Was lernt man eigentlich beim Spielen? Wir machen eine Genre-Tour von Wirtschaftssimulationen über Mastermind und Set, vorbei an Klima-Brettspielen und Citizen-Science-Puzzles, bis zum Turing-Tumble, dem mechanischen Computer aus Murmeln und Wippen, den Matthias mitgebracht und live vorgeführt hat. Zwischendurch streifen wir Cognitive Load Theory, Gamification, Spieledesign mit Friedemann Friese.
Aufgenommen vor Publikum in der Stadtbibliothek Magdeburg, wo man viele Spiele auch spielen und sogar ausleihen kann!
- Kirchhoff’s Revenge
- Gehirnjogging
- Roulette
- Mastermind
- Donald E. Knuth
- The Art of Computer Programming
- Set
- Kwatro
- e-Mission
- Keep Cool
- Keep Cool mobil
- Model United Nations
- CORRECTIV: Projekt G
- Microsoft Flight Simulator
- Zachtronics, TIS-100 Hacken spielen.
- BOB3
- J. Schell: The Art of Game Design: A Book of Lenses
- Friedemann Friese
- Funkenschlag
- 504
- BoardGameGeek
- ENTSO-E
- Foldit
- David Baker
- AlphaFold
- Demis Hassabis
- Galaxy Zoo
- Zooniverse
- SETI@home
- Turing Tumble
- Turing-Tumble-Simulator (ttsim)
- Tumble Together
- Magic: The Gathering
- Halteproblem
- Boole’sche Algebra
- Halbaddierer
- Alan Turing
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Fediverse-Reaktionen
Automatisch generiertes Transkript (nicht geprüft)
Thomas Kahle
So, wir wollen heute über Serious Games oder überhaupt über Spiele reden in
unserer heutigen Folge und wir sind live in der Stadtbibliothek.
Am besten ihr klatscht mal so ein bisschen, dann versuchen wir das so ein bisschen.
Ja, super, vielen Dank. Und in der Stadtbibliothek gibt es eine riesengroße
Spieleabteilung, die ist zwei Etagen weiter unten. Die können wir dann nachher
auch noch so ein bisschen testen, so die Bibliothek dann noch offen hat.
Ich glaube, sie hat bis um sieben offen.
Und was hast du denn zuletzt gespielt, Matthias? Nee, sag erst mal,
wer du bist, dann, was du gespielt hast und ob du dabei was gelernt hast.
Mathias Magdowski
Ich bin Matthias Magdowski, ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät
für Elektro- und Informationstechnik an der Autofrengeer Universität in Magdeburg.
Und ich habe als letztes tatsächlich, also meine Kinder sind schon so ein bisschen
größer, deswegen so Brettspiele kommen in meinem Alltag leider nicht mehr so richtig vor.
Ich habe als letztes ein Computerspiel gespielt und das hieß Kirchhoffs Revenge,
Kirchhoffs Rache. Kirchhoff ist ja der, nachdem die kirchhoffschen Sätze benannt
sind, Waschensatz und Knotensatz zur Netzwerkberechnung und ja,
in dem Spiel geht es darum...
Also im Prinzip so ein 3D-Spiel, wo man durch eine Welt läuft und man muss Rätsel
lösen, die irgendwie was mit Netzwerkberechnung zu tun haben in der Elektrotechnik.
Und habe ich da was gelernt? Ja, ich denke schon.
Also ich meine, eigentlich sollte ich ja so Sachen aus meinem Studium kennen
und aus den Lehrveranstaltungen und vielleicht habe ich nochmal ein bisschen
anders über so Sachen nachgedacht.
Oder, also ich glaube, in dem Spiel kann man dann so Rätsel auch einfach durch
Versuche und Irrtum, Trial and Error lösen. Und wenn man halt weiß,
wie es geht, kann man es natürlich auch versuchen auszurechnen.
Thomas Kahle
Aha. Also es ist schon ein Lernspiel. Also erstmal würde ich noch sagen,
auch Erwachsene dürfen spielen.
Also du darfst auch als Erwachsener noch spielen. Also auch wenn deine Kinder
schon älter sind, kannst du auch mit den Kindern spielen. Du kannst immer noch
weiterspielen. Und beim Spielen lernt man ja eigentlich immer was, oder?
Auch wenn die Spiele nicht dediziert dazu vorgesehen sind. Also man kann,
man kommt gar nicht drum rum. Oder fällt dir ein Spiel ein, wo man nichts lernt?
Mathias Magdowski
Nein, ich würde sowieso sagen, man kann nicht nicht lernen. Also irgendwas lernt man immer.
Thomas Kahle
Vielleicht ein Trinkspiel?
Mathias Magdowski
Das könnte sein.
Thomas Kahle
Könnte man vielleicht nichts lernen. Ansonsten sind ja viele,
wenn man ein Spiel spielt und versucht, irgendwie erfolgreich zu sein,
hat man ja eigentlich immer so einen Optimierungs- oder Strategieaspekt.
