt in Vorbereitung
auf diesem Podcast und vielleicht auch dann so ein paar Videos,
die ich mal auf meinem Kanal machen werde zu dem Thema.
Ich habe schon immer das Motto gehabt, Mathe plus Musik ist gleich der Fuchs,
habe ich dann mal einfach so als ein bisschen Mathe. Und ich mache eben vor
allem diese Kombination von, ich erkläre mit Musik, mit Songs dann Mathematik,
aber es steckt selten die Mathematik in meiner Musik drin.
Also ich habe mal bei dem Beweis, dass Pi irrational ist, den habe ich schon vertont.
Das habe ich als so ein Dubstep-Song oder Dubstep-Beat gemacht,
wo halt so ein Wobbelbass kommt.
Und das Interessante halt beim Dubstep ist ja, dass dieser Wobbelbass auch so
ein bisschen verschiedene rhythmische Muster und ein bisschen wild machen darf
und muss, damit es Dubstep wird.
Und so dieses Random irgendwas machen, habe ich halt dann durch die Nachkommastellen von Pi gemacht,
dass dann der Wobble Bass eben mit den Nachkommastellen 1, 4,
1, 5 erst einmal in einem Takt wobbelt und dann viermal im Takt wobbelt und
dann einmal und dann fünfmal und dadurch dann solche rhythmischen Verschiebungen kommen.
Aber sonst habe ich halt vor allem Musik nur genutzt, um Mathematik zu erklären.
Aber heute steigt man halt mal wirklich in die andere Richtung ein,
dass man die Musik mathematisch analysiert und eben guckt, welche mathematischen
Muster stecken eigentlich in der Musik drin.
Thomas Kahle
Okay, also ich habe genau das gleiche versucht.
Ich finde es schön, dass du das so erklärst, weil ich genau das gleiche bei
dem alten Intro versucht habe, aber so auf einer komplett naiven Ebene.
Also ich meine, das ist ja auch kein Geheimnis, quasi mit ChatGBT Coding.
So machen wir jetzt mal ein Python-Programm, was irgendwie eine OEIS-Zahlenfolge in Musik übersetzt.
Und dann habe ich rum experimentiert, wie kann man das machen,
also mit Tonhöhen, mit Modulo-Arithmetik irgendwie so oder aber so dieses,
ich kann halt nur den, ich produziere irgendwas, höre es mir an.
Und weiß dann, ja, es gefällt mir oder es gefällt mir nicht.
Und dann kann ich was Neues produzieren und wieder, es gefällt mir oder es gefällt
mir nicht. Das ist so eine Trial-and-Error-Methode.
Und ich weiß überhaupt nicht so, welche Stellschrauben man hat.
Ich weiß nicht, warum gefallen mir bestimmte Sachen und warum gefallen mir bestimmte
Sachen nicht. Das verstehe ich auch nicht.
DorFuchs
Das ist auch manchmal eine schwierige Frage.
Thomas Kahle
Der kreative Prozess ist eigentlich da schon zu Ende, weil ich überhaupt nicht
vor mir habe, welche Kontrollen habe ich jetzt?
Also was muss ich ändern, damit es sich anders anhört oder in welche Richtung
will ich es jetzt überhaupt entwickeln?
Aber du hast ja jetzt schon so ein bisschen vorbereitet, dass du mir vielleicht
erklären könntest, was sind so die Grundelemente, die ich kennen muss,
um zu verstehen, was ich höre und wie es sich vielleicht anders anhören sollte?
DorFuchs
Ja, also zumindest ein bisschen was habe ich vorbereitet. Das Problem ist ja
auch, dass Musik wahnsinnig viele mathematische Muster beinhaltet,
wo man an ganz verschiedenen Stellen ganz verschiedene Sachen machen kann.
Ich würde heute mal versuchen, einfach so von einer Sinuswelle,
die da hinschwingt, ausgehend zu gucken, wie wir daraus irgendwie Muster finden,
die schön klingen und daraus dann Musik machen können.
Und ich habe sogar noch ein schönes Zitat für den Einstieg mitgebracht oder
rausrecherchiert von Gottfried Wilhelm Leibniz, der mal in einem Brief an Christian
Goldbach, also den Goldbach, den man auch von der Goldbachschen Vermutungen
kennt, nämlich 1712 am 27.
April geschrieben hatte, wohl noch auf Latein, aber auf Deutsch übersetzt heißt
es dann, Musik ist die versteckte arithmetische Tätigkeit der Seele,
die sich nicht dessen bewusst ist, dass sie rechnet.
Thomas Kahle
Okay, die Seele ist sich nicht bewusst, dass sie rechnet.
DorFuchs
Also im Prinzip Musik ist, wenn das Gehirn Mathematik macht,
ohne zu merken, dass es gerade Mathe macht.
Und das trifft es, denke ich, ganz gut, denn viele von den Sachen,
wo man auf den ersten Blick so emotional ja fast fühlt von, das fühlt sich gut
an, das fühlt sich richtig an, das sind oftmals Sachen, die mathematisch schön sind, elegant,
einfache Brüche mit kleinem Nenner und was weiß ich nicht.
So was kommt dann immer, steckt dann irgendwie was mathematisch Schönes,
Arithmetisches dahinter und man nimmt es einfach als eine schöne Sache wahr.
Musik ist halt vieles, ist ja vor allem das, was wir mit den Ohren hören und
das ist so ein gewisser Frequenzbereich, was wir da überhaupt wahrnehmen können.
Also es fängt vielleicht so bei 50 Hertz an als so ganz tiefe Subbässe und geht
dann halt bis so, keine Ahnung, 20.000 Hertz. Dann müssen wir vielleicht nochmal
einmal die Einheit Herz erklären. Die kennst du bestimmt, oder Thomas?
Thomas Kahle
Ich habe Physik studiert und
erinnere mich noch an Herz. Herz bedeutet einfach nur eins pro Sekunde.
DorFuchs
Genau.
Thomas Kahle
Einmal schwingen pro Sekunde.
DorFuchs
Also wenn man jetzt sagt 440 Hertz, das ist dann mal so als eine Möglichkeit
genannt worden, einen Kammerton zu haben und von dem Ton 440 Hertz.
Das ist heutzutage so meistens die Standardfrequenz für den Ton A und von A
ausgehend geht ja auch alles aus. Das ist auch so eine Frage,
warum man die Noten A, B, C, D, E, F, G genannt hat, beziehungsweise heutzutage
dann eher C, D, E, F, G, A, H, C sagt.
Da habe ich auch mal die Theorie gehört, dass man das B und das H eigentlich
so beides mal mit einem B geschrieben hat, aber um die beiden Töne,
die doch so ein Halbton auseinander liegen und was ein Halbton ist und so weiter, klären wir alles noch.
Die hat man manchmal wohl mit einem runden B, kleinem B und einem kleines B
mit eckigen Sachen geschrieben, wo man auch manchmal so dieses Quadrat,
was sich dann statt dem Kreise geben würde, auch unten offen gelassen hat.
Und dann kann man sich vorstellen, wie so ein eckiges B, was unten offen ist,
dann zu einem H geworden ist.
Deswegen so ein bisschen die Notenbezeichnungen.
Thomas Kahle
Die Firmen der Geschichte.
DorFuchs
Ja, und das A ist eben heutzutage meistens so auf 440 Hertz festgelegt,
sprich, wenn irgendwo eine Sinuswelle 440 Mal pro Kurs.
Sekunde schwingt, dann kann man das, wenn man da eine Lautsprechermembran in
der Frequenz schwingen lässt, dann kommt da so ein Ton A raus.
Jetzt ist mal die große Frage, ob ich es jetzt relativ schnell hinbekomme,
hier mal einen reinen Ton A erklingen zu lassen.
Ich habe nämlich versucht, hier auch meine ganze Musiksoftware mit in den Podcast spielen zu können.
Also ich habe jetzt hier, glaube ich, keinen reinen Kammerton A,
sondern auch noch die Oktaven darüber und darunter mit in dem Synthesizer liegen, aber...
Das ist ein Kammerton A und der schwingt 440 Mal pro Sekunde.
Und das Spannende ist jetzt, wenn ich verschiedene Frequenzen anspiele und gucke,
wie hoch nimmt man das wahr.
Wenn ich jetzt die Tonhöhe verändere, das kann ich jetzt leider nicht durchgehend
machen, aber man kann sich ja vorstellen, wenn ich jetzt einfach anfange und
dann die Tonhöhe mal verändere.
Also wenn man sich jetzt mal vorstellt, ich würde einmal linear von unten nach
oben die Tonhöhe hochziehen wollen.
Das hat sich ja ungefähr angefühlt, wie es geht im gleichen Tempo immer bergauf.
Thomas Kahle
Und das war linear die Frequenz erhöhen. Also du meinst linear die Frequenz
erhöhen oder was meinst du mit Tonhöhe?
DorFuchs
Das ist jetzt die große Frage. Also das, was ich jetzt gerade gesummt habe,
wenn man das jetzt mal versucht rauszufinden, welche Frequenz dominiert sozusagen jedes Mal.
Man könnte jetzt sich immer ein kleines Schnipsel hernehmen und darauf mal eine
Fourier-Transformation anwenden, mathematisch gesehen, um einfach rauszufinden.
Also in der Musiksprache würde man sagen, man guckt sich das mal so in einem
Spektogramm vielleicht an oder man lässt das mal durch einen Equalizer laufen.
Und manchmal hat man so ein paar Kurven zu sehen, dass man sieht,
welche Frequenzen schwingen hier gerade mit.
Dann sieht das auch in der meisten Musiksoftware aus, wie die Frequenz steigt
in der Geraden nach oben,
aber das liegt daran, dass die Musiksoftware auch meistens schon eine logarithmische
Skala verwendet denn die Frequenzen, die ich gerade nacheinander so durchgegangen bin,
die steigen wenn du auf die Anzahl der Hertz guckst exponentiell an und wenn
ich nämlich versuche sozusagen immer das gleiche Intervall bumm,
bumm, ne warte vielleicht mache ich, ich spiele es mal am Synthesizer an wenn
ich Halbtonschritte nach oben gehe.
Da merke ich gerade, dass ich sogar noch kleine Feinheiten eingebaut habe,
wo das nicht ganz exakt der gleiche Abstand war, aber so grob,
die Feinheiten hört man auch gar nicht so leicht raus, wenn man einfach nur
einmal durchgegangen ist.
In der modernen Musik wird das auch wirklich für jeden Halbton der exakt gleiche
Abstand, den man visuell, oder nicht visuell, den man auditiv im Audio wahrnimmt,
versucht man auf den gleichen Abstand zu legen.
Und das bedeutet aber eben nicht immer die gleiche Frequenz addieren,
sondern immer mit dem gleichen Faktor multiplizieren, damit das dann auf der
logarithmischen Skala immer der gleiche Abstand wird.
Und das ist sozusagen schon das Erste, was man immer wissen muss.
Also wenn ich jetzt zum Beispiel meinen Ton 440 Hertz in der Mitte festgelegt
habe als den Kammerton A, dann liegt auch auf einer Oktave darunter.
Und eine Oktave fühlt sich wieder wie der gleiche Ton an. Das ist genau dann,
wenn ich die Hälfte oder das Doppelte von dieser Frequenz nehme.
Also auch 220 Hertz ist sozusagen der Unterschied zwischen dem Ton und dem Ton.
Die fühlen sich wie der gleiche Ton, nur halt woanders an.
Thomas Kahle
Das habe ich ein bisschen recherchiert. Also das war für mich sozusagen als
erste Frage, warum ist dieses Frequenzverdopplung, Frequenzhalbieren,
warum hört sich das wie der gleiche Ton an?
Ich meine, wenn man es auf Wikipedia liest, liest man das. Aber ich frage mich
natürlich sofort, warum?
Und da war eine Erklärung, dass wenn man jetzt so ein klassisches Seiteninstrument
hat, dann ist ja die Frequenz, hat ja mit der Länge der Seite zu tun.
Also die schwingt halt irgendwie. und die schwingt halt gleichzeitig in ihrer
eigenen Frequenz und dann noch vielfachen davon.
Das heißt einfach so psychoakustisch, weil wir ganz oft die Frequenz zusammen
mit der doppelten Frequenz hören, ist uns dieser für das menschliche Gehör,
dieses eine Frequenz und ihre doppelte Frequenz gehören irgendwie zusammen.
Weil die wahrscheinlich aus der Physik von dem gleichen Instrument oder der
gleichen Quelle kommen könnten. Also das war eine Erklärung.
DorFuchs
Ja, wobei natürlich, also diese Frequenzen, die da mitschwingen, das sind die Obertöne,
genau, die sind nämlich halt spannenderweise von einer Grundfrequenz,
die losschwingt, wenn eine Saite einfach schwingt, dann schwingt da auch das
Doppelte von dieser Frequenz und das Dreifache und Vierfache und Fünffache mit,
aber das Doppelte ist schon, dass was am stärksten mitschwingt und das Dreifache
dann das vielleicht ein bisschen weniger mitschwingt,
aber halt so das Dreifache und das Fünffache und so, das nimmt man auch nicht
mehr als den gleichen Ton, das gehört vielleicht irgendwie mit in den einen Ton rein.
Genau, aber bei dem, was ich gerade angespielt habe, waren tatsächlich nur die
reinen Sinuswellen, ohne diese Obertöne zu hören.
Wenn ich einen anderen Synthesizer-Klang mal auswähle, dann habe ich jetzt hier...
Hier ein Ton, wo ich auch die Obertöne mit reingemischt habe.
Das hört sich dann ein bisschen nach ein bisschen mehr Charakter an,
wenn eben hier diese Obertöne dabei sind, als wenn die nicht dabei sind.
Das eine klingt dann noch so ein bisschen steril und das andere hat dann schon
noch ein bisschen mehr Charakter.
Genau, aber meine Theorie wäre vielleicht eher, das habe ich auch nicht groß recherchiert,
dass das Doppelte von der Frequenz und das Einfache von der Frequenz,
also wenn ich mir jetzt vorstelle, ich habe Sinus von X und Sinus von 2X,
für alle, die vielleicht hier den Podcast hören und sowas schon mal geplottet haben.
Das schwingt natürlich jetzt 440 Mal pro Sekunde. Also das schwingt schneller,
als man jetzt selber mitzählen kann, wie oft ist es denn jetzt passiert.
Und deswegen nimmt man das, denke ich, so ein bisschen wie dann die Auflösung
vom Auge irgendwann anfängt, keine einzelnen Pixel mehr zu sehen,
sondern das große Ganze.
Gibt es dann irgendwo diesen Punkt, ab dem man ja auch dann Töne als Töne wahrnimmt,
ab so 50 Hertz oder so, dass man halt irgendwie so eine einzelne Puffereinheit wie einem 50.
Sekunde, wo man nicht mehr mitsehen kann und das Gehirn nicht mehr einzeln unterscheidet,
was passiert ist, einfach voll macht.
Und ich denke, wenn man so diese Puffereinheiten eben so zum Beispiel jetzt
eine hundertzehntel Sekunde sich hernimmt, damit das genau mit den 440 Hertz
passt, dann sehen halt alle hundertzehntel Sekunden Bruchteile,
die wir haben, bei 440 Hertz gleich aus.
Und auch wenn ich 220 Hertz Schwingung nehme, sind alle hundertzehntel Sekunden
Bruchteile auch gleich aus.