Man lernt zumindest was über das Spiel, über diese Mechaniken und versucht es
irgendwie besser zu spielen.
Mathias Magdowski
Ja, also zumindest kriegt man dann durch Intuition meistens,
Oder man entwickelt so eine Intuition für die Ereignisse, die in dem Spiel auftauchen
und lernt dann vielleicht auch von hinten rum irgendwie die Regeln des Spiels.
Thomas Kahle
Wenn man jetzt vom Lernen aus kommt, gibt es ja so dieses Konzept der Gamification,
dass man irgendwie versucht, ein Lernthema zu nehmen und das direkt in ein Spiel
umzusetzen oder einfach nur das Lernen irgendwie zu gamifien.
Und das würde ich heute vielleicht mal so ein bisschen außen vor lassen oder
wir handeln es jetzt kurz ab, weil mir das manchmal so ein bisschen aufgesetzt vorkommt.
Mathias Magdowski
Ja, also ich beschäftige mich ja auch viel so mit dem Gebiet der Hochschildaktik
und ich finde das auch schwierig. Also wir haben, glaube ich,
auch ein paar Studis im Publikum zu sitzen. Kennt ihr gute Lernspiele aus eurem Studium?
Thomas Kahle
Funktionalanalysis 4 als 3D-Shooter.
Mathias Magdowski
Also man sieht eher so ein bisschen Kopfschüttel in den Gesichtern.
Also ich kenne ein paar gute Spiele eben in der Elektrotechnik.
Ja, so für meinen Uni-Grundlagen-Lehrgebiet-Fach.
Aber da ist es eben, also ja, schwierig, weil die decken halt nur einen ganz
kleinen Bereich ab und dann braucht man doch irgendwie sehr viel Zeit,
um da so ein Spiel durchzuspielen. Und am Ende ist das eigentlich das,
was man vielleicht in einer halben Stunde, dreiviertel Stunde in einer Lehrveranstaltung macht.
Und man bräuchte aber irgendwie sechs Stunden, um das Spiel durchzuspielen.
Also so ganz effizient ist das nicht. Das ist halt cool, was eine andere Herangehensweise ist.
Und dann gibt es ja so Gamification mit diesen PBL-Points, Badges, Leaderboards.
Das finde ich halt auch so ein bisschen aufgesetzt. Und so die Erfahrung zeigt,
dass Studierende das nicht unbedingt mögen, weil man dann so mit dem Vergleich
mit den anderen sieht man irgendwie schnell schlecht aus.
Also da gibt es ein paar, die dann sind dann super gut in irgendwelchen Leaderboards
und ganz viele fühlen sich dadurch, glaube ich, eher demotiviert.
Thomas Kahle
Ja, ich weiß auch irgendwie, ja, Leaderboard war das jetzt nicht,
aber so bei der Grundschule, Grundschularbeitsheften, das hört ziemlich schnell
wieder auf mit diesen Stickern oder so diesen kleinen Belohnungen,
die man da für irgendwelche Fleißaufgaben bekommt. Irgendwie schon ab 2.
Oder 3. Klasse muss man ohne die Belohnung lernen.
Mathias Magdowski
Es nutzt sich relativ schnell ab vielleicht, ja.
Thomas Kahle
Okay, so, dann haben wir diese Computerspiele, Brettspieleunterscheidung.
Also wir können eigentlich mal so, ich dachte eigentlich so ein bisschen an Brettspiele.
Aber Computerspiele gibt es natürlich auch viele. Kann ich mal so ein paar Eigenraumfolgen pluggen.
Es gab zum Beispiel Minecraft eine Folge, Eigenraum 52, über so Pixelwelten,
wie man so Algorithmen, wie man Dinge, die eigentlich rund sind,
zum Beispiel in Kreis oder so, in Pixeln darstellt.
Es gibt so ganz klassische Algorithmen, das ist ein klassisches Problem der Computergrafik.
Es gibt auch so super serious Games, wo ich jetzt vielleicht auch nicht so viel
drauf eingehen will, um hier die Stimmung nicht zu versauen,
wo man halt sozusagen, sagen wir mal, Überleben unter ganz schwierigen Bedingungen
irgendwie als Computerspiel simuliert.
Dann haben wir diese ganzen Wirtschaftssimulationen und so. Bist du Fan?
Hast du Wirtschaftssimulationen mal gespielt?
Mathias Magdowski
Eigentlich nicht so richtig. Ich kann mich erinnern, dass ich früher mal,
wir haben irgendwie alle mal in unserer Kindheit und Jugend programmiert,
da habe ich mal so ein Spiel programmiert, wo man so ein Imbiss- oder Kioskbesitzer
ist und man muss irgendwie Sachen einkaufen und verkaufen und dann kommen Leute und so.
Und das war aber rein alles, glaube ich, in Basic, irgendwie so textbasiert.
Aber da ging es auch eher darum, dass ich Spaß hatte, das zu programmieren.
Und das dann am Ende des Spiels, habe ich dann, glaube ich, selber vielleicht
zwei, dreimal gespielt.
Thomas Kahle
Ich habe mal eine Lotto-Simulation programmiert als eines meiner ersten Spiele
in Basic. Und dann konnte man einfach den Preis des Lottoscheins ändern und
dann 100.000 Mal ziehen auf Knopfdruck oder so, die ersten Wahrscheinlichkeitstheorie-Übungen machen.
Also sämtliche Spiele der Kategorie, ich nenne die immer so Excel, aber mit guter Grafik.
Also sozusagen Wirtschaftssimulation ist für mich immer so dieses Optimieren.
Man macht sich irgendwie eine Tabelle, was gibt es hier und lässt dann so die
mathematische Optimierung drauf los.
Das kann man natürlich auch in verschiedenen Ausbaustufen machen.
Also dass man eher so versucht, schön zu spielen oder wirklich sehr erfolgreich.
Was ja auch manchmal dann, wenn man die Spielmechanik dann irgendwann besser
versteht als die Entwickler, vielleicht nicht mehr so ein schöner Spiel erfolgt,
wenn man erfolgreich ist.
So, dann haben wir den ganzen Bereich Wahrscheinlichkeitstheorie.
Wahrscheinlichkeitstheorie spielt auch eine große Rolle in Spielen.
Weil es ja immer diese Glückselemente gibt. Roulette? Schon mal Roulette gespielt?
Mathias Magdowski
Ja. Nein, mit Anzug im Casino nicht.
Aber das haben wir früher schon häufiger mal gespielt, so zu Hause.
Kann ich mich an so und dann mit der Murmeln, da muss man drehen und dann,
und am Ende gewinnt immer die Bank doch dann irgendwie.
Thomas Kahle
Nee, nee, das stimmt nicht. Da hatten wir auch eine Folge dazu, Eigenraum 41.
Mathias Magdowski
Ja, aber man muss beliebig viel Geld...
Thomas Kahle
Da kannst du doch mal nachhören, dass es eine Strategie gibt,
die asymptotisch unendlich hohen Gewinn dir sichert.
Mathias Magdowski
Aber so viel Spielgeld hatten wir da nicht.
Thomas Kahle
Das gibt es am meisten so Hausregeln, dass es gewisse Grenzen gibt bei den Einsätzen.
So, dann Kombinatorik-Spiele. Fall dir Kombinatorik-Spiele ein?
Mathias Magdowski
Also da würde ich jetzt sagen, zum Beispiel dieses Mastermind ist doch irgendwie
in gewisser Hinsicht ein Kombinatorik-Spiel, oder nicht?
Also wo man raten muss, wie die Farbfolge ist und immer Hinweise bekommt.
Also die richtige Farbe ist schon mal dabei oder die Farbe ist nicht dabei oder
die Farbe ist schon mal in der richtigen Position. ist ja dann...
Thomas Kahle
Also das ist ein Spiel, das ist schon
ziemlich alt, hat jetzt wieder neue Popularität bekommen durch Wörtle.
Also in dem Spiel ursprünglich gibt es sechs farbige Pins, also Pins in sechs
Farben und zwei Spieler spielen das.
Einer legt einen geheimen Code fest und es sind vier Pins in diesen sechs Farben,
die auch die gleiche Farbe haben können, die in so eine Reihe gesteckt werden.
Und die andere Person, die den Code nicht kennt, die muss jetzt versuchen,
den Code rauszufinden, indem sie einfach einmal rät und nach dem Raten bekommt
sie die Information, wie viele,
hast du genau richtig geraten, richtige Farbe an der richtigen Stelle und wie
viele hast du die richtige Farbe, aber sie ist an einer anderen Stelle, als du geraten hast.
Gibt es dann noch so kleine Feinheiten, wenn man jetzt zum Beispiel zwei rote
gesteckt, also im Code sind zwei rote und ich rate drei rote.
Und einer ist richtig, dann kriege ich einen schwarzen und zwei,
also kriege ich einmal richtig mit richtiger Position, wenn ich die richtige
Position habe und dann noch zwei für die mit der falschen Position,
also muss man so ein bisschen aufpassen mit den mehrfachen Farben,
und dann, ich hatte das auch als Kind, dann ist das Spielfeld so,
das ist so ein kleines Plasteteil und es hatte so zehn Positionen,
also dass man der, der rät, der konnte zehnmal raten und man hat die ganze Historie,
man sieht also sozusagen so im ersten Versuch hatte ich einen komplett richtig
und zwei falsch und dann sieht man so die Historie.
Und für mich war es immer so, nur zehn Versuche, das ist eigentlich viel zu
wenig. Wie soll ich das in der kurzen Zeit rauskriegen?