Und dieses, ich habe hier irgendwie immer das Gleiche, ist dann auch der gleiche Ton wieder.
Thomas Kahle
Also wie so ein Diskretisierungseffekt, weil ich das sozusagen in so Zeitintervalle
nochmal einteile und dann ist die Frage, passt das an den Intervallgrenzen?
DorFuchs
Ich glaube, es ist halt nicht so eine genaue Zeitdiskretisierung,
in der man alles hört, aber so grob, so mit schwammigen Grenzen.
Wenn so ein Block immer gleich ist, dann fühlt sich das auch nach einem konstanten
Ton an, selbst wenn es innerhalb von dem Block anders aussieht.
Und wenn aber sozusagen die gleiche Block, also man hat halt nicht eine konkrete
Blocklänge, in der man alles hört, aber sozusagen welche Blocklänge sich wiederholt,
das bestimmt dann den Ton, den man hört.
Und dadurch, dass diese Blocklänge, die man dann als einen Ton wahrnimmt,
halt irgendwie so im Bereich vielleicht um die 1,50 Sekunde irgendwie so liegt,
hört sich dann 44 Hertz, 880 Hertz, 220 Hertz.
Das ergibt alles, wenn ich dann so grob drauf höre und das intuitiv wahrnehme,
die gleiche Blocklänge, die sich wiederholt.
Während dann halt eine andere Frequenz, ein anderer Ton in seinen ganzen Oktaven
halt zu vielleicht so dem 1,5-fachen von dieser Blocklänge fügt und dadurch
wie ein anderer Ton auf einer anderen Höhe sich anhört.
Thomas Kahle
Okay, okay, verstehe. Also das ist so eine Grundeinheit, Frequenzverdopplung und das heißt Oktave.
DorFuchs
Genau, das heißt, man müsste auch eigentlich am besten, wenn man über Ton hinredet,
von dem Logarithmus von der Frequenz immer sprechen.
Und die Vorstellung, die bei mir im Kopf dann eben ist, dadurch, dass man das Ganze...
Ebenso logarithmisch wahrnimmt oder ebenso halt exponentielles Wachstum als
lineares Fortschreiten auf der Skala wahrnimmt,
sollte man sich die Töne auf einer Geraden vorstellen, auf sozusagen einem Zahlenstrahl,
was eine logarithmische Achse ist.
Und so ist es auch am Klavier ja angeordnet. Ich habe es am Klavier als einmal
von links nach rechts, von tief nach hoch vor mir angeordnet, die Töne.
Und wenn ich eben immer eine Taste weitergehe, dann macht das den gleichen logarithmischen
Schritt und damit multipliziert es mit dem gleichen Faktor.
Und dann liegen die Oktaven halt immer im gleichen Abstand auch nebeneinander.
Aber dadurch, dass ich eben eine Oktave hoch runter als immer noch irgendwie
den gleichen Ton wahrnehme,
finde ich es auch noch eine gute Vorstellung, wenn man das sozusagen als Modulu
betrachtet und nicht in einer Geraden von links nach rechts geht,
sondern in einem Kreis immer die Runde rum geht.
Und wenn ich halt einmal jetzt hier von einem Ton hochgegangen bin und wieder
bei der Octave gekommen bin, dann bin ich einmal diesen Kreis entlang gegangen.
Also ich dachte sozusagen, oben bei 12 Uhr muss man sich einmal festlegen,
ob man da A oder C oder irgendeinen Ton oben hinlegt.
Und ab dann kann ich, wenn ich einmal...
Hochgegangen bin, den Kreis entlang gehen und kommen wieder zum gleichen Ton zurück.
Vielleicht stellt man sich sogar wie so eine Spirale vor, die dann noch ein
bisschen weiter nach außen dreht, damit man auch die verschiedenen Oktaven noch unterscheiden kann.
Aber man könnte auch als ein Modell einfach nur sozusagen die Uhr hernehmen
und dann in gewohnter Uhr-Arithmetik, also Modul-Urechnung, sagen,
ich sortiere alle Frequenzen in meinem Kopf auf diesem Kreis ein.
Und das ist, denke ich, schon eine ganz gute Vorstellung.
Thomas Kahle
Und das ist ja bei diesen Buchstabennamen für Noten, die man jetzt kennt,
Also du hast ja gerade schon von A gesprochen und wenn das in A,
B, C irgendwie durchgeht, dann komme ich auch wieder zum C.
Also das ist ja genau auch so
ein Modulo-System, wo man dann den gleichen Buchstaben wieder verwendet.
DorFuchs
Die Reihenfolge von was von A bis G halt jetzt A, B, C, D, E,
F, G genannt wird, das hat man dann danach gemacht, wie diese Töne nacheinander
so auf dieser Uhr liegen.
Und jetzt ist halt die große Frage, wie finde ich eigentlich,
wenn ich einen Ton mal festgelegt habe, die anderen Töne?
Und da kommen wir vielleicht nochmal zu diesen Obertönen, die du genannt hattest, Herr.
Da versuche ich mal kurz auch die Gitarre, die hinter mir steht, zu greifen.
Thomas Kahle
Okay. Also ich würde es jetzt einfach teilen. Warte mal, ich habe meine logarithmische
Skala und ich muss den Kreis, also ich würde jetzt einfach in gleiche Teile
teilen. Aber vielleicht ist es nicht das Problem.
DorFuchs
Ja, nee, das ist gar nicht so leicht. Also die Idee, den Kreis einfach in gleiche
Teile zu teilen, das ist auch die Frage, in wie viele Teile teile ich denn den Kreis?
Thomas Kahle
Ja.
DorFuchs
Wir sind jetzt schon gewohnt, dass das irgendwie zwölf Halbtöne eine Oktave
sein sollen und dann teilen wir den Kreis in zwölf Teile.
Macht sich vielleicht doch ganz gut, wenn ich von dem Urbild ausgehe,
dann einfach das Uhrziffernblatt mit den zwölf Sachen zu nehmen.
Aber warum die 12 funktioniert, das ist auch eine der großen,
spannenden Fragen, der wir heute mal noch versuchen nachzugehen.
Warum es nicht mit 10 besser funktionieren könnte, wenn wir doch das Dezimalsystem
haben. Und das liegt auch so ein bisschen an den Obertönen.
Denn du hast ja schon gemeint, wenn ich eine Saite akustisch an einem Instrument
schwinge, ich schwinge mal hier meine tiefe E-Saite an der Gitarre.
Dann schwingt hier jetzt nicht nur so eine reine Sinusfrequenz,
wie es vielleicht beim Synthesizer.
Das ist ungefähr das Gleiche, aber die Gitarre hat noch mehr Charakter.
Das liegt auch an verschiedenen Dingen.
Vor allem liegt es aber daran, dass hier noch Obertöne mitschwingen.
Und diese Obertöne kann ich an der Gitarre auch ganz schön dadurch finden,
wenn ich meine Seite, also ich muss gar keine Gitarre haben.
Es wird auch zum Beispiel von Pythagoras gesagt, dass der als Begründer von
Musiktheorie auch ein bisschen mathematisch genannt wird,
dass der wohl auch mit Seiten, einfach mit einem Monochord viel herum experimentiert
hat, wo man einfach nur eine Seite aufspannt und dann mal guckt,
Wenn ich die an verschiedenen Stellen stoppe, wie schwingt das dann?
Und wenn ich nämlich die Seite mal schwingen lasse und den Finger nur vorsichtig
an einer Stelle drauf lege, dass sozusagen diese eine Stelle abgestüppt wird,
aber ich drücke es nicht ganz runter,
sodass nur noch eine Hälfte schwingt, also ich versuche mal genau in der Mitte
den Finger vorsichtig drauf zu legen, dass diese eine Stelle fixiert wird,
aber davor und dahinter noch die Seite frei schwingen kann.
Hast du, Thomas, eine Idee, wie das klingt im Vergleich zur komplett freischwingenden Seite?
Thomas Kahle
Also die beiden Hälften, okay, also erstmal hast du sozusagen durch deinen Finger
in der Mitte, hast du sozusagen einen Teil, der die dann doppelte Frequenz hat, weil er halb so lang ist.
Und dann hast du nochmal den anderen Teil, ich weiß jetzt nicht sozusagen,
wie die Physik ist, also wie viel jetzt, ob die ganze Seite auch noch ein bisschen
schwingt oder ein bisschen leiser.
Aber du versuchst genau die Mitte zu treffen, genau an der Mitte zu halbieren.
DorFuchs
Wir hören einfach mal rein, was passiert, wenn ich jetzt hier die Mitte fixiere.
Das ist die ganze Seite und jetzt in der Mitte fixiert.
Na, zusätzlich die halbe.
Oh, ich habe an der falschen Stelle sogar gehalten, wenn ich sie nochmal besser in der Mitte halte.
Ganze Seite. in der Mitte gestoppt, das ist genau eine Oktave drüber.
Genau, weil nämlich sozusagen, wenn man sich es vorstellt, es schwingt die ganze
Seite auf und ab oder in der Mitte fixiert, schwingen jetzt beide Seiten jeweils
auf und ab und das immer so gefühlt im Wechsel.
Und das sorgt dafür, dass der Ton eben genau die doppelte Frequenz bekommt,
weil nur noch die halbe Strecke da ist, was dann dazu führt,
dass das Ganze doppelt so schnell schwingt.
Und das ist schon der erste Oberton, die doppelte Frequenz, eine Oktave hoch.
Und wenn ich jetzt das gleiche bei genau einem Drittel der Strecke mache,
da muss ich jetzt mal gucken, ob ich jetzt hier schnell aus dem Kopf quasi,
Hier müsste dieses Drittel der Strecke sein. Die Gitarre hat das ja ungefähr
auch markiert, welcher Töne dort liegen würde, dass man es musikalisch finden kann.
Das ist, wenn ich jetzt bei einem Drittel der Strecke den Finger,
einfach nur dorthin lege und abstoppe. Und wenn ich bei einem Viertel der Strecke abstoppe.
Da kommt das Vierfache der Frequenz raus. Und das schwingt halt alles jeweils
mit, wenn ich meine Gitarrenseite einmal anspiele, dann schwingen alle diese
Obertöne, das 1-fache, 2-fache, 3-fache, 4-fache, 5-fache, 6-fache,
7-fache der Frequenz jeweils mit.
Aber das klingt jetzt so, als würden das alles in den gleichen Tonabständen die Töne mitschwingen.
Aber wenn wir uns nochmal vergegenwärtigen, wir sind auf einer logarithmischen
Skala, also wenn ich jetzt die Frequenz und das Doppelte und 3-fache,
4-fache, 5-fache, 6-fache, 7-fache der Frequenz eintrage, dann verringern sich
die Abstände immer, weil das zwar nur die gleiche Addition ist,
aber der Faktor dazwischen, der wird immer anders.
Thomas Kahle
Ja.
DorFuchs
Der Faktor ist ja am Anfang noch, ich verdopple die Frequenz von zum eine Oktave
hoch, aber vom ersten Oberton zum nächsten,
das ist jetzt von der zweifachen Frequenz zur dreifachen Frequenz. Das Verhältnis 3 zu 2.
Thomas Kahle
Also mit dreihalbe Multiplation.
DorFuchs
Und das ist das, was man dann jetzt modern Quinte nennen würde.
Was das dann auch mit der 5 zu tun hat. Versuchen wir es auch noch rauszufinden.
Da steckt ja so die Quint drin und dann das nächste ist dann vom Bim zum Bim.
Die Quarte, nennt man sie dann, weil ich vom Dreifachen zum Vierfachen gehe,
das Verhältnis ist 4 zu 3, das ist dann eine Quarte in den Frequenzen.
Und diese schönen rationalen Zahlen, 3 halbe und 4 Drittel, das sind dann eben
die schönen Frequenzen, die man dann eben als reine, also die schönen Frequenzverhältnisse.
Und das Frequenzverhältnis ist dann ein Intervall in der Musik,
das sind dann die reinen gestimmten Intervalle. Und gerade die tieferen Obertöne
sind immer die wichtigsten. Die Oktave ist das Allerwichtigste.
Wenn ich einmal ein Ton festgelegt habe wie 440 Hertz, dann muss auch das A
darunter 220 und 110 und drüber eben dann 880 und 1670 sein.
Und das nächstwichtige ist dann eben von der Oktave die Quinte, das 3 zu 2 Verhältnis.
Und das hat wohl auch dann Pythagoras immer so als Basis für seine Musiktheorie
genommen. um dann mit Quinten die nächsten Töne zu finden.
Thomas Kahle
Okay, sagst du gerade Pythagoras? Also es gibt eine Musiktheorie von Pythagoras,
wusste ich jetzt auch nicht, also es geht so weit zurück.
DorFuchs
Ja, also es gibt, ich weiß gar nicht, wie viel Pythagoras da schon als ganze
Theorie außenrum gebaut hat.
Es gibt so eine Sage von Pythagoras in der Schmiede, dass der verschiedene Hämmer
hört in der Schmiede und merkt, dass manche Hämmer nebeneinander einen Wohlklang bilden.
Und darauf dann kommt, dass der eine Hammer mit seiner Größe und der andere
mit seiner Größe im Verhältnis 3 zu 2 schwingen Und im Verhältnis 4 zu 3 und
darüber findet er dann die Oktave, Quinte und Quarte,
ist so die Sage und er verbringt dann den Tag dort in der Schmiede,
spielt dort mit den ganzen Hämmern und versucht das rauszufinden und geht dann
nach Hause und baut dann zu Hause mit Gewichten,
die an gespannten Seiten unten dranhängen, auch mit verschiedenen Gewichten
diese Verhältnisse nach und entdeckt so Oktave, Quinte und Quarte als wohlklingende Intervalle.
Thomas Kahle
Also aber Seiteninstrumente, ich hatte nämlich jetzt gerade irgendwie an Seiteninstrumente
gedacht. Wie weit gehen Seiteninstrumente zurück?
DorFuchs
Oh ja, ich glaube diesen Monocord, den gab es bestimmt schon vor Pythagoras.
Pythagoras ist ja irgendwie so sechstes Jahrhundert vor Christus.
Und ich denke, dass meine Seite irgendwie gespannt wird und dass man merkt, oh das schwingt.
Das gab es bestimmt schon ganz schön lang. Versuchst du das nebenher jetzt zu recherchieren?
Thomas Kahle
Ich bin gerade auf Wikipedia, das stimmt. Das älteste erhaltene Seiteninstrument
ist eine 4500 Jahre alte Harfe von den Sumerern.
Okay, 4500 Jahre ist dann noch ein bisschen länger her.
DorFuchs
Auf alle Fälle hat sich dann nämlich mittlerweile auch der Begriff pythagoräische
Stimmung durchgesetzt.
Wenn man nämlich jetzt anfängt, einen Ton festzulegen wie das A,
dann kann man halt mal einmal das Verhältnis 3 zu 2 multiplizieren.
Also wenn ich jetzt die 440 Hertz festgelegt habe und das mal 3 halbe rechne, dann komme ich auf 660.
Ja, das ist jetzt der schweißtreibende Moment, wo man zum Rechnen gezwungen wird als Mathematiker.
Ich denke mal, vielleicht hat der ein oder andere Zuhörer auch selber mitgerechnet
und ist hoffentlich auch auf 660.