Mathias Magdowski
Aber man schafft es meistens irgendwie in sechs oder acht oder so.
Thomas Kahle
Ja, das ist schon empirisch dann so. Und Donald Knuth, der berühmte Informatiker.
Mathias Magdowski
The Godfather of Computer Science.
Thomas Kahle
The Art of Computer Programming geschrieben hat, der hat bewiesen,
dass immer fünf ausreichen.
Mathias Magdowski
Okay.
Thomas Kahle
Also man kann mit optimaler Strategie immer nach fünf versuchen, das rausfinden.
Es sind auch nicht so viele, also sechs hoch vier Möglichkeiten hat man ja für
diesen Code, sind auch nur 1296,
und dann ist es eben diese, die Kunst ist im Gehirn, diese 1296 Möglichkeiten
vorzuhalten und dann nach jeder Runde, die man geraten hat, auszuschließen,
welche es jetzt nicht mehr sein können.
Mathias Magdowski
Und dabei hilft natürlich, um das Arbeitsgedächtnis zu entlasten,
diese Ansicht der Historie, weil man dann nochmal nachschauen kann.
Thomas Kahle
Könnte helfen, könnte auch verwirren. Dann gibt es diesen ganzen Bereich Z,
ein sehr populäres mathematisches Spiel.
Mathias Magdowski
Das kenne ich jetzt nicht.
Thomas Kahle
Wenn du mit Z vertraut. Das ist ein Kartenspiel. Das hat 81 Karten. 81 ist 3 hoch 4.
Und die haben je eine von vier Eigenschaften, die es in drei Ausprägungen gibt.
Also jede Karte hat eine Farbe, jede Karte hat eine Anzahl Symbole,
Jede Karte hat einen Typ von Symbol, sowas wie Welle oder Oval oder so.
Und jede Karte hat noch eine Schraffur. Also die Symbole da drauf,
die sind entweder leer, ausgefüllt oder so schraffiert.
Und jedes gibt es in drei Ausprägungen. Es gibt drei Farben,
drei Symbole, drei Schraffuren und drei Anzahlen. Eins, zwei, drei.
Und da werden die Karten, werden so auf dem Tisch ausgelegt.
Und die Spieler spielen, indem sie einfach diesen Haufen Karten anstarren und
versuchen, ein Set zu finden.
Und ein Set sind eben drei Karten, die in jeder von den Eigenschaften entweder
komplett gleich oder komplett unterschiedlich sind.
Mathias Magdowski
Ich bin ja kein Mathematiker, ich bin ja in Anführungszeichen nur Ingenieur.
Ich würde jetzt sagen, okay, das ist jetzt eine vierdimensionale Matrix,
richtig, die drei Zeilen, drei Spalten, drei Ebenen und drei was auch immer hat.
Und dann suche ich da drin jetzt eine Zeile, eine Spalte.
Oder sozusagen ein Stab in dieser Matrix drin oder eben eine Diagonale,
die komplett drüber geht und überhaupt, wo immer die Zeile, die Spalte, alles anders ist.
Thomas Kahle
Ja, du bist schon auf dem richtigen Weg, um so Fragen zu beantworten.
Wie viele Karten können denn da überhaupt liegen, ohne dass es eine Lösung gibt?
Das ist nämlich eigentlich die typische Spielsituation ist, die Leute starren
den Kartenstapel an und sagen, es gibt nichts. Es gibt einfach nichts.
Das ist sozusagen, wenn alle Spieler der Meinung sind, es gibt jetzt kein Set,
dann gibt es eine neue Karte.
Und dann kann man sich halt eben überlegen, wie viele Karten da liegen müssen,
damit es garantiert eine Kombination gibt. Aber es wird dann auch Situationen
geben, wo diese Kartenzahl erreicht ist und die Spieler trotzdem sagen,
sie wollen noch eine weitere Karte sehen.
Okay, also da machen wir vielleicht nochmal eine andere Folge drauf.
Es gibt dann wieder eine Variante davon, Kwatro heißt die, wo drei und vier
vertauscht sind. Also wenn man vier hoch drei, dann muss man vier Karten finden.
Und das ist also dieser Möglichkeitsraum von so Suchspielen, ist erschöpft.
Aber lernt man bei denen eigentlich irgendwas?
Mathias Magdowski
Naja, vielleicht sozusagen gut, Muster zu erkennen.
Ich würde sagen schon, dass man das dann üben kann, schneller diese Kombinationen zu finden.
Das ist jetzt die Frage, ob das ein... Also zum Beispiel, wenn wir jetzt mit
Studierenden im Grundlagen Elektrotechnik Netzwerke berechnen,
geht es ja auch ganz viel darum...
Einfach Muster zu erkennen im Sinne von, welche Widerstände sind denn da zueinander
parallel geschaltet, welche Widerstände sind zueinander in Reihe geschaltet,
wo kann ich jetzt irgendwelche Knotensätze, Maschensätze, Strom- und Spannungsteilerregel anwenden.