Thomas Kahle
Das war jetzt wegen der Struktur der Zahl recht einfach. Glücklicherweise war es nicht 443.
DorFuchs
Ja, es gibt tatsächlich einige, die gerne auf 432 Hertz das A stimmen.
Das ist noch so ein anderer Standard, wo sogar teilweise so esoterische Theorien
rumschwingen, dass die 432 Hertz
besser zu den Grundschwingungen im Gehirn passen und was weiß ich nicht.
Aber das ist dann... Also mein Keyboard-Lehrer hat auch gemeint,
zum Beispiel beim Tempo, wie viele Beats pro Minute man einstellt,
dass man dann mal eine gerade Zahl nehmen sollte, weil das Herz ja immer zweimal
schlägt. Aber das ist auch totaler Quatsch.
Thomas Kahle
Da würde ich dann doch schon Primzahlen auch noch ausprobieren.
DorFuchs
Ja, nee, man kann ruhig auch mal eine ungerade Zahl im Tempo wählen oder auch
einfach mit 120,345 Beats pro Minute was laufen lassen.
Dadurch, dass die Sekunde ja nichts mit dem Körper zu tun hat,
in der Definition ist das...
Völlig Wurst.
Thomas Kahle
Okay, so, wir waren bei der Einteilung, ja? Also, was wir jetzt eigentlich gerade
machen, ist versuchen, den Kreis einzuteilen in Schritte.
DorFuchs
Ja, genau.
Thomas Kahle
Also, wir haben sozusagen zwischen einer Frequenzverdopplung wollen wir das
jetzt weiter einteilen und du hast gesagt, also dreihalbe ist die Quinte,
da komme ich eben, ja, in diesem Kreis eben nicht ganz rum.
Also, es ist nicht ganz verdoppelt, sondern so eben dreihalbe zu zwei.
DorFuchs
Aber ich könnte ja dann von dem Ton, den ich da gefunden habe und immer bedenken,
wenn ich einen Ton gefunden habe, dann kann ich auch Oktaven hoch und runter
gehen, indem ich die Frequenzen verdopple und halbiere.
Einen Ton einmal zu finden, legt ihn dann auf dem Strahl betrachtet dann in
allen Oktavabständen ab.
Oder wenn ich sowieso schon alles Modulu einmal Oktave betrachte,
also im Kreis, dann habe ich einfach einen Punkt gefunden und der steht für
alle Töne, die zu diesem Ton gehören, in allen Oktaven.
Und wenn ich jetzt aber einen Ton gefunden habe, dann kann ich einfach wieder
eine Quinte weitergehen und dadurch den nächsten Ton finden.
Also während ich das auf dem wo ich im Synthesizer einmal einen Ton gefunden habe.
Oder ich fange vielleicht mal mit einem tiefen C an. Ist ganz schön tief,
ich gehe mal eine Oktave höher.
Wenn ich davon jetzt eine Quinte hochgehe, kommt dieser Ton raus.
Thomas Kahle
Lass mich kurz überlegen, wie weißt du, dass du eine Quinte hochgegangen bist?
Also du hast deine Tasten.
DorFuchs
Ich habe meine Tasten und ich weiß, dass...
Thomas Kahle
Du weißt jetzt, wo du drücken musst. Das weiß ich jetzt gerade nicht, aber okay.
Also das weißt du, weil du das Instrument kennst. Du weißt, wie du jetzt die
dreieinhalbfache Frequenz von deinem ursprünglichen Ton da produzieren kannst.
DorFuchs
Genau, also ich weiß halt jetzt, in meinem Kopf übersetze ich das direkt vom
C zum G, weiß ich das dann,
auch wenn mir jetzt noch nicht ganz klar ist, warum jetzt die Namen so durcheinandergewürfelt
werden, wenn ich jetzt im Quintenzirkel sozusagen entlang gehe,
vom C zum G weiß ich, das ist eine Quinte.
Okay. Und dann weiß ich vom G zum D, das ist auch eine Quinte.
Thomas Kahle
Ja.
DorFuchs
Und dann, so habe ich sozusagen jetzt hier Grundton, eine Quinte hoch, noch eine Quinte hoch.
Das sind jetzt alles reine Quinten, die jetzt hier auch erklingen.
Und wenn ich jetzt den Ton hier oben gefunden habe, kann ich auch einfach eine Oktave runtergehen.
Thomas Kahle
Ja.
DorFuchs
Und so habe ich es jetzt geschafft, sozusagen vom Grundton. Und das ist nämlich
auch das Spannende, wenn ich jetzt die Sache gemacht habe, eine Quinte hoch
mal 3 halbe, dann nochmal eine Quinte hoch, nochmal mal 3 halbe.
Heißt, zwischen den beiden Tönen ist welcher Faktor ist 3 halbe mal 3 halbe, also 9 Viertel.
Thomas Kahle
9 Viertel ist schon mehr als mal 2.
DorFuchs
Genau, ist mehr als mal 2, deswegen kann ich das halbieren und bin sozusagen
auf 9 Achtel runtergegangen.
Thomas Kahle
Das ist wie Modulo-Arithmetik. Also dann immer, wenn du mal 2 gemacht hast,
teilst du wieder durch 2.
Also wenn du mit mehr multipliziert hast als zwei, teilst du einfach wieder durch zwei.
DorFuchs
Und dadurch ist nämlich auch diese Quinte hochgehen, das mal drei halbe machen,
das Halbieren ist eigentlich für meine Oktavsachen Modulo egal.
Ich kann auch einfach mal drei rechnen und dann mache ich den gleichen Tonsprung
wie eine Quinte, eben nur in verschiedenen Oktaven, aber auf die achte ich jetzt
Modulo-Oktave nicht drauf.
Thomas Kahle
Okay, verstehe. Genau.
DorFuchs
Und deswegen ist nämlich das Spannende, wie oft muss ich eigentlich mal drei
rechnen, bis ich bei meinem ursprünglichen Ton wieder zurückgekommen bin?
Thomas Kahle
Also welche Dreipotenz ist eine Zweipotenz?
DorFuchs
Genau.
Thomas Kahle
Keine, weil wegen der Eindeutigkeit der Primfaktorzerlegung oder irgendwie sowas.
DorFuchs
Genau, genau. Wenn ich Dreierpotenzen mache, habe ich immer nur den Primfaktor
3 drin. Wenn ich Zweierpotenzen mache, habe ich nur den Primfaktor 2 drin.
Das wird niemals wieder auf den gleichen Ton zurückkommen, wenn ich immer nur
mit reinen Quinten stimme.
Und das ist das grundsätzliche Problem, warum man Instrumente nicht rein stimmen
kann und damit alle Tonorten spielen kann.
Thomas Kahle
Warte, warte, warte, ein Schritt zurück. Also ein Instrument stimmen heißt,
du veränderst dein Instrument, sodass die verschiedenen, also okay,
ein Instrument kann verschiedene Töne spielen, ist sozusagen jetzt unser abstraktes
Instrument, wie eine Gitarre.
DorFuchs
Ja, oder.
Thomas Kahle
Die kann verschiedene Töne spielen und du kannst einstellen,
welche Töne sie spielen können soll.
DorFuchs
Genau, also ich könnte sozusagen, wenn ich jetzt meine gewohnte Klaviatur gewohnt
bin, vielleicht versuchen wir
heute mal nur die weißen Tasten erstmal hinzubekommen, als Töne zu finden.
Dann könnte ich halt bei einem Ton, beim C oder beim A oder was auch immer ich
als Startpunkt wähle, anfangen.
Und dann könnte ich zum Beispiel eben durch eine Quinte hoch vom C zum G schon
was finden und dann wieder eine Quinte hoch und Oktave runter.
Das ist das Gleiche wie eine Quarte runter.
Also wenn ich eine Quinte hochgehe, mal drei halbe, das wieder halbiere,
bin ich bei drei Viertel.
Und das ist genau das gleiche wie, mal drei Viertel ist das gleiche wie durch vier Drittel.
Und damit eben eine Quarte, die vier Drittel nach unten gehen,
heißt auf einer logarithmischen Skala ja dividieren.
Ist sozusagen Minus auf der logarithmischen Skala.
Naja, also man muss vielleicht fit mit Logarithmen sein, wenn man hier im Kopf mitkommen will.
Ansonsten kann ich einfach durch reine Quinten diesen Schritt,
Grundton, Quinte hoch, Quarte runter, komme ich einen Ganzton-Schritt nach oben.
Und so kann ich, wenn ich das einfach ein paar Mal in beide Richtungen gemacht
habe, mir ein paar Töne rausfinden.
Und wenn ich sieben solcher Töne habe, dann kommt halt sowas zustande wie eine
Tonleiter, die ich dann insgesamt gebaut habe, die ich einfach nur durch verschiedene
Quinten und Quarten hoch und runter mir zusammengewürfelt habe.
Thomas Kahle
Und damit komme ich auf sechs Abstände. Ich habe meine sieben Töne.
A, B, C, D, E, F, G nennen wir sie mal. Und dazwischen habe ich sechs Abstände.
Und die Abstände sind immer Quinte hoch, Quarte runter.
Hast du das gerade gesagt? Das wäre eine Möglichkeit. Das wäre zumindest eine.
DorFuchs
Nee, nee, genau. Und die Abstände sind halt nicht nur Quinte hoch,
Quarte runter, sondern da ergeben sich dann verschiedene Abstände dazwischen.
Ich mache sozusagen nicht nur Ganz-Tonschritte, sondern manchmal ergeben sich
dann auch Halbtonschritte.
Und die ergeben sich auch alle in verschiedenen Richtungen.
Es wird dann ganz schön schwierig, auf diese ganzen Abstände jeweils genau zu gucken.
Und es ist auch wirklich eine Frage, in welche Richtung stimme ich jeweils.
Also wenn ich jetzt das Quinte hoch, Quarte runter, Quinte hoch,
Quarte runter, Quinte hoch gestimmt habe, dann habe ich damit eins,
zwei, drei, vier, fünf, sechs Töne gefunden und kann ja sogar die Oktave hoch noch gehen.
Habe sozusagen meine ganze acht Töne, wenn ich von Grundton bis Grundton zähle
und beide Grundton mitzähle. Und dann habe ich sieben Abstände dazwischen.
Aber ich gehe halt zum Beispiel...
Es geht alles nicht auf, dass man dann einfach nur die ganzen immer gleichen
Ganz-Tonschritte weitergeht, diese 9 Achtel, das ist dann auch eine reine Sekunde, nennt man sie.
Die sind leider nicht immer der gleiche Abstand.
Thomas Kahle
Also man hat jetzt das mathematische Problem jedenfalls vor sich.
Also Stimmen, ich mache jetzt mal eine Definition, Stimmen bedeutet sich zu
entscheiden, welche diskreten Frequenzen will ich überhaupt haben.
DorFuchs
Genau.
Thomas Kahle
Auf meinem Instrument. Und dabei sind auf jeden Fall, ich habe einen Grundton
und dann habe ich das Doppelte von diesem Grundton und dann das Doppelte von diesem Ton.
Das sind erstmal die, die ich sowieso brauche, diese Oktaven. Genau, da ist auch.
DorFuchs
Wenn die leicht auseinander gestimmt wären, was auch manchmal sogar passieren
kann bei verschiedenen Instrumenten, dass man die Oktaven nicht ganz rein stimmen
muss, damit es noch halbwegs klingt,
aber wenn die als reine Töne erklingen und man die dann nicht genau stimmt,
das fällt sofort auf, das hört sich nicht richtig an, wenn die Oktaven nebeneinander
liegen. Die müssen reingestimmt werden.
Thomas Kahle
Okay, und dann brauche ich noch mehr Töne. Dann brauche ich noch mehr Töne und
dann stellt sich raus, irgendwie so ungefähr sieben dazwischen wäre ganz gut.
Sieben Unterteilungen, sieben Dinge, die ich irgendwie dazwischen,
zwischen einem Ton und den die doppelte Frequenz, die Oktave tun will.
DorFuchs
Ja, wobei die sieben dann halt nicht einfach immer auf einem Siebtel von dem
Ziffernblatt der Uhr einfach eingeteilt werden, sondern dass die irgendwie an
verschiedenen Stellen liegen und manchmal größere, manchmal kleinere Abstände lassen.
Thomas Kahle
Ja, okay, verstehe.
DorFuchs
Genau. Und man hätte es am liebsten, dass man eben ein paar Quinten weiter stimmt
und dann wieder zum Grundton zurückkommt, damit sich wieder so ein Kreis schließt
und man alles spielen kann.
Und das funktioniert eben mathematisch nie präzise, weil ich dann immer nur
Dreierpotenzen in meiner Modulo-Oktav-Arithmetik weitergehe.
Aber vielleicht passiert es ja mal, dass ich ungefähr wieder hinkomme.
Thomas Kahle
Ja.
DorFuchs
Und jetzt können wir ja mal versuchen.
Thomas Kahle
Eine numerische Koinzidenz.
DorFuchs
Versuchen sozusagen zu gucken, wo ist eine Dreierpotenz ungefähr wieder eine Zweierpotenz.
Thomas Kahle
3 mal 3 ist 9, das ist ungefähr 8.
DorFuchs
Ja.
Thomas Kahle
Aber das ist das noch nicht.
DorFuchs
Und das ist im Prinzip genau das, dass ich, wenn ich zweimal die 3 gegangen
bin, also eine Quinte und noch
eine Quinte und dann wieder in der Oktave runtergehe, dann komme ich...
Auf diesen Unterschied. Das ist der Unterschied zwischen 9 und 8.
Das sind genau die 9 Achtel, die wir gefunden haben.
Das ist ungefähr, dass da 9 und 8 ungefähr nah beieinander liegen.
Und ja auch, glaube ich, nach der Katalan-Vermutung, die einzigen beiden Potenzen
sind, die Abstand 1 haben.
Thomas Kahle
Ja.
DorFuchs
Ja, kleiner Mathe, verlegt am Rande. Dass die ungefähr gleich groß sind,
liegt eben daran, dass 9 und 8 ungefähr gleich groß sind.
Und deswegen liegen die Töne in der Nähe.
Thomas Kahle
Okay, jetzt habe ich weiter gerechnet.
Ich habe hier einen kleinen Taschenrechner. Jetzt habe ich 3 hoch 5.
3 mal 3 mal 3 mal, also 3 hoch 5. Und da kommt 243 raus.
Und es ist fast 256 auf so einer Skala.
Also wenn ich das jetzt durch 256 teile, komme ich auf ein Verhältnis von 0,949.
Also 95 Prozent richtig.
DorFuchs
Genau. Und das ist nämlich jetzt schon, also wenn ich das jetzt mal am Klavier
mitspiele von, wir machen 5, die 3 hoch 5, dann mache ich Grundton einmal hoch.
Dann gehe ich wieder statt hoch runter. hoch, runter, hoch. Das waren jetzt fünf Schritte.
Also Grundton und eins, zwei, drei, vier, fünf. Und der Ton...
Das ist die Oktave, das ist der Ton daneben. Da haben wir einen Halbton entdeckt.
Thomas Kahle
Ah, einen Halbton, okay.
DorFuchs
Genau, das ist schon so, dass man sagt, das ist noch so die kleinste Einheit,
die wir heutzutage so als Halbton gewählt haben.
Und wenn ich dann den Halbton einmal geschafft habe und jetzt noch einen Halbton
wieder weitergehen will, kann ich sozusagen einfach die 5 nehmen und nochmal 5 draufpacken.
Wobei ich ja schon, man muss irgendwie aufpassen, dass man die 0 manchmal mitzählt und manchmal nicht.
Man kann jedenfalls einfach mal probieren, Die 3 hoch 10 dürfte es noch nicht tun.
Die ist dann 59.049, sehe ich gerade im Taschenrechner.
Und man hat ja mit den Zweierpotenzen ungefähr die 1000 bei 2 hoch 10,
also genau 1024, aber manchmal nimmt man ja auch die 1000 und die 1024 nicht
so genau unterschieden, wenn man jetzt zwischen Kilobyte und Kibibyte unterscheiden muss.
Das interessiert die Festplattenhersteller im Marketing dann nicht mehr.
Genau, aber da sieht man die 59.000, das müsste eigentlich sowas wie 64.000
sein, damit es in Zweierpotenz trifft.
Also machen wir mal 3 hoch 11 weiter, das sind 177.000 irgendwas,
das passt noch nicht, aber 3 hoch 12 sieht relativ gut aus.
Thomas Kahle
Wie 512.000 ungefähr, 531.441.
DorFuchs
531.000 und das ist aber ungefähr 2 hoch 17.000.
Thomas Kahle
Ähm, 2 hoch 17. 17 ist ja meine Lieblingszahl, wie wir...
DorFuchs
Nee, 2 hoch 19. 2 hoch 19, sorry.
Thomas Kahle
Oh, schade. 17 wäre nice gewesen. Also dann komme ich auf ein Verhältnis von
1,013 zwischen diesen beiden Zahlen.
DorFuchs
Genau. Und das ist sozusagen jetzt das Verhältnis von, ich habe 12 Quinten hochgestimmt.
Thomas Kahle
Ja.
DorFuchs
Dann habe ich schon die 3 hoch 12 durch 2 hoch 12 als 3 halbe hoch 12 geschafft.
Und damit ich aber dann die 2 hoch 19 erzeuge, muss ich noch eine 2 hoch 7 rausdividieren.
Also ich gehe sozusagen 12 Quinten hoch und 7 Oktaven zurück.
Und wenn ich das mit reinen Intervallen mache, komme ich auf das 1,01364-Fache der Grundfrequenz.
Also ungefähr wieder zurück zur Grundfrequenz.
Und dieses ungefähr, aber nicht genau wieder reintreffen, dieses Verhältnis
3 hoch 12 zu 2 hoch 19, das nennt man das Pythagoräische Komma.
Thomas Kahle
Aha, Pythagoräischer Rest. Also ja, okay, Komma, so ein Rest sozusagen, Pythagoräischer Rest.
DorFuchs
Genau, so irgendwie so ein Rest, der da noch bleibt als Differenz.
Wenn ich mir das vorstelle auf meinem Uhrziffernblatt, ich gehe mit jeder Quinte
irgendwie so wilde Sprünge, die ich ungefähr von der 12, wenn die oben liegt,
bis zur 7 einmal eine Quinte mir vorstellen.
Und da mache ich immer so 7er Sprünge. Und das ist ja auch sozusagen,
wenn ich dann Modulo 12 auf der Uhr immer plus 7 rechne, dann komme ich eben
nach 12 Schritten wieder zur 12 zurück.
Thomas Kahle
Ja.
DorFuchs
Und das ist nämlich auch das Spannende, wenn ich es dann halt auf zwölftel mich
einmal festgelegt habe und versuche alles auf diese zwölf Halbton-Schritte,
wie man es heute kennt, festzubiegen, dann habe ich im Prinzip nur bis auf Vorzeichen
zwei Möglichkeiten mit einem Intervall, was ich immer wieder gehe,
mir die Töne anzuordnen.
Entweder gehe ich einmal einer Schritte, das ist dasselbe wie in der anderen
Richtung elfer Schritte, also minus 1er Schritte, Modulo 12 zu gehen.
Das ist sozusagen die Anordnung, einfach alles in Halbton-Schritten nacheinander
durchzugehen. Das Langweilige, ich ordne alles der Größe nach.
Oder aber ich bringe Ordnung rein, indem ich nicht Zweier-, Dreier- oder Vierer-Schritte
gehe, weil ich dann nicht alle Töne treffe und schneller zur Zwölf zurückkomme.
Aber sobald ich dann Fünfer- oder Siebener-Schritte gehe, da kann ich wirklich
in zwölf Schritten jeden Ton einmal besucht haben und komme zur Zwölf zurück.
Thomas Kahle
Das ist ja irgendwas mit Teilerfremdheit.
DorFuchs
Genau, ich muss sozusagen die Schritte, die ich gehe, Teilerfremd zur Zwölf haben.
Und Teilerfremd zur Zwölf sind eben nur die
Eins und die Fünf und deren Modulo-Negativ-Äquivalente mit Sieben und Elf.
Und deswegen gibt es sozusagen bis aufs Vorzeichen nur die beiden Möglichkeiten,
alles in einer Schritten oder alles in fünfer Schritten zu betrachten in der
Musik, wenn ich alle Töne betrachten will.
Und das sind gerade die, also der eine Schritt ist, dass ich ordne alles der Größe nach.
So ist es am Klavier angeordnet, dass ich alles in einer Schritten durchgehe.
Und dieses in fünfer Schritten anordnen, das ist sozusagen alles Quinten mäßig zu betrachten.
Und da lohnt es sich auch manchmal den Quintenzirkel herzunehmen und dann zu
sagen, also heutzutage würde man vielleicht das C traditionell oben anordnen.
Und wenn ich nämlich nach Pythagoras so ein paar Quinten ordentlich gestimmt
habe und dann eine Tonleiter gefunden habe,
dann liegen die Töne irgendwo, aber wenn ich sie Modulo-Oktaven wieder anordne,
dann liegen tatsächlich nacheinander C, D, E, F, G, A, B und C oder A, H und C.
Mittlerweile hat man B und H als verschiedene Töne.
Die liegen tatsächlich auch, das B und das H liegen auf verschiedenen Enden
von in welche Richtung gehe ich meine Quinten weiter.
Wenn ich in die einen Richtung vom F ausgehend noch eine Quinte runtergehe, dann komme ich zum B.
Oder wenn ich in die andere Richtung dann vom E ausgehend noch mal eine Quinte
hochgehe, dann komme ich zum H.
Also jedenfalls hat man die Buchstaben A, B, C, D, E, F, G, die immer als Quinten
beieinander liegen und in die eine Richtung kommt sogar noch ein B dazu und
in die andere Richtung noch ein H dazu.
Das ist sozusagen so dieses, wo die Leute schon gemerkt haben,
wenn ich in die eine oder in die andere Richtung mit Quinten weitergehe,
kommt fast der gleiche Ton raus,
bis auf so ein Halbton. Das waren die Neunachtel, die wir gefunden haben.
Oder sind es die Neunachtel? Vielleicht ist das auch noch ein bisschen ein anderes,
Maß, was ungefähr auf Neunachtel passt.
Jedenfalls kommt da manchmal B, manchmal H raus. Und wenn ich eben meine Quinten
alle gemacht habe und in die Oktave reingebracht habe und dann aber versuche,
das Ganze in der Tonhöhe zu sortieren, dann kommt wieder die Sortierung mit
den Buchstaben A, B, C, D, E, F, G raus, die man dann eben kennt.
Daher kommt dieses wilde Durcheinanderspringen von C, G, D, A,
wenn ich auf einmal den Quintenzirkel anwende, weil das sozusagen diesen Wechsel
zwischen Modul 5er Schritte und 1er Schritte Modul 12 macht.
Thomas Kahle
Okay, und es ergibt sich jetzt aber irgendwie zwischen also zwischen D und E
und E und F gibt es auch ein Frequenzverhältnis.
Also da kann ich jetzt noch sagen, habe ich jetzt noch irgendeine Wahlmöglichkeit?
DorFuchs
Ja.
Thomas Kahle
Was ich jetzt definiere als mein E? Also das ist sozusagen.
DorFuchs
Das ist die große Frage. Also ich habe eine Möglichkeit zum E zu finden,
indem ich vom C ausgehend eben G, D, H, E die Quinten reinstimme.
Aber das Problem ist jetzt, wenn ich alle meine zwölf Töne nur durch Quinten reinstimme.
Thomas Kahle
Komme ich nicht wieder an.
DorFuchs
Komme ich nicht wieder an. Und dieses eine Intervall zwischen den beiden Tönen,
die dann eigentlich eine Quinte ergeben sollten, Modulo 12, aber nicht mehr
ergeben, dass es dann um ein pythagoreisches Komma verstimmt.
Und das hört sich schrecklich an. Das ist dann eine Wolfsquinte.
Thomas Kahle
Oho, ein sehr figurativer Name.
DorFuchs
Die kriege ich auch jetzt nicht so schnell. Ja, genau. Das klingt halt wie so
ein schreckliches Wolfsgeheul oder wie auch immer.
Vielleicht haben die Leute früher noch mehr Angst vor dem Wolf gehabt,
wenn man so die Märchen betrachtet, dass die wirklich dachten,
das klingt so schrecklich wie der Wolf.
Ich glaube, die kriege ich jetzt nicht ganz so leicht angespielt.
Man kann tatsächlich in Logic, in meiner Musiksoftware auf dem Mac hier,
kann man nämlich auch die Stimmung ändern, welcher Ton welche Frequenz erhält.
Und da kann man auch die pythagoräische Stimmung auswählen. Dann könnte man
die Wolfsquinte mal suchen.
Aber ich bin mir gerade nicht sicher, zwischen welchen beiden Tönen der pythagoräischen
Stimmung in Logic dann die Wolfsquinte genau auftaucht, bevor ich das jetzt
suche und nicht finde. Seid das nur mal angemerkt.
Wer will, kann mal den Wikipedia-Artikel Wolfsquinte suchen und sich das mal
anhören, wie schrecklich das klingt.
Thomas Kahle
Ja, verlinken wir natürlich.
DorFuchs
Genau. Und eine Möglichkeit, diese Wolfsquinte loszuwerten, beziehungsweise
dieses pythagoreische Komma loszuwerten, um nach zwölf Schritten,
nach zwölf Quinten irgendwie wieder zur gleichen Oktave zurückzuspringen.
Ist es, zu sagen, naja, wir hatten ja diesen einen Schritt, eine Quinte zu gehen,
auf der Uhr ungefähr von der 12 bis zur 7 zu gehen.
Und das stimmt schon fast auf die 7. Wir bringen den einfach mal genau auf die 7.
Also wir verstimmen die Quinte bewusst, damit wir dann, sozusagen wir verstimmen
die um ein Zwölftel pythagoräisches Komma, damit wir dann, wenn wir sie zwölfmal
stimmen, wieder zum gleichen Grundton zurückkommen.
Thomas Kahle
Ja, also da wird der Fehler quasi aufgeteilt auf die. Ich bin,
wenn ich zwölfmal das siebte gebe, komme ich zu weit, also gehe ich immer ein
bisschen, ja zwölfmal die Quinte, gehe ich ein bisschen weniger, teile den Fehler auf.
DorFuchs
Genau, ich teile den Fehler gleichmäßig alles auf. Tatsächlich hat man historisch
sowohl sogar bis vor gar nicht allzu langer Zeit, also im Mittelalter war es
noch üblich, dass man das nicht genau in Zwölftel immer aufteilt,
sondern zum Beispiel irgendwie so die Freckmeisterstimmung, die nimmt sich vier bestimmte Stellen,
wo es an den vier Stellen jeweils ein viertelpythagorisches Komma verstimmt.
Und dann hat nämlich jede Tonart verschiedene Charakter,
wenn ich dann ein C-Dur und ein G-Dur und ein D-Dur und so weiter vergleiche,
dann schwingen die nicht alle mit den gleichen Frequenzverhältnissen,
sondern manchmal sind die Quinten anders gestimmt, manchmal sind die Terzen
dann anders gestimmt innerhalb von dem Akkord, den ich da spiele.
Thomas Kahle
Okay, also was dieses ganze C-Dur, D-Dur bedeutet, du weißt jetzt gerade noch
nicht, habe ich ein bisschen wieder vergessen vom Musikunterricht,
aber die physikalische Umsetzung, das würde ja jetzt sozusagen,
also Stimmen, es gibt ja auch diesen Begriff, ein Instrument zu stimmen.
Also das ist jetzt die physikalische Umsetzung, dass du an deinem Instrument,
also bei einem elektronischen Keyboard wäre das sozusagen einfach,
das ist ja, da wird ja die Sinusschwingung einfach irgendwie erzeugt und bei
einem physikalischen Instrument, also einer Harfe oder sowas,
dann müsste ich die Spannungen und die Längen dieser Saiten genau so einstellen,
dass ich diese Teile, also diese Faktoren habe,
also ja, dass das die Töne sind, die ich pur anspielen kann.
DorFuchs
Genau, ich nehme mal meine Gitarre wieder zur Hilfe hier.
Da ist nämlich das Ding, die Gitarre, die wird üblicherweise eben so mit eine
alte dumme Gans hat Eier gestimmt.
E-A-D-G-H-E. Das ist mein Lernspruch, mit dem ich es gelernt habe. Also E-A-D-E-H-E.
Thomas Kahle
So, die hat sechs Seiten, deine Gitarre. Genau, meine Gitarre hat sechs Seiten.
Das heißt, du hast sechs Töne, die du ohne Festhalten von irgendwelchen Griffen
hast du erstmal eine Auswahl von sechs Tönen, die du dir da einstellen kannst, stimmen kannst.
DorFuchs
Genau. Und ich kann halt, wenn ich hier hinten an den Knöpfen drehe,
kann ich die Tonhöhe verändern.
Ich verändere die Spannung der Seite und dadurch die Höhe, die Frequenz,
in der die Seite schwingt.
Und eine Möglichkeit wäre diese, ich habe den Fachbegriff auch schon wieder vergessen,
ich kann ja eben zum Beispiel bei einem Drittel der Seite diesen Oberton erzeugen,
wenn ich das Drittel der Seite fixiere und dann anschwinge und bei der nächsten
Seite könnte ich dann auch entsprechende Obertöne erzeugen.
Und dadurch, dass E und A die ersten beiden Seiten sind, kann ich auf der ersten
Seite mal das Viertel machen und auf der zweiten Seite, auf der A-Seite, das Drittel.
Und das ergibt den gleichen Ton.
Und wenn ich nämlich anhand von diesen Schwingungen meine Gitarre stimme,
dann muss ich manchmal dieses Drittel und Viertel zum Stimmen nehmen und dann
an einer Stelle vom G zum H, da habe ich ein anderes Intervall,
da muss ich keine Quarte hochstimmen, sondern eine große Terz.
Also da muss ich nicht das Verhältnis vier Drittel, sondern fünf Viertel hochgehen.
Da muss ich jetzt sagen, ein Fünftel und ein Viertel jeweils wählen.
Und wenn ich das auf der Gitarre nach diesen Obertönen exakt stimmen würde,
dann würde ich leider auf der hohen Seite am Ende des Stimms nicht auf genau
zwei Oktavsprünge hochkommen.
Dann komme ich nicht auf exakt diese zwei Oktavsprünge, sondern auf eine Differenz
im Verhältnis von 81,80.
Das heißt, glaube ich, syntonisches Komma.