Und da ist, glaube ich, auch wirklich ganz viel einfach das Schema erkennen, das Muster erkennen.
Thomas Kahle
Das erinnert mich an dieses Gehirnjogging. Kennst du noch Gehirnjogging?
Das ist mittlerweile wieder ein bisschen nicht mehr so populär.
Da gab es dann haufenweise Studien dazu. Also Gehirnjogging ist so,
man sitzt so in einer Straßenbahn oder so und hat nichts zu tun und kann so
kleine Aufgaben auf seinem Handy machen oder so, um dann sein Gehirn fit zu
halten. Das ist so weit die Theorie.
Und da gab es dann haufenweise Studien dazu, wo die gezeigt haben,
dass die Leute halt super gut in Gehirnjogging werden, aber in nichts anderem
sich irgendwie verbessern.
Also es ist einfach nur, man lernt diese eine Fähigkeit. Also irgendwie legt
das Gehirn immer für Sachen, die man immer wieder macht, legt es dann irgendwie
so spezielle Bereiche an, um in diesen gut zu sein. Und die Kunst des Lernens
ist irgendwie, dass das übertragbar ist. Also wie kann man irgendwas erreichen,
was dann übertragbar ist?
Mathias Magdowski
Also als so halber autodidaktischer Hochschuldidaktiker würde ich jetzt sagen,
es gibt so eine Cognitive Load Theory und es gibt eben ein Arbeitsgedächtnis,
das ist ziemlich begrenzt, was wir alle so haben.
Und es gibt eben Langzeitgedächtnis, das ist im Prinzip praktisch unbegrenzt.
Also hat noch nie jemand so richtig herausgefunden, ob man da nicht irgendwann,
nicht doch noch immer mehr Informationen reinspeichern kann.
Und jetzt so beim Lernen oder bei Netzwerkberechnung meinetwegen in den Grundlagen
der Elektrotechnik geht es eben darum,
wenn ich diese Muster erkenne, dann kann ich eben schon Informationen aus dem
Langzeitgedächtnis abrufen und spare Platz in dem Arbeitsgedächtnis,
wo ich dann darüber nachdenke, was für Formeln oder wie müsste ich das jetzt
in irgendwie eine Formel einsetzen.
Und ich glaube, dieses Arbeitsgedächtnis versus Langzeitgedächtnis und wie kriege
ich Sachen in das Langzeitgedächtnis rein, um die dann abrufen zu können,
weil ich die schon kenne, weil ich das Muster schon mal gelernt habe,
das ist, glaube ich, ganz wichtig beim Lernen.
Und deshalb wird das Gehirnjogging wahrscheinlich nur fürs Gehirnjogging helfen
und nicht für andere Sachen.
Thomas Kahle
Würdest du sagen, du kennst ein Spiel, wo das irgendwie besonders gut gelungen ist?
Also wenn ich jetzt Spieleautor oder Autorin wäre, würde ich mir ja versuchen,
wenn ich das Ziel habe, dass da irgendwie noch was hängen bleibt,
dann da vielleicht gibt es ja Studien dazu?
Mathias Magdowski
Also wer früher hier so Autoquartett gespielt hat oder Flugzeugquartett oder
Schiffequartett, also irgendwas lernt man ja dann auch über die,
so auf Dauer einfach auswendig, wie viel Zylinder, wie viel PS,
was auch immer. Aber das ist jetzt, ja.
Thomas Kahle
Okay, also das ist erstmal die Wissensebene. Natürlich ist sozusagen dadurch,
dass so irgendwelche Fakten immer wieder wiederholt werden, gehen die dann irgendwann
in das Wissen über und die Ebene darüber ist ja eigentlich sozusagen so Mechanismen zu erkennen.
Da habe ich jetzt vielleicht auch noch ein paar Brettspiele.
Also kennst du dieses E-Mission-Klimaspiel? Das war das Kennerspiel des Jahres 2024.
Es gab also für diesen ganzen Bereich Politik und Verhandlungen zwischen Menschen, soziale Situationen.
Es gibt ja auch viele Spiele, die das irgendwie so eine,
Situation, die kompliziert sein kann, in einem vereinfachten Setting irgendwie
in ein Spiel bringen, sodass man erstmal schon mal die so grundlegenden Mechanismen
der Situation erkennen kann.
Mathias Magdowski
Das ist, würde ich sagen, sind ja so alle klassischen Rollenspiele,
die einen dann in so eine Situation bringen.
Also sowas, das haben meine Kinder kürzlich gemacht, so ein Model United Nations.