Also auch da haben wir wieder das Problem, dass ich innerhalb von diesen reinen
Intervallen, die ich hochstimme, nicht wieder auf exakte Oktaven treffe.
Denn sobald ich einmal ja angefangen habe, irgendwie mal drei zu rechnen,
komme ich nie wieder auf eine Zweierpotenz zurück durch weitere Multiplikationen.
Da habe ich einmal den Primfaktor reingebracht, dann habe ich keine Chance mehr,
Zweierpotenzen zu treffen.
Thomas Kahle
Okay, also hat man jetzt, ich lege jetzt nur mal so die Probleme aus,
die sich jetzt noch am Horizont abzeichnen. Wir müssen sie ja nicht alle lösen.
Also jetzt habe ich für jedes Instrument erst mal dieses Problem,
wie realisiere ich das? Wie stimme ich das einzelne Instrument?
DorFuchs
Genau.
Thomas Kahle
Und dann hast du noch eventuell, Ich habe gehört, das gibt es,
spielen ja dann mehrere Instrumente zusammen.
DorFuchs
Ja.
Thomas Kahle
Also die müssen ja dann irgendwie sich auch noch einigen, dass die sozusagen,
was nehmen wir jetzt als C?
Und da hört sich das dann wieder gut zusammen an.
Weil, wenn man, also ich meine, es gibt ja sozusagen das grundlegende physikalische
Problem, wenn man zwei naheliegende Frequenzen gleichzeitig hört,
die aber nicht gleich sind, dass dann solche Schwebungen auftreten und solche Sachen.
DorFuchs
Sehr gut, genau. Zu Schwebungen, das wollte ich auch nochmal so ganz grundlegend aufbauen.
Also wenn ich mir jetzt vorstelle, ich habe 440 Hertz, die losschwingen und
jetzt spielt jemand anderes auch nochmal exakt 440 Hertz.
Was passiert dann?
Thomas Kahle
Macht es dann, also es kommt es dann darauf an, dass diese Wellen synchronisiert sind.
Also die könnten sich zum Beispiel auslöschen, wenn die genau gegenläufig wären
und genau die gleiche Lautstärke hätten, oder?
DorFuchs
Genau, das ist nämlich das Ding. Wenn die in der gleichen Phase,
also sozusagen am gleichen Nullpunkt losgehen, dann habe ich einfach nur Sinus X plus Sinus X.
Dann ist das einfach doppelt so viel Wunsch dahinter.
Thomas Kahle
Laut wahrscheinlich dann, oder?
DorFuchs
Auch die Lautstärke nimmt man dann wohl irgendwie wieder.
Thomas Kahle
Ja, das ist wieder Psychoakustik, ja.
DorFuchs
Genau, es fühlt sich psychoakustisch nicht doppelt so laut an,
aber es ist tatsächlich dann einfach doppelt so viel Energie in den Wellen, die da schwingen.
Aber wenn die natürlich phasenversetzt so schwingen, dass immer wenn die eine
Welle hochschwingt, die andere gerade runter schwingt, dann hört man gar nichts
mehr, dann cancelt es sich komplett raus.
Thomas Kahle
Das Prinzip des Noise-Canceling-Kopfhörers. Ich glaube, da macht er einfach
diese Versucht sozusagen rechtzeitig die Gegenfrequenz reinzuschieben.
DorFuchs
Ja, das finde ich auch krass, dass da scheinbar die Prozessoren in so einem
AirPod oder sowas, was das kann, einfach so schnell den Sound einpflegen,
also mit einem Mikrofon aufnehmen und dann mit einem Lautsprecher den Gegensound
sozusagen phasenverschoben ausgeben können.
Das muss ja wirklich halt innerhalb von einer tausendstel Sekunde oder vielleicht
sogar einer hunderttausendstel Sekunde irgendwie berechnet sein,
damit das Ganze dann schnell genug den Sound killen kann.
Thomas Kahle
Ah, irgendwie Lichtgeschwindigkeit gegen Schallgeschwindigkeit.
Lichtgeschwindigkeit ist doch deutlich schneller als Schallgeschwindigkeit.
DorFuchs
Genau. Und wenn ich jetzt aber nämlich einmal 440 Hertz und einmal 441 Hertz
miteinander schwingen lasse,
Dann hat das so ein bisschen den Effekt wie, mal sind sie für eine halbe Sekunde
Phasen gleich, mal sind sie für eine halbe Sekunde wie so Phasen verschieden.
Und das heißt, mal verstärken sie sich und mal löschen sie sich wieder aus.
Und das ist dann, wenn das eben Grad 440 und 441 Hertz sind,
das kann ich jetzt gerade leider nicht direkt in der Software zeigen,
aber das könnte man sich auch mal nebeneinander legen lassen,
das nimmt man dann halt wahr, als der Ton wird einmal pro Sekunde laut und einmal
pro Sekunde wieder leise.
Und das ist dann so eine Schwebung. Man hört dann halt sowohl den einen Ton,
440 Hertz, auf seinem, ich mache Musik im Sinne von, ich höre einfach nur einen
Ton, ohne die Frequenz wahrzunehmen.
Aber man nimmt eben auch dann noch bewusst diese Frequenz 1 Hertz wahr. Das ist dieses ...
So würden sich ungefähr, vielleicht war es jetzt eine tiefere Frequenz,
so würden sich vielleicht 220 und 221 Hertz anhören.
Thomas Kahle
Ja, aber klingt nicht so, als ob man das haben will.
DorFuchs
Und diese Schwingungen will man in der Regel nicht haben, aber das ist dann
schon so die Feinheiten vom Musikspiel, aber gerade bei Instrumenten,
die halt nicht auf zum Beispiel wie am Klavier feste Tasten oder wie an der
Gitarre habe ich ja meine Bünde, die schon die Frequenzen so vorgeben,
fertig haben, zum Beispiel wenn ich einfach nur singe oder einfach nur mit einer
Geige spiele, dann kann ich,
beliebig meine Tonhöhen auch zwischen den Halbtönen noch verändern.
Und da können dann gute Musiker, wenn sie im Chor singen oder wenn sie im Streicherensemble
spielen, drauf hören, erzeuge ich gerade so eine Schwebung oder nicht und den
Ton dann leicht anpassen, dass diese Schwebung dann noch wegkommt.
Das braucht dann viel musikalisches Feingefühl.
Thomas Kahle
Das ist dann diese kontinuierliche Welt. Also ich finde auch in diesem ganzen
Bereich, also was wir jetzt besprechen, treffen ja so das Kontinuierliche und
das Diskrete irgendwie aufeinander.
Also natürlich ist die Frequenz und diese Schwingung, Das ist alles kontinuierlich,
aber trotzdem reden wir die ganze Zeit über eben so diskrete Schritte,
Verdopplung und so, ja, welche Frequenzen wählen wir aus und,
weil ja, die Gitarre hat eben sechs Seiten und.
DorFuchs
Genau, ich versuche jetzt mal was also wir haben uns ja ein bisschen dafür entschieden
dann in der modernen Welt einfach zu sagen, wir versuchen alle Töne auf dem,
Uhrziffernblatt auf genau die Zahlen zu legen und genau Zwölftel draus zu machen
dann das nennt man dann vielleicht auch die gleich schwebende Stimmung,
manche nennen es auch wohltemperiert aber ob das jetzt die wohlklingendste Temperierung
ist, also temperieren heißt eigentlich nur die Intervalle leicht abändern und
ob das so wohldefiniert und wohlgeformt ist,
das kann sich jeder für sich selbst entscheiden, aber es ist zumindest gleich
schwebend im Sinne von jeder,
Tonabstand von so und so viel Halbtönen erzeugt die gleiche Schwingung,
egal ob ich das zwischen einer Quinte auf der einen Stelle oder auf der anderen Stelle mache.
Und ich kann jetzt nämlich sogar mal den Unterschied zwischen einer reinen Quinte
und einer temperierten Quinte mal erklingen lassen.
Also die reine Quinte ist wirklich, wir rechnen mal drei Halbe und das Temperieren
ist in unserem modernen Zwölfton System zu sagen, wenn ich rechne,
ich mal drei Halbe nur noch mal drei halbe und durch eben ein Zwölftel von dem
Pythagoreischen Komma.
Und das Ganze klingt dann in der reinen Quinte, welche nehme ich jetzt mal,
da nehme ich jetzt mal die hier.
Oder ich nehme mal, ja doch, machen wir erst mal die rein und jetzt schalte
ich auf unser temporiertes um.
Hört man kaum einen Unterschied. Ich mache es glaube ich noch mal tiefer.
Ich glaube je tiefer das ist, desto mehr hört man die Schwingungen.
Das ist temporiert und rein ist es.
Macht kaum einen Unterschied, ne? Das ist halt das Schöne. Ich liege nämlich
nur zwei Cent auseinander.
Achtung, jetzt kommt noch eine neue Einheit, Cent. Ich weiß nicht,
ob ihr die Einheit Cent was sagt als Physiker?
Thomas Kahle
Cent ist geteilt durch 100. Euro geteilt durch 100 sind Cent.
DorFuchs
Genau, also Cent hat irgendwas mit Hundertstel zu tun und man ist aber schon
so an die Halbtonschritte, an das Einteilen der Oktave in zwölf gleiche Teile
gewöhnt, dass ein Cent ein Hundertstel-Halbtonschritt ist.
Also im Prinzip ist es, wenn ich mir das wieder auf dem Ziffernblatt vorstelle,
dann ist die große Unterteilung in die zwölf Teile meine Halbtonschritte und
jedes Zwölfte von der Uhr wird in hundert kleine Teile geteilt. Das sind dann die Cent.
Thomas Kahle
Oktave durch 1200 also.
DorFuchs
Genau, eine 1200 Oktave ist ein Cent.
Thomas Kahle
Okay, und zwei davon. Okay, und warte mal, nur mal ganz kurz für Anfänger nämlich.
Du hast eben gerade zwei Töne gleichzeitig gespielt, jedes Mal.
DorFuchs
Genau, ich habe jedes Mal zwei Töne.
Thomas Kahle
Also wir erklingen zwei Töne gleichzeitig und einmal hatten sie den Abstand
Quinte und einmal hatten sie den Abstand Quinte minus zwölfte Pythagoreisches Komma.
DorFuchs
Genau. Und das ist gerade ungefähr ein Quintel minus zwei Cent.
Thomas Kahle
Ja, okay.
DorFuchs
Und zwei Cent ist halt wirklich, also auch wenn ich mir das ja auf dem Ziffernblatt
angucke, das liegt nur zwei Prozent gefühlt daneben.
Also es liegt nur zwei von diesen Hundertstel Schritten, das liegt quasi auf
dem gleichen Ziffernblatt.
Es wird noch deutlicher, wenn ich jetzt zum Beispiel den Unterschied zwischen
einem C und einem E, also zwischen einer großen Terz nehme.
Also um jetzt nämlich einen ganzen Akkord erklingen zu lassen,
nimmt man in der Regel drei Töne zusammen.
Das eine ist dieses Quintenintervall, jetzt von uns schon lange besprochen.
Und dazu nimmt man dann nicht die Quarte als nächsten Obertonintervall,
vier Drittel, sondern die Terz, was dann fünf Viertel wäre. Also wenn ich jetzt
Grundton und das Fünffiertelfache ernt klingen lasse, klingt so.
Grundton mal Fünffiertel und das noch, Grundton mal Dreihalbe dazu.
Klingt vertraut als Dur-Dreiklang. Und gerade dieses Intervall von der Terz,
die 5 Viertel, die kriege ich, wenn ich jetzt alles nur auf meine Zwölftel pochen
will, nicht exakt hin, sondern liegt dann sogar 14 Cent daneben.
Und der Unterschied zwischen einer reinen Terz, die so hier klingt,
und einer temperierten Terz.
Reine Terz temperierte Terz hast du vielleicht wahrnehmen können?
Hoffentlich muss man schon ganz genau hinhören ich.
Thomas Kahle
Muss noch üben.
DorFuchs
Ich spieße nochmal eine Oktave höher hier ist temperiert und hier ist rein,
temperiert rein,
es ist schwierig und als ganzer Akkord dann die drei Töne zusammen Die klingen rein so.
Und temperiert. So. Und in dem temperierten, wenn man genau hinhört,
kann man so ein paar Schwingungen hören.
Thomas Kahle
Warte mal kurz. Nur in dem Moment der Veränderung habe ich es kurz wahrgenommen,
dass sich was verändert hat.
Aber dann war es schon wieder, okay, dann war die Erinnerung schon wieder weg.
Also mein Zeitfenster, in dem ich das irgendwie wahrnehmen konnte,
dass sich jetzt was geändert hat, das ist sehr kurz, so mein Eindruck.
DorFuchs
Ja, also ich höre schon auch dauerhaft einen Unterschied, aber da kann vielleicht
doch jetzt jeder Hörer für sich nochmal entscheiden.
Ich lasse mal jetzt den Akkord liegen und wechsel zwischen dem reinen Klängen
und den temperierten Klingen jetzt jeweils, ich spiele beides jeweils zweimal
an. Also rein, temperiert, rein, temperiert. Achtung.
Man hört vielleicht die Wechsel.
Thomas Kahle
Ich möchte sagen, ich möchte sagen so langsam.
DorFuchs
Das ist vielleicht sogar eine schlimme Sache, denn je mehr man sein Ohr trainiert
hat, sowas rauszuhören,
desto schlimmer ist es dann, wenn man mal wieder irgendwo Musikschulkonzert
besucht und die Flötenanfänger spielen oder die Geigenanfänger und man dann
immer krasser die Unterschiede in den Intervallen wahrnimmt.
Thomas Kahle
Ja, weißt du, das ist eigentlich ein generelles Prinzip im Leben.
Also die beste Möglichkeit, sich sein Leben zu versauen, ist viel zu wissen
über Literatur, Kaffee, Wein und Musik.
Also wenn man sich in all diesen Gebieten sehr gut auskennt,
dann kann man nur noch verzweifeln. Ja, ja.
DorFuchs
Und Typografie.
Thomas Kahle
Und Curling. Also Cur-ning, nicht Curling.
Curling vielleicht auch. Also vielleicht, wenn man sich mit Curling auskennt,
dann sieht man Leute einfach so normal wischen und dann denkt man, was machen die da?
DorFuchs
Ich glaube, beim Curling gab es irgendwie große Diskussionen und Skandal jetzt
bei Olympischen Winterspielen, weil da so einer noch mit seinem Finger ein bisschen
dann, nachdem er schon losgelassen hatte, berührt hat und darauf angesprochen
wurde vom Gegner und meinte, nee, nee, nee, das habe ich niemals gemacht.
Und dann gibt es aber Videobeweise davon, dass das doch so ist und dann haben
die sogar jetzt irgendwie noch Kanada gewonnen, obwohl der eine da manchmal
gemogelt hat oder was weiß ich nicht.
Thomas Kahle
Oh krass, das habe ich ja gar nicht mitbekommen. Das ist ja super interessant,
also wie dieses, wie man sozusagen subtil schummeln kann in verschiedenen Sportarten.
Ich meine, ja genau, also beim Fahrradfahren sich einen Motor einbauen oder
so, das ist ja eigentlich so zu offensichtlich, aber das ist beim Curling,
wenn man dann sozusagen dann noch so drüber streicht beim Loslassen,
dass es so aussieht, als ob es aus Versehen war und das macht den entscheidenden Unterschied.