Also die sind irgendwo hingefahren mit vielen anderen SchülerInnen und haben
dann übers Wochenende immer in Gruppen, die dann,
ein bestimmtes Land repräsentieren sollten, hatten auch vorher,
die Aufgabe, aber sich ein bisschen in die Kultur und Historie und so dieses
Landes einzuarbeiten, um dann in einem simulierten,
UN-Generalkonferenz jeweils für das Land zu argumentieren und irgendwie große
globale gesellschaftliche Probleme zu diskutieren.
Thomas Kahle
Ich glaube, E-Mission ist so ähnlich in dem etwas kleineren Format.
Also es gibt irgendwie sechs Länder und die müssen halt eben ihre verschiedenen
Ziele gegeneinander ausbalancieren, dass sie sozusagen sowohl ihre Wirtschaft
am Laufen halten, aber wenn das CO2-Budget aufgebraucht ist,
verlieren alle zusammen. Das ist also ein kooperatives Brettspiel.
Gab es auch schon mal eine Vorgängervariante vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung?
Die hat 2004 auch schon so ein Brettspiel rausgebracht, das hieß Keep Cool,
ist aber jetzt vergriffen, deswegen konnte ich da nicht mehr drauf zugreifen,
aber E-Mission kann man hier auch in der Stadtbibliothek ausleihen.
Kannst du dir ja mal angucken. Du darfst es auch, oder wir können es ja auch
mal spielen, wenn wir mal Zeit hätten.
So, ich habe heute übrigens eine Mail von Korrektiv bekommen,
diese Recherchetruppe, die bringen auch ein Brettspiel raus.
Und zwar bringen sie das im Herbst, bringen sie ein Brettspiel raus,
wo man so journalistische Recherchen nachspielen kann.
Da geht es um eine Konferenz, wo irgendwelche dubiosen Typen eine Konferenz
machen an einem See und dann muss man sich da so einschleichen und so investigativ
journalistisch diese Konferenz aufklären.
Mathias Magdowski
Das klingt auch gut.
Thomas Kahle
Ja, ich habe es gleich vorgestellt, aber es kommt erst im Herbst raus.
Das verlinken wir da natürlich in den Shownotes.
Mathias Magdowski
Also ein Bereich der Bildungsspiele würde mir noch einfallen, so Escape Games.
Also man ist irgendwo eingesperrt und man muss Rätsel lösen wie in so einem
Escape Room und versuchen wieder auszubrechen.
Und ich meine klar, das Spiel, also die Motivation besteht darin,
jetzt irgendwie aus diesem Raum rauszukommen und die Rätsel,
die man dafür lösen muss, haben dann eben irgendwie was mit einem gewissen Thema zu tun.
Aber das ist, glaube ich, was, was ja auch durchaus irgendwie sehr populär ist.
Also wir können ja mal, wer im Publikum war schon mal in irgendeinem Escape
Room, da geht doch mindestens die Hälfte der Arme nach oben, würde ich sagen.
Thomas Kahle
Also ich habe das ja, es gibt ja auch diese Light-Variante, wo man das einfach
so als kleines Spiel kauft in einer Box und dann ist das sozusagen so nur ein
simulierter Escape Room.
Mathias Magdowski
Ja, was ich da immer schade finde, ist, dass man das in vielen Fällen ja oft
nur einmal spielen kann, weil dann irgendwie Sachen unwiederbringlich kaputt
gehen dabei. oder ich meine, man irgendwelche Geheimnisse dann eben kennt,
weil die dann gespoilert sind. Also dann muss man das mindestens ein Jahr wegpassen.
Thomas Kahle
Aber das ist doch beim Escape Room genauso. Du gehst ja in den Escape Room rein
und wenn du einmal aus dem entkommen bist, dann kannst du ja nur noch den in
einer anderen Stadt benutzen.
Mathias Magdowski
Ja, das stimmt auch.
Thomas Kahle
Es gibt so viele Spiele, denn es ist für mich auch so ein bisschen so befreiend,
zu wissen, dass das jetzt nicht mein Lieblingsspiel wird.
Und dann muss ich das noch 40 Mal spielen. Dann habe ich ja gar nicht Zeit für
die ganzen anderen Spiele, die es auch noch gibt.
Mathias Magdowski
Das stimmt.
Thomas Kahle
Okay, dann will ich aber noch Flugsimulatoren mal auf die Agenda bringen.
Flugsimulatoren gab es schon ganz früh. Ich hatte schon auf einem meiner ersten
DOS-Computer diesen Microsoft-Flugsimulator. Den gab es schon in DOS-Zeiten.
Und, also ich bin jetzt nicht Pilot geworden, aber mir ist schon klar geworden,
dass so eine kleine Cessna, also so ein kleines Propellerflugzeug einfacher
zu starten und zu landen ist als ein Jet.
Mathias Magdowski
Ja, also ich habe Flugzeugsimulatoren auch gespielt, aber ich hatte mehr Spaß
an so Hubschrauber-Simulationen,
und ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie das Spiel genau hieß,
Aber ich weiß noch, dass man, weil so ein Hubschrauber natürlich auch irgendwie
mega viele Funktionen hat,
dass dann jede Taste auf der Tastatur doppelt und dreifach belegt war und man
so einen riesen Poster vor sich liegen haben musste, um zu gucken,
welche Taste muss man jetzt für welche Funktion drücken.
Und man hat dann schnell gemerkt, dass eben so ein richtiger Hubschrauber meistens
auch irgendwie von zwei Leuten geflogen wird,
zumindest wenn die zweite Person noch irgendwas anderes machen soll,
außer fliegen, weil man mit dem Fliegen,
also man konnte dann in dem Spiel die Physik auf ziemlich einfach stellen,
dann ging das noch, auch so mit einem Joystick und wenn man dann jegliche Effekte
wie Wind und Boden und Wetter hat,
Und das Terrain und so noch mit einberechnet hat, dann war das mega, mega kompliziert.
Thomas Kahle
Aber da ist ja dann auch so ein Übergang, weil die, glaube ich,
die Pilotenausbildung passiert ja auch dann in einem Simulator.
Ganz viele Simulatoren, ja. Was dann noch der Unterschied zwischen so einem
Spiel, was ich auf meinem Rechner spiele und wenn ich jetzt sozusagen so mehr
Monitore um mich herum vorstelle, ich denke sozusagen der Realismusgrad wäre
im Prinzip schon erreichbar.
Mathias Magdowski
Das denke ich auch, ja.
Thomas Kahle
Ja, weil Flugsimulatoren haben, glaube ich, das habe ich auch schon,
die haben irre früh schon angefangen. Also so wie es eigentlich Bildschirme
gab, gab es auch schon so Simulatoren, weil diese Pilotenausbildung so teuer ist.
Deswegen muss man irgendwie alles, was man irgendwie billiger machen kann. So, dann Hacken.
Es gibt auch Hack-Spiele. Da kannst du Hacken lernen.
Kennst du Hack-Spiele? Es gibt eine extra Firma, die heißen Sektronix,
das sind aber als Computerspiele, weil Hacken ist ja eine Computeraktivität.
Aber da kannst du so Assembler lernen und auch so sagen wir mal,
die interne von Computersystemen und typische Schwachstellen.
Mathias Magdowski
Ja, also den kenne ich vielleicht auch. Ich meine, was wir bei uns mit Kindern
und auch mit Studierenden machen, ist, wir haben so Calliope Mikrocontroller.
Das ist ein deutsches Produkt, das geht mal zurück auf ein britisches Microbit
und das sind so kleine Mikrocontroller, die man dann über eine Webseite ziemlich
einfach programmieren kann und dabei eben auch irgendwie lernt, wie so ein,
computerintern funktioniert, oder zumindest wie man da mit Sensoren spricht,
was so typische Zahlenformate sind.
Und dann gibt es noch auch von einer deutschen Firma so einen kleinen Robot, der nennt sich Bob3.
Thomas Kahle
Gabst du schon Bob2 vorher?
Mathias Magdowski
Das weiß ich nicht. Ich kenne zumindest nur den Bob3, den kann man dann selber
zusammenlöten und den kann man eben auch programmieren in C und lernt so ein bisschen da auch,
Datformate, was ist ein Register, wie kann ich da irgendwie Bits lesen und schreiben
und modifizieren, damit dann an dem kleinen Roboter irgendwelche LEDs anfangen
zu leuchten und zu blinken.
Thomas Kahle
Also dieses Spannungsfeld ist ja irgendwie immer so, wann ist es ein Spiel?
Also was ist noch ein Spiel und wo ist der...
Mathias Magdowski
Wann ist es ein Tutorial und eine Anweisung?
Thomas Kahle
Wann ist es ein Tutorial oder sozusagen so überhaupt kein Spaßfaktor mehr,
also außer der übliche Spaß, den man beim Lernen hat. Also Lernen macht ja auch
Spaß, aber so diese dieses Spiel...
Mathias Magdowski
Ja, da kann man bestimmt verschiedene Definitionen... Also ich würde ja auch
immer sagen, ein Spiel ist eigentlich schon was, was man zu zweit spielt oder
irgendwie so ein bisschen gegeneinander spielt, wo es einen kompetitiven Aspekt gibt.
Tja, ein Flugsimulator ist jetzt, oder viele Computerspiele spielt man auch
allein erstmal, dann vielleicht auch mit anderen Leuten zusammen.
Und trotzdem würde man ja sagen, dass das ein Spiel ist. Schwierige Sache,
müsste man drei Semester Spielelogie studieren, um das sicher beantworten zu können.
Thomas Kahle
Es gibt einen Menschen, der heißt Jesse Snell oder Schnell, also ich weiß nicht,
ich glaube er ist kein Deutscher, aber er wird schnell geschrieben und er hat
ein Buch geschrieben, The Art of Game Design.