DorFuchs
Ja.
Thomas Kahle
Interessant. Okay, so, lass uns ein bisschen das zusammenfassen.
DorFuchs
Ja, ich versuche nochmal einen weiteren Schritt jetzt zu gehen.
Ich habe nämlich, weil ja beim Stimmen halt immer irgendwas so wegtemperiert
wird, wenn ich alles auf meine gewohnte Stimmung mit den zwölf gleichtemperierten
Halbtönen nehme, habe ich nämlich für den Sound des Intros mich dazu entschieden,
nur reine Akkorde erklingen zu lassen.
Ich habe für das Intro drei Akkorde genutzt. C-Dur, D-Moll und G-Dur. Und
Ich habe es geschafft, dass alle diese drei Akkorde komplett rein erklingen.
Also dass wirklich jede Terz, die erklingt, genau fünffiertelmal die Grundfrequenz
ist und dass jede Quinte, die erklingt, genau das dreihalbefache ist.
Und dafür musste ich allerdings wirklich gucken, welche Töne brauche ich.
Ich brauchte zum Beispiel den Ton G als Quinte in meinem C-Akkord und brauche
ich als Grundton in meinem G-Akkord.
Und den Ton D brauchte ich auch doppelt.
Das heißt, wenn ich einmal vom C ausgehend meinen C-Akkord mit C,
E und G reingestimmt hatte, dann musste ich von dem G ausgehend mein G-Akkord rein stimmen.
Und dann musste ich von dem D, was der G-Akkord verwendet, das D-Moll rein stimmen.
Und dann hatte ich alle sieben Töne, die ich brauchte, also alle sieben weißen
Tasten sozusagen, durch reine Stimmungen, sodass D-Moll, G-Dur und C-Dur rein erklingen können,
gestimmt und habe sozusagen so eine eigene Eigenraum-Tonleiter-Stimmung erzeugt,
mit der diese drei Akkorde reinklingen können.
Thomas Kahle
Okay, kurz noch mal so, also Akkord, ich mache noch mal, gehen wir kurz die
Definition durch, soweit ich es verstanden habe. Akkord bedeutet,
drei Töne klingen gleichzeitig.
DorFuchs
Mehrere Töne klingen gleichzeitig. Im Jazz klingen auch gerne mehr als nur drei
Töne. Aber ja, die einfachsten Akkorde sind drei Töne.
Thomas Kahle
Bei dir war es jetzt drei Töne?
DorFuchs
Ja, hier waren es jetzt immer drei Töne.
Thomas Kahle
Okay, und dann, also Dur und Moll, weiß ich auch noch nicht, was das ist.
Also sozusagen, so welche drei, in welchen Abständen, die sind da,
gibt es sozusagen einen tiefsten. Bei jedem Akkord gibt es einen tiefsten.
Und dann gibt es noch, sagen wir, in unserem Fall jetzt, gibt es ja drei Töne, noch zwei weitere.
Und die haben definierte Abstände. Also du hattest ja sozusagen von Terz,
was war Terz nochmal, fünf Viertel?
DorFuchs
Es gibt die große und die kleine Terz, das sind die Abstände fünf Viertel und
sechs Fünftel, wenn ich als reine Intervalle betrachte.
Thomas Kahle
Okay, und dann hattest du deine, du hattest jetzt von den Akkorden,
jeder Akkord sind drei Töne, hattest du drei ausgewählt, wo bei dem einen der
unterste Ton gleich dem obersten Ton von dem anderen ist.
DorFuchs
Ja. Also warum ich diese drei ausgewählt habe, das habe ich mir von der OEAS-Folge inspirieren lassen.
Da komme ich jetzt auch gleich noch drauf, aber um nochmal den Akkord jetzt
klar zu machen. Wir denken nochmal in reinen Intervallen.
Und jetzt ist nämlich das Spannende.
Weißt du noch, was jetzt die große Terz und die kleine Terz waren?
Oder was generell Terzen?
Thomas Kahle
Groß ist mal fünffiertel.
DorFuchs
Rechnet die Frequenz. Ja.
Thomas Kahle
Klein ist mal sechs Fünftel, rechnet die Frequenz.
DorFuchs
Und das sind jeweils Frequenzen, die auch in den Obertönen auftauchen,
die man in der Natur sozusagen wiederfindet, in jeder schwingenden Seite.
Und auch wenn ich irgendwo reinpuste und ein Blasinstrument spiele,
dann schwingen auch Obertöne mit.
Da habe ich auch noch ein kleines Easter Egg, dann eine schöne Aufnahme von
meinem Zähneputzen, wo man die Obertöne hören kann.
Jedenfalls. Und das ist nämlich auch, wo wir schon meinten, historisch die Seiten
waren schon irgendwie 4.000, 5.000 vor Christus, Was ja noch viel länger als
eine schwingende Seite da ist, seit Menschen kommunizieren ist,
dass unser Hals Stimmbänder vibrieren. Das sind ja auch schon schwingende Seiten.
Und dass das dann auch noch durch unseren Rachen irgendwie als Raum,
als Luftsäule vibriert.
Und da schwingen auch schon Obertöne seit Beginn der Menschheit mit.
Ja, ich wollte noch darauf hinaus, wenn ich jetzt meine Terzen nehme,
also die 5 Viertel und die 6 Fünftel und die mal hintereinander stimme,
also ich gehe eine Terz weiter mal 5 Viertel,
eine große Terz und dann noch eine kleine Terz weiter, also mal 6 Fünftel.
Was kommt da raus? Was ist 5 Viertel mal 6 Fünftel?
Thomas Kahle
6 Viertel, bekannt als 3 Halbe.
DorFuchs
Richtig, auch bekannt als Quinte. Genau, eine Quinte erreiche ich dadurch,
dass ich eine große Terz und eine kleine Terz hintereinander gehe oder auch
dadurch, dass ja die Produkte kommutativ sind, wenn ich erst eine kleine Terz
und dann eine große Terz mache.
Und ob ich erst große Terz, kleine Terz mache, um zur Quinte zu kommen oder
kleine Terz, große Terz, um zur Quinte zu kommen, das eine nennt man Dur,
das andere nennt man Moll.
Thomas Kahle
Etta.
Mein, endlich.
DorFuchs
Endlich sagt es mal jemand.
Thomas Kahle
Das ist wirklich ehrlich jetzt.
Das ist nicht gespielt. Ich habe es jetzt zum ersten Mal verstanden.
Also mein Musiklehrer, jetzt habe ich vergessen, wie der hieß,
der war schon ziemlich alt und es ist schon ziemlich lange her,
der hat es nicht geschafft in all diesen Jahren.
Manchmal muss man ja auch einfach bereit sein für die Erklärung.
Wahrscheinlich habe ich diese Erklärung schon zehnmal gehört,
aber ich war noch nie bereit. Also danke dafür.
Okay, also man hat eine Quinte und dazwischen hat man entweder fünf Viertel
von dem Grundton oder sechs Fünftel von dem Grundton als Unterteilung und diese
drei Töne zusammen sind ein Dur-Akkord oder ein Moll-Akkord.
DorFuchs
Genau, je nachdem, ob ich eben die kleine oder die große Terz unten habe und
dann ergibt sich von alleine eine große oder kleine Terz jeweils von dem Mittelton bis zur Quinte hoch.
Thomas Kahle
Sehr schön. Weißt du, das ist ja auch so ein bisschen schambesetzt,
man kann das ja auch gar nicht mehr zugeben.
Weißt du, in meinem Alter auf einer Mathematikkonferenz zuzugeben,
dass man das nicht weiß, das ist einfach auch peinlich.
Aber jetzt gebe ich es hier zu und ich freue mich, dass ich sozusagen hier an
meinen Defiziten arbeiten kann.
DorFuchs
Also ich habe als sehr mathematikbegeisterter und musikbegeisterter junger Mensch
und mittlerweile schon gar nicht mehr so junger Mensch diese Erklärung und der
Einfachheit mit sechs Fünfteln und Fünffierteln auch noch nie gehört.
Aber die findet man bestimmt auch an vielen Stellen, aber sie hat es nie den
Weg bis zu mir geschafft und scheinbar eben auch nicht bis zu dir.
Insofern freue ich mich, dass ich diese Erklärung jetzt hier in der Welt verbreiten kann.
Thomas Kahle
Sehr schön. Dann kannst du jetzt eigentlich im Prinzip noch mal sagen,
was du jetzt für drei Akkorde ausgewählt hattest. Also die eigenen Raumakkorde.
DorFuchs
Ja, genau. Also, ich mach's mal so, dass ich sage, wir haben jetzt einfach mal
unsere ... Ich spiel's mal temporiert an, damit's ... Es macht ja keinen Riesenunterschied.
Wir haben es schon festgestellt fürs geübte Ohr.
Macht's keinen Unterschied. Wir haben jetzt unsere sieben Töne mal durch Quinten-
und Rumspielerei gefunden oder auch auf Zwölftel beschränkt, wie auch immer.
Wenn ich jetzt einfach sage, nämlich ich überspringe jeweils,
ich nehme eine weiße Taste, überspringe eine, gehe zur nächsten,
überspringe eine, gehe zur nächsten, da kommt genau so ein Akkord raus.
Also ein Dur-Akkord, wenn ich das vom C ausgehend mache oder wenn ich es vom
D ausgehend mache, sozusagen den zweiten Ton der Tonleiter nehme,
da kommt ein Moll-Akkord, D-Moll raus. Wenn ich den dritten Ton nehme, E-Moll.
Wenn ich vom vierten Ton ausgehend jeweils eine Taste überspringe, F-Dur.
Vom fünften ausgehend ist es dann G-Dur und vom sechsten ausgehend A-Moll.
Vom siebten ausgehend macht das mit den weißen Tasten dann wieder Probleme.
Da kommt dann was anderes raus, aber dann wieder vom achten ist ja wie vom ersten
ausgehend einfach nur eine Oktave.
Und das sind nämlich auch diese Tonstufen, die man dann, da gibt es auch das
Nashville-Zahlensystem.
Wenn die Musiker miteinander spielen wollen und sich noch nicht ganz sicher sind, welche Tonart.
Also Tonart heißt es dann, gewählt wird, weil vielleicht der Sänger sagt,
das ist mir zu hoch, mach es mal ein bisschen niedriger, kann man trotzdem dann
einfach sagen, wir spielen 1, 4, 5, 1.
Das wäre dann im Nashville-Zahlensystem von 1 der 1. Akkord,
4 der 4. Akkord, 5 der 5. Akkord und 1 der 1.
Und das kenne ich auch unter Musikern, dass man mal einfach im Nashville-Zahlensystem
sagt, Der Song macht hier so eine 2-5-1-Verbindung, das ist sozusagen 2-5-1.
Das hat man im Jazz ganz häufig. Das ist so ein schöner Schlusspunkt.
Man baut so ein bisschen Moll-Spannung auf.
Und diese Durchspannung von der 5, die löst sich irgendwie immer schön runter.
Zur Tonika nennt man dann oftmals die Grundtonart.
Jedenfalls gibt es das Nashville-Zahlensystem, mit dem ich sozusagen die Zahlen
vor allem von 1 bis 6 direkt in Akkorde übersetzen kann.
Und jetzt habe ich mir die allererste OEIS-Folge hergenommen und mir zum Ziel
gesetzt, dass das die Zahlen der Akkorde im Nashville-Zahlensystem werden.
Thomas Kahle
Aha, okay.
DorFuchs
Genau, wenn man jetzt mal die OEIS-Folge 00001 hernimmt, dann ist das wohl die
Anzahl der endlichen Gruppen von dieser Ordnung.
Thomas Kahle
Ah, ja, stimmt, stimmt. Das hatte ich ja auch schon mal recherchiert auf dem
Eigenraum-Mastodon-Kanal. Hatte ich mal die ersten paar vorgestellt.
Okay, endliche Gruppen.
DorFuchs
Genau, also die Anzahl der endlichen Gruppen und die ist wohl halt auch erstmal,
also am Anfang noch null. Es gibt ja wohl, ich weiß nicht, ob die dann,
gibt es eine Ordnung der Gruppe 1, äh, eine Gruppe der Ordnung 1?
Thomas Kahle
Ja, die nur das Neutralelement hat.
DorFuchs
Genau, nur das Neutralelement. Das hat ja schon alles, was eine Gruppe braucht.
Da kann man Plus und Minus rechnen, wie man will und kommt halt immer zum Neutralelement.
Und dann gibt es auch nur eine Gruppe von der Ordnung 2.
Da habe ich auch nicht mehr Wahlmöglichkeiten, als dann 1 plus 1 gleich 0 zu
setzen, damit die 1 ein Neutralelement hat.
Thomas Kahle
Immer wenn du eine Primzahl ...
DorFuchs
Äh, ein Inverses-Element hat.
Thomas Kahle
Primzahlordnung hast.
DorFuchs
Ja, genau. Jedenfalls, ich habe gerade die OIS-Folge gar nicht direkt vor mir.
Thomas Kahle
Bei drei ist auch eine Primzahl, kommt auch eine Eins.
DorFuchs
Ja, und bei vier kommt eine Zwei. Genau. Und das ist dann nämlich so,
dass ich sozusagen die ersten drei Male für die Eins, Zwei und Drei die Eins
nur eine Gruppe habe und beim vierten Mal taucht es darauf, dass es zwei Gruppen gibt.
Deswegen fängt die OIS-Folge mit Eins, Eins, Eins, Zwei an.
Und deswegen beginne ich in meinem Intro mit Eins, Eins, Eins,
1, 2, also C, C, C, D-Moll.
Und Moll wird es einfach, weil im Nechville-Zahn-System die zweite Stufe eine
Moll-Stufe ist, weil das eben mit den weißen Tasten abgezählt dann eben gerade Moll trifft.
Genau. Und wenn ich das jetzt nacheinander mache, dann könnte ich einfach durchgehen
und dann habe ich mal Einsen, mal Zweien und mal Fünfen dabei.
Und ich habe es halt vor allem gewählt, weil ich schon gesehen habe,
ach ja, wenn ich das so im Viervierteltakt durchzähle und immer mal Viere abzähle,
dann komme ich irgendwo hinten auch auf so eine schöne erst eine Fünf und dann eine Eins.
Und das war so ein Moment, wo ich quasi schon für mich als Musiker wusste,
ach, wenn hier eine Fünf und dann eine Eins kommt, im Nashville-Zahlensystem
heißt das, der Fünf-Akkord und dann der Eins-Akkord, das ist ein schönes Songende.
Die 5 baut immer so ein bisschen Spannung auf, die sich zur 1 gerne entlädt.
Das fühlt man so einfach dann.
Deswegen dachte ich mir, alles klar, die erste OAS-Folge, das nehme ich als
National-Zahlensystem.
Aber es ist ja vielleicht noch ein bisschen langweilig, wenn ich immer nur den
Grundton unten liegen habe, die Terz darüber und die Quinte wieder drüber.
Ich kann ja auch den Grundton einfach mal eine Oktave hochwerfen. Also statt mache ich.
Oder ich werfe dann nochmal den untersten Ton, was jetzt die Terz war,
nochmal eine Oktave hoch, dann habe ich Und wenn ich wieder den unteren Ton
nehme, eine Oktave hochwerfe, komme ich wieder auf den gleichen Akkord,
nur in meine Oktave versetzt.
Das nimmt man dann auch sehr einheitlich standardisiert die erste Umkehrung
und die zweite Umkehrung.
Also ich habe Grundstellung, erste Umkehrung, zweite Umkehrung und dann wieder Grundstellung.
Das Gute war nämlich, dass die zweite OEAS-Folge fast nur eins und zwei hat.
Und das habe ich dann jeweils genutzt, um mich bei jedem Akkord,
den ich schon als C, D oder G festgelegt hatte, C-Dur, D-Mol,
G-Dur, durch die OEAS-Folge 1, dann in der OEAS-Folge 2 habe entscheiden lassen,
was davon in der ersten und was davon in der zweiten Umkehrung gespielt wird.
Sodass sich dadurch dann auch eine gewisse Melodie ergibt.
Thomas Kahle
Oh, also quasi als binäres Muster da drüber gelegt sozusagen.
DorFuchs
Genau, also man hätte sogar die Möglichkeit gehabt, sogar noch eine 3 zu verarzten
als dritte Umkehrung sozusagen.
Wobei ich jetzt sogar noch mal nachgucken muss. Ich habe nämlich auch noch die
OAS-Folge 3 mit eingebaut.
Und die OAS-Folge 3, die hat sogar auch manchmal eine 3 mit drin gehabt am Anfang.
Aber nee, die habe ich nicht für die Umkehrungen genommen.
Thomas Kahle
Ja, da kam eine 3 irgendwie nach so, ja, nach einer Weile, irgendwie bei Stelle 10 oder so.
DorFuchs
Ja, genau, so irgendwie so 10. 12. Stelle ist dann mal eine 3.
Die zweite OES-Folge habe ich als die Anzahl der Umkehrungen,
die ich jeweils verwende, genutzt.
Thomas Kahle
In der OES-Folge 1 würde dann irgendwann eine 14 kommen. Da würdest du dann
mit deinem Nashville-System in Probleme kommen?
DorFuchs
Ja, im Prinzip könnte man ja auch im Nashville-System alles Modulo 12 betrachten
und hätte dann die 14 einfach wieder als 2.
Aber das ist sehr unüblich. Also eigentlich funktioniert Nashville nur von 1
bis 6. Wenn ich einem Musiker sage, spiel mal hier die Nashville 1,
4, 5, dann wisst ihr, was zu tun ist.
Wenn ich dem sage, spiel mal die Nashville 14, dann hört die Intuition wieder auf.
Thomas Kahle
Ja, okay, ja, super cool. Wollen wir es jetzt nochmal im Ganzen hören oder so?
DorFuchs
Wir hören erstmal jetzt die eine Spur, die sich daraus ergeben hat, dass ich, wie gesagt,
reine Stimmung für alle drei Akkorde, die ich brauchte, finden konnte und dass
ich die jeweiligen Umkehrungen anhand von der OAS-Folge 2 genutzt habe und den
jeweiligen Grundton anhand von der OAS-Folge 1 festgelegt habe und das hatte ergeben folgendes.
Also hat schon fast was Musikalisches.
Thomas Kahle
Ja.
DorFuchs
Und ich habe dazu auch noch einfach mal einen Bass sozusagen ein bisschen mehr
Wumms machen lassen, indem ich die Grundtöne dieses C, D und G immer doppelt
gespielt habe, damit es mehr Rhythmus gibt.
Und dann habe ich beim Bass mich dazu entschieden, auch nicht nur reine Sinusschwingungen zu nehmen.
Also die gerade gehörten Akkorde waren, ach so, waren die überhaupt reingestimmt?
Das muss ich noch mal kurz gucken, ob ich jetzt hier die Stimmung währenddessen verändert habe.
Ich entschuldige mich, das war gerade jetzt nicht reingestimmt,
sondern temperiert gestimmt.
Ich spiele es nochmal reingestimmt ab und bin mal gespannt, ob irgendjemand
den Unterschied feststellen kann.
Also gerade bei dem länger gehaltenen Schlussakkords kann ich manchmal,
wenn ich genau drauf höre, noch eine Schwingung hören oder jetzt in dem Fall
keine Schwingung mehr, weil es reingestimmt war.
Aber davor habe ich auch keine Chance zu entscheiden, ob das reingestimmt ist oder nicht.
Deswegen stört es eben auch nicht, diese Temperierung vorzunehmen und alles
einfach auf zwölf Töne im gleichen Abstand auf der logarithmischen Skala festzulegen,
weil diese Unterschiede in den Intervallen nicht so krass sind,
dass die wirklich den Musikfluss beeinflussen.
Aber wenn ich jetzt auch im Bass mal nicht nur reine Sinuswellen nehme,
sondern noch die Obertöne drüber lege, hat das noch ein bisschen mehr Charakter.
Das liegt noch drunter und reichert das Ganze einfach noch ein bisschen an mit
exakten Obertönen, jetzt auch exakt die ganzzelligen vielfache oder die natürlichen
vielfachen Verhältnisse drüber gelegt.
Thomas Kahle
Okay, also es ist alles komplett mathematisch definiert, welche Schwingungen
jetzt einfach abgespielt werden sollen.
DorFuchs
Genau, das Ganze ist komplett clean mathematisch mit reinen Sinusschwingungen.
Ich habe, also es ist nicht so, dass wenn ein Ton kommt, einfach nur von Null
auf volle Sinusschwingung gegangen wird.
Sonst würde es so ein Klicken geben, weil sozusagen ja auch die Differenzierbarkeit
nicht mehr gegeben ist, wenn ich auf einmal losschwinge und von Null komme.
Deswegen ist es noch so eine kleine irgendwie 0,05 Sekunden,
in der der Ton langsam in der Lautstärke ansteigt.
Und wenn er losgelassen wird sozusagen als Note, fällt er nicht sofort auf Null
zurück, sondern fadet langsam wieder aus.
Das hat man so eine Hüllkurve, die man da so im zeitlichen Verlauf drüber legt.
Und dann habe ich aber ja auch noch so eine schöne Q-Glocke eingebaut,
weil ich Lust auf Q-Glocke hatte und weil ich noch die OAS-Folge 3 reinpacken wollte.
Die dritte OAS-Folge, ich weiß auch gar nicht mehr genau, was die bedeutet,
die war auch mathematisch mir nicht so ganz offensichtlich erschließbar.
Thomas Kahle
Auf Classes of Primary Positive Definite Binary Quadratic Forms of Discriminant minus 4n.
DorFuchs
Ja, jedenfalls fängt die eben mit 1, 1, 1, 1, 2, 2, 1, 2, 2, 2, 3, 2, 2 an.
Und dann habe ich mir gedacht, das nehme ich einfach als jeweils die Anzahl
der Viertelnoten, die ich den Ton halte.
Also eine Viertel, eine Viertel, eine Viertel, eine Viertel,
dann zwei Viertel lang den Ton lassen, dann zwei Viertel.
Also sozusagen eine ganze Viertel oder eine halbe Note, nimmt man dann auch
eine zwei Viertel lange Note. Und wenn ich das einfach nacheinander als so eine
Art Rhythmus verstehe, wo mir gesagt wird, wie viele Schläge wartest du,
bis der nächste wiederkommt, dann ergibt sich halt gerade dieser Rhythmus.
Genau, also so ein bisschen, am Anfang hört man die ganzen Einsen als da, da, da, da, da, da.
Und wenn dann Pausen dazwischen kommen, sind das die Zweien,
die für jeweils eine etwas längere Pause sorgen. Und eine Dreie macht sogar
noch eine etwas längere Pause.
Und das ist schon relativ wild und jetzt kein krass musikalisches Muster.
Aber eben bei sowas wie einer Kuhglocke hat man dann als vielleicht ein bisschen
musikerfahrener Mensch dann eben, weiß man, okay, wenn der Rhythmus so ein bisschen
versetzt kommt in der Percussion, das kann sich ganz gut ergänzen.
Und deswegen klingt das dann wie folgt.
Thomas Kahle
Ja, super cool.
DorFuchs
Und um es dann einfach noch fetter zu machen, habe ich dann einen ganz stumpfen,
nicht mehr auf OEIS folgenden Rhythmus einfach noch drüber gelegt mit Drums.
Der läuft dann einfach noch drüber, um das ganze Intro fertig zu machen.
Das hat mein Musiklehrer immer den 50-80-Spiel genannt, weil man da eben so
auf 60 so richtig schön 50-80 als 50-80 sagen kann.
Und das klingt aber eben wie so Buf, tsch, dach, buf, tsch, dach, 50, 80, 50, 80.
Also man macht im Prinzip immer abwechselnd Bassdrum, so ein Buf,
und dann ein Hi-Hat, dann die Snare-Drum, und dann wieder Hi-Hat.
Buf, tsch, tsch, buf, tsch, 50, 80, 50.
Und das ist halt einfach ein Groove, von dem ich weiß, der sorgt für Stimmung.
Thomas Kahle
Der sorgt für die richtige Eigenraumstimmung.
DorFuchs
Genau.
Thomas Kahle
Ja, super cool. Also vor allen Dingen, das jetzt so zu verstehen, woraus das besteht.
Also das finde ich, das öffnet mir quasi eine neue Welt.
DorFuchs
Ja, vor allem dann zu wissen, Dur und Moll sind einfach nur so schöne Frequenzverhältnisse,
sechs Fünftel und fünf Viertel.
Und wenn ich die multipliziere, kommt drei Halbe raus und deswegen funktioniert
da so ein Dreiklang so schön aus diesen Intervallen.
Thomas Kahle
Und sag mal, die Kuhglocke, also die produziert irgendwie ein Spektrum und da
habe ich jetzt als eigentlich einzige Gestaltungsmöglichkeit, habe ich den Abstand mit,
zeitlichen Abstand, wann ich diesen Ton erzeuge. Also wie bei einer Trommel sozusagen.
Da kann ich ja nicht verschiedene Töne spielen, sondern ich spiele einen Ton
und der Ton ist auch nur, ich habe auch keine Möglichkeit, die Dauer des Tons zu verlängern.
DorFuchs
Nee, genau.
Thomas Kahle
Ich spiele das Instrument einmal an, ich haue einmal drauf oder Glocke einmal
da mit der Glocke und dann ist es wie ein Sample sozusagen und dann habe ich
eben diese, das ist der Rhythmus.
Während bei den anderen Instrumenten habe ich immer noch die Möglichkeit einzustellen,
welchen Ton spiele ich und wie lange spiele ich diesen Ton.
DorFuchs
Richtig.
Thomas Kahle
Das ist dann auch nochmal ein ganzer Bereich, wie man es jetzt kombiniert,
sozusagen Rhythmus mit Instrumenten.
DorFuchs
Genau, die meiste Zeit haben wir heute sozusagen nur über eine Frequenz geredet,
die so lange, wie man will, einfach gehalten werden kann.
Aber natürlich gibt es noch ganz viel Musik, die dann stattfindet,
wenn ich nicht nur auf eine kleine Zeiteinheit gucke, die immer nur wiederholt
wird, sondern wenn ich eben gucke, was mache ich, während die Zeit voranschreitet.
Das ist dann nochmal eine Welt für sich.
Thomas Kahle
Ja, super interessant. Ich glaube, das machen wir dann in der nächsten Folge, der nächsten Stunde.
Also mir raucht schon ein bisschen der Kopf von den ganzen Erkenntnissen.
Die muss jetzt so ein bisschen, wir haben auch gut Zeit gefüllt.
DorFuchs
Ich wollte nur sagen, ich habe noch eine Möglichkeit bei der Q-Glocke genutzt.
Die erzeugt ja immer, wenn ich drauf schlage, irgendwie so eine gewisse Frequenz.
Ich habe ein Sample genutzt. Das ist auch immer exakt der gleiche Ton,
der da kommt, wenn es angespielt wird.
Und die eine Frequenz, die da hauptsächlich bei der Q-Glocke kam,
übrigens so Glocken erzeugen nicht unbedingt die gleichen Obertöne.
Also bei Glocken, im Glockenklang kann durchaus mal ganz wilde andere Obertöne
haben im Vergleich zu diesen Vielfachen der Frequenz.
Jedenfalls habe ich bei der Kuhglocke noch das ein bisschen runtergestimmt,
das eine Sample, was ich hatte, damit die Frequenz, die die Kuhglocke macht,
sich schön in die reinen Stimmungen, zu den reinen Stimmungen passt,
die ich vorher gewählt hatte.
Thomas Kahle
Okay. Was hast du so für...
Das meiste ist, okay, du hast eine Gitarre, aber das meiste ist schon digital.
Also man kann jetzt auch so die Töne von verschiedenen Instrumenten kannst du
jetzt auch digital erzeugen.
Also die Q-Glocke ist ein Sample.
Bedeutet das, dass es mal irgendwann aufgenommen wurde oder wurde das auch schon
sozusagen digital zusammengestellt, dass es so klingt wie eine Q-Glocke?
DorFuchs
Da gibt es beide Sachen und ich habe mir mal so von meinen ersten YouTube-Einnahmen
mal so eine große Sample-Bibliothek von Native Instruments Complete 10 mir gekauft.
Und da gibt es dann mehrere Drum-Sets, wo teilweise wirklich in einem Studio
mal ein Drummer da saß und nacheinander alle Töne gespielt hat,
auch in verschiedenen Intensitäten.
Und das sind dann teilweise wirklich viele hundert Gigabyte,
die da auch mal so für einen einzelnen Flügel, der da hochwertig aufgenommen
wurde, damit eben wirklich, man hat ja bei akustischen Instrumenten ganz viele
Effekte, die man teilweise dann gar nicht wieder reproduzieren kann.
Wenn ich zum Beispiel bei einem Flügel ein paar Tasten sanft abdrücke,
sodass die Hämmer zurückgehen, aber die Saiten gar nicht angeschwungen wurden
und dann einen tiefen Ton laut drücke, dann fangen die Saiten,
die nicht abgedämpft sind an, mit zu schwingen.
Das ist natürlich wahnsinnig schwierig jetzt mit einem MIDI-Keyboard,
wenn ich die Tasten leicht gedrückt habe und dann eine tiefe Taste drücke,
dass dann die Samples irgendwie erkennen, welche Tasten.
Also irgendwann hört es dann auf, dass man die akustischen Instrumente nicht
eins zu eins nachbauen kann. Aber es gibt viele Leute, die da sehr große Mühen
schon reingesteckt haben.
Akustische Instrumente somit. Ich drücke mein Pedal und man hört sowas,
wie wenn das Pedal an einem echten Instrument gedrückt worden wäre,
dass die Seiten leicht darauf anspringen.
Solche Effekte kann man alle teilweise mit in den Samples abbilden,
hat dann aber riesige Bibliotheken.
Die einfachsten sind natürlich die, die einfach pro Taste einen Ton gesampelt
haben und den vielleicht noch, je nachdem, wie stark man die Taste drückt,
noch in verschiedener Lautstärke wiedergeben und das war's.
Aber zum Beispiel ein gutes Klaviersample hat schon, wenn ich die Taste sanft
drücke, einen anderen Klang, als wenn ich sie hart drücke, weil der Ton dann auch irgendwie ...
Thomas Kahle
Ja, hat man so eine kombinatorische Explosion. Also alle möglichen Arten,
die Tasten zusammenzudrücken, zu halten, schnell zu drücken,
muss man alles dann einzeln samplen.
DorFuchs
Genau, genau. Und irgendwie hat man dann zumindest pro Taste vielleicht mehrere
Stufen gesampelt, dass das in verschiedenen Lautstärken erklingen kann.
Und davon habe ich halt dann viele Sachen. Und ich habe jetzt eine Q-Glocke
genommen, die wirklich akustisch mal eingespielt wurde, wo jemand draufgehauen hat.
Ich habe sogar beim Bearbeiten gemerkt, wenn ich die Intensität mal hoch und
mal runter stelle, ändert sich sogar auch die Tonhöhe, weil derjenige wirklich
in verschiedenen Intensitäten draufgeschlagen hat und dadurch verschiedene Frequenzen erzeugt hat sogar.
Und nicht nur das eine Sample in der Lautstärke angepasst wurde.
Thomas Kahle
Also in der Software ist es ja jetzt sozusagen so implementiert, dass die,
dann in der Bibliothek nachguckt, ohne dass du damit irgendwie zu tun hast,
welches Sample das ist. Ich drücke einfach nur.
DorFuchs
Wie ich es gerade fühle, oder ich stelle einfach verschiedene Werte für die Lautstärke ein.
Und die Software guckt dann, welches Sample passt zu dieser Lautstärke,
wie muss ich das vielleicht sogar noch verändern, damit es gut klingt.
Und es gibt wohl auch viele Q-Glockensounds, die dann elektronisch erzeugt werden,
wo teilweise vielleicht sogar von Null aufgehend, von Sinusschwingungen und
was weiß ich nicht, so ein Q-Glocken-artiger Sound zusammengemischt wird.
Und dann natürlich ganz viele Mischformen, wo man sagt, Ich habe vielleicht
was akustisch Aufgenommenes und lasse also ein paar Filter drüber laufen und
verändere das noch irgendwie elektronisch, sodass dann irgendwas rauskommt,
was wie eine Kuhglocke mehr oder weniger klingt und eben bestimmte Richtungen
einnimmt, sodass ich das dann musikalisch platzieren kann, wie es sich gut anfühlt.
Thomas Kahle
Okay, ja, super spannend. Vielleicht hast du noch einen Tipp für,
wenn man jetzt einfach experimentieren will selbst und ohne jetzt große Investitionen,
was ist so dein Nummer eins Tipp zum Anfang?
Also wenn man einfach da so ein bisschen die Übungsaufgaben zur heutigen Folge nachspielen möchte.
DorFuchs
Also für alle Puristen, die mit reinen Sinusschwingungen und Frequenzverhältnissen
einfach mal spielen wollen, weiß ich gar nicht, welche Tools sich da am besten eignen.
Ich habe es tatsächlich mal so gemacht, dass ich einem der großen Sprachmodelle
von heutzutage einfach gesagt habe, baue mir mal im Browser eine HTML-Seite,
wo ich verschiedene Frequenzen eingeben kann und diese dann hören kann.
Und als ich das gesagt hatte und auch vielleicht noch ein paar Iterationen drüber
zu sagen, ja, mach da direkt einen An-Ausschalter dran und was weiß ich nicht,
konnte ich tatsächlich einfach im Browser schnell mir innerhalb von wenigen
Minuten eine HTML-Seite zusammenzimmern, wo ich einfach nur eine Frequenz eingeben
kann oder auch ein Frequenzverhältnis eingeben kann, habe ich dann mitgesagt, dass ich das haben will.
Und so konnte man mal reine Sinuswellen erzeugen und nebeneinander hören.
Das ist sozusagen dieses, wer wirklich als Purist von null die Musik entdecken möchte.
Und für alle anderen ist schon meine Empfehlung, wenn man da so musiktheoretisch
irgendwas machen will, sich ein echtes Instrument irgendwo zu suchen.
Also ich komme jetzt aus vielen Haushalten, wo irgendwie eine Gitarre oder ein Klavier zu finden ist.
Ich hoffe, dass da auch die meisten Zuhörer etwas bei sich haben oder zumindest
dann irgendwie bei den Eltern, Großeltern, Schwestern, Brüdern,
Cousins, Cousinen irgendwie die Möglichkeit haben, mal ein Instrument in die Hand zu nehmen.
Und dann ist meine erste Empfehlung, wenn man zum Beispiel jetzt eine Gitarre
oder irgendein Seiteninstrument in die Hand bekommt.
Vielleicht mal damit anzufangen, einfach nur eine Saite anzuschlagen.
Und dann halt mal zum Beispiel genau die Hälfte der Saite sich zu suchen und
an dieser Stelle den Finger draufzulegen und abzustoppen und dann das erklingen zu lassen.
Oder eben sich genau bei einem Viertel und beim Drittel der Strecke die Töne zu suchen.
Und ansonsten, um einfach ein Gespür für Töne und sowas zu finden,
einfach mal sich eine Melodie herzunehmen.
Und die zu versuchen, auf der einen Seite zu spielen, indem man einfach nur
den Finger hoch und runter auf einer Seite nimmt.
Da kriegt man auch so ein Gespür dafür, wie weit sind Töne voneinander entfernt
und wie weit sind die weg.
Also wenn man jetzt, keine Ahnung, ich gehe mit meiner Laterne halt so versucht, ich gehe...
So, habe ich jetzt einfach nur durch Rumsliden gefunden.
Thomas Kahle
Wie die Melodie geht. Ja, es ist eigentlich wie bei Mathe oder wie bei vielen Sachen.
Also Erfahrungen sammeln, ja genau. Also so wie man, nur wenn man ein Instrument
hat und so wie man ein Instrument hat, kann man halt anfangen,
diese Erfahrungen zu sammeln. Und aus dieser Erfahrung ergibt es sich dann.
Also man darf halt auch nicht zu viel theoretisieren und das einfach machen,
ist vielleicht der Tipp.
DorFuchs
Und ich habe noch eine schöne Sache, die man beim Obertöne raushören üben kann
oder sogar Obertöne selbst erzeugen.
Zum Beispiel der Unterschied zwischen einem U und einem Ü.
Das ist die gleiche Grundfrequenz und die unteren Frequenzen stimmen fast komplett überein.
Ich habe extra auch sogar mal ein U und ein Ü mal eingesprochen und das Spektrogramm mir angeguckt.
Also wo sozusagen auf der X-Achse
die Zeit läuft und auf der Y-Achse die jeweiligen Frequenzen da sind.
Und dann die Frequenzen, die zu dem Zeitpunkt lauter sind als andere,
heller sind und andere dunkler. und dann sieht man wirklich,
wenn ich von U zu Ü langsam wechsle, also U U,
Da schwingt so ein Oberton mal mit und mal nicht. Das kann jeder mal für sich
probieren, einfach mal zu sagen.
Oder auch zwischen M und N.
Das ist interessant, ja. Da verändern sich nur Obertöne und die Basis von den
Grundfrequenzen bleibt gleich.
Thomas Kahle
Warte mal, es war doch noch irgendwas mit der Zahnbürste.
DorFuchs
Genau, und das ist jetzt mein letzter Tipp sozusagen. Ich habe beim Zähneputzen
dann immer mal mir gedacht, Also elektrische Zahnbürste mache ich an,
dann habe ich immer die gleiche Grundschwingung, die in meinem Mund passiert,
ohne dass ich jetzt meine Stimmbänder beanspruchen muss.
Und dann habe ich beim Zähneputzen gemerkt, na gut, wenn ich natürlich den Mund
auf oder zu habe, klingt das ganz verschieden, mal gedämpft und mal kommt alles raus.
Das Dämpfen ist auch häufig so, dass hohe Frequenzen weggefiltert werden und
dann die tiefen Frequenzen durchkommen. Deswegen klingt auch so,
wenn man neben der Disco steht, der Bass noch mit, aber die Höhen dann nicht mehr.
Und ich kann aber auch, wenn der Mund offen ist, die Mundöffnung halt mal irgendwie
so verschieden weit öffnen und in verschiedenen Formen öffnen.
Und als ich da langsam damit gespielt habe, beim Zähneputzen meinen Mund verschieden
aufzumachen, konnte ich dann verschiedene Obertöne drin hören.
Und da habe ich jetzt mal noch eine Aufnahme gestern Abend beim Zähneputzen
gemacht, wie ich verschiedene Obertöne erzeuge.
Und vielleicht ist jetzt die Aufgabe für dich, vielleicht erkennst du das Lied,
was ich hier gespielt habe beim Zähneputzen. Ich spiele es mal ab.
Ich weiß nicht, wie sehr man das gehört hat, wenn man nicht schon weiß,
worauf man achten musste.
Thomas Kahle
Es ist schwierig. Also Smells Like Teen Spirit war es wahrscheinlich nicht.
DorFuchs
Nee, das war, ich gehe mit meiner Laterne. Ich habe noch mal einmal die gleiche
Aufnahme, wo ich die Grundfrequenz ein bisschen rausgefiltert habe und dann
die oberen Töne vielleicht noch präsenter sind. Und man muss hören auf so ein...
Das ist dann hier.
Ja, also da kann man, wenn man gut drauf hört, ich gehe mit meiner Laterne.
Thomas Kahle
Ein schwierig zu meisterndes Instrument, würde ich mal sagen.
DorFuchs
Ja, die Zahnbürste ist ein schwierig zu meisterndes Instrument.
Ich versuche noch weiter zu üben und vielleicht auch das Ganze noch besser nachzubearbeiten,
dass dann das, worauf man achten muss, besser rauskommt.
Aber die Melodie von Ich gehe mit meiner Laterne bietet sich nämlich dadurch
an, dass das immer mit innerhalb von der Oberton-Skala sozusagen verschiedene
Betonungen der Obertöne sind genau die Frequenzen,
die ich für die Melodie von Ich gehe mit meiner Laterne brauche.
Bis auf einen Ton, den ich dann damit auch nicht treffen kann,
weshalb es dann hinten raus ein bisschen schlecht wird, weil ich einfach nur
so ein bisschen versuche, was zu machen, was diesen Ton imitiert,
ohne dass der Ton mit erklingen kann.
Thomas Kahle
Wow, ja, also, Johann, vielen Dank. Es war wirklich Augen öffnet oder Ohren
öffnet, sollte ich sozusagen sagen, für mich.
Und ich werde das alles hier nochmal verarbeiten.
Und ich empfehle natürlich allen, deinen YouTube-Kanal zu abonnieren und durchzugucken.
Da ist ja schon einiges an Musik, was man sich anhören kann und anschauen kann.
Und Mathe lernen kann man auch noch dabei.
Es ist einfach alles, ist einfach das komplette Paket. Also guckt es euch auf jeden Fall an.
Ja, vielen Dank und ich hoffe, vielleicht können wir irgendwann nochmal einen
zweiten Teil machen oder so und dann auf den Jazz oder die elektronische Musik
oder den Rhythmus oder irgendwas eingehen.
Also mir hat es riesen Spaß gemacht.
DorFuchs
Beim Jazz, da fängt es an, dass die Jazzmusiker sich denken,
naja, die Quinte, die Dreihalbe, die gehören wie zum Grundton schon dazu.
Das bringt gar keinen neuen Charakter rein.
Ich mache jetzt noch die Septime dazu, also dann nochmal wieder ganz andere
Intervalle und dann hat man immer Grundton, Terz und Septime im Jazz und dann
hat man da wieder zwei Möglichkeiten, große, kleine Septime und dann explodiert
das wieder kombinatorisch in alle Richtungen.
Und eine Sache, die ich auch nochmal zumindest grob ansprechen wollte,
wir reden ja immer von diesen Obertönen, dass die halt immer das Zweifache,
Dreifache, Vierfache, Fünffache von der Frequenz in die mitschwingen,
aber das wird tatsächlich teilweise schwierig, gerade beim Klavier,
wenn man so eine ganz tiefe Taste drückt,
wenn es jetzt ein normales Standklavier ist, dann ist die Seite einfach nicht
lang genug, um physikalisch ordentlich schwingen zu können und musste dann irgendwie
ganz dick gemacht werden und ganz sanft gespannt werden, damit die noch diese
tiefe Frequenz schwingen kann.
Und dann stimmen langsam diese Obertöne, die mitschwingen, nicht mehr mit exakt
diesen vielfachen, ganzzeitigen vielfachen oder natürlichen vielfachen der Grundfrequenz überein.
Und dann klingt der Ton deswegen auch in sich schon nicht mehr so rein.
Und an einem Flügel klingt er noch reiner, weil beim Flügel die Seiten einfach
physikalisch länger sind.
Und deswegen ist wahrscheinlich auch zum Beispiel eine Harfe besonders rein
im Klang, weil dort die Seiten auch nicht so dick wie bei einer Gitarre gemacht
werden müssen, sondern einfach ganz lang gemacht werden bei einer Harfe.
Und dadurch sind auch Harfenseiten noch ganz zart, wenn man sie anguckt sozusagen schon.
Und deswegen klingt auch Harfe so rein, weil dort die Obertöne so schön konstant mitschwingen.
Und dadurch, dass beim Klavier, wenn ich jetzt konkreten Klavier stimme.
Die Obertöne nicht genau die ganzzeitigen Vielfache sind, muss ich als Klavierstimmer
sogar darauf achten, dass alle Seiten untereinander zu den Obertönen der anderen
Seiten auch noch passen.
Also das ist eine ganz hohe Kunst und das lässt sich dann nicht mehr ganz so
leicht mit mathematisch einfachen Modellen beschreiben.
Thomas Kahle
Es ist dann die Erfahrung. Ich meine, genau, also wie wir es auch schon festgestellt
haben, da dieses Komma anders aufzuteilen, der Erfolg gibt einem ja dann recht.
Man sitzt dann vor dem Instrument und sagt, das hört sich jetzt einfach richtig an.
DorFuchs
Genau. Und das Krasse ist halt, dass Musik irgendwie dann doch es schafft,
um zu dem Eingangszitat von Leibniz auch noch drauf zu kommen,
dass man einfach das hört und direkt fühlt, wie sich das anfühlt und nicht irgendwie
das Muster gar nicht auszählen kann, weil es zu schnell ist,
zumindest diese Schwingungen.
Manche Muster kann man der Musik ja schon zählen. Das ist ja auch dieses 1,
2, 3, 4. Da kann man vielleicht ein bisschen noch versuchen mitzuzählen.
Und wenn man es dann aber schafft, nicht mehr mitzuzählen, kann man auch die Musik mal genießen.
Das ist manchmal schon mein Problem, dass ich so oft Musik produziert habe und
drüber nachgedacht habe und mathematisch darauf gucke, dass wenn jetzt Musik
irgendwo läuft, ich direkt denke, ach krass, haben sie jetzt gerade einen Dreivierteltakt
eingeschoben, im Viervierteltakt, ja, und dann fange ich da an zu analysieren
und dann kann ich es nicht mehr genießen.
Aber das ist ja das Schöne, wenn man es dann schafft, die Musik auch einfach mal zu genießen.
Aber ich finde immer, je mehr man drüber gelernt hat, desto mehr kann man es
dann noch wertschätzen, was da alles bei einem selbst im Gehirn und im Kopf
und im Herzen passiert, wenn auf einmal Musik ertönt.
Thomas Kahle
Okay, ja, sehr schön. Ja, vielen Dank und bis bald. Tschüss.
DorFuchs
Ciao.