Wir haben es gerade im Katalog gesucht und es ist in der Bibliothek leider noch
nicht verfügbar, aber vielleicht kann ich das ja auch mal auftreiben.
Es ist jedenfalls im Internet sehr beliebt. Diese Frage treibt auch,
also sozusagen, die Leute treibt ja immer um, wie können sie Spiele machen,
die einen hohen Wiederspielwert haben und die noch populärer werden.
Also ich meine, diese ganze Spiele-Design-Szene, die ist natürlich auch die
ganze Zeit mit irgendwelchen mathematischen Problemen befasst,
in der Vorhersage und in der Entwicklung
von so Spielmechaniken und Konsistenz-Checks da reinzubekommen.
Wie funktioniert das Spiel? Wie spielt sich das? Man hat natürlich nochmal eine
ganz andere Analyse-Schicht.
Mathias Magdowski
Ja, also das ist mit Sicherheit eine Kunst für sich. Also ich meine,
gut ist, wenn man jetzt so an typische Brettspiele, Gesellschaftsspiele denkt,
die dürfen nicht zu kompliziert zu verstehen sein.
Irgendwie muss es relativ einfache Regeln geben, die man jetzt so ein paar,
ich sag mal maximal zehn Minuten, eine Viertelstunde irgendwie erklären kann.
Und dann müssen sich daraus eben trotzdem verschiedene komplexe Spielszenarien
ergeben und nicht immer wieder der gleiche Spielablauf.
Und dann muss es eine gewisse Gewinnwahrscheinlichkeit geben oder sagen wir
mal irgendwie ein gutes Maß zwischen Zufall in dem Spiel und doch irgendwie Können und Strategie.
Thomas Kahle
Also bei dem Recherchieren ist mir ein Spieleentwickler, der ist auch Mathematiker untergekommen,
der heißt Friedemann Friese, der ist aus Bremen und der ist irgendwie populär
dafür, dass er immer grüne Haare hat, also wenn er auftritt,
da hat er immer grüne Haare,
und der hat auch Mathematik studiert, hat das Studium dann aber abgebrochen
und er hat mehrere so Spiele, die so an der Grenze sind, wo die Spielmechaniken
versuchen irgendwie so mathematische Phänomene irgendwie so einmal so durchzudeklinieren,
Und ein Spiel ist sozusagen eher für dich, das heißt Funkenschlag.
In dem Spiel managt man so ein Stromnetz, aber es ist eigentlich eine Wirtschaftssimulation.
Also man hat sozusagen so Kraftwerke und Rohstoffe und man hat dann sozusagen
so Grafentheorie da drin, also
man muss also dieses Netz aufbauen und hat grafentheoretische Effekte.
Also man hat einen dynamischen Rohstoffmarkt, der so Mechaniken drin hat,
dass die Leute, die in Führung sind, sozusagen so ein bisschen zurückgehalten
werden. Also das ist Grafentheorie direkt.
Und ein anderes Spiel heißt 504 und das ist ein Spiel, wo die Regeln neu kombiniert werden können.
Also wo die Spieler und Spielerinnen am Anfang ihre Regelset sozusagen wählen
können. Und das heißt 504, weil sie 504 Möglichkeiten haben,
ein neues Spiel zu erschaffen.
Es gibt nämlich sozusagen neun Komponenten oder Module, von denen man drei auswählt.
Und die Reihenfolgen machen auch noch einen Unterschied. Also ich wähle dann
sozusagen, ich will ein Spiel.
Mathias Magdowski
Erst die Regel und dann in zweiter Instanz die und dann in dritter Instanz die.
Man wählt eine neue Regel und eine alte fällt weg wahrscheinlich.
Thomas Kahle
Das Spiel durchläuft so Phasen, ja. Und dann wird man sozusagen,
was ist in der ersten Phase, was ist in der zweiten Phase, was ist in der dritten
Phase. Und dann kann ich sozusagen, ich will ein Militärstrategiespiel mit Ressourcen
sammeln, Komponente, die dann aber am Ende in den Puzzle übergeht oder so.
Und also 504 ist 9x8x7, weil man sozusagen 9 für den ersten,
dann hat man noch 8 für den zweiten, 7 für den dritten Modul Auswahlmöglichkeiten hat.
Und da gibt es natürlich auch irgendwelche langere Reddit-Posts,
wo jemand alle durchprobiert hat und die dann alle rankt nach ihrer Sinnhaftigkeit und Spielspaß.
Also es gibt ja diese Webseite BoardGameGeek, kennst du die?
BGG, also sehr wichtige Webseite, da werden alle Spiele, eigentlich alle Boardgames,
alle Brettspiele, die es so gibt, irgendwie gerankt und auch so nach verschiedenen Kategorien.
Also nicht nur, wie gut gefällt mir das Spiel, sondern eben auch nach so,
wie kompliziert ist das, also die nennen wir so eine,
Weight, heißt das, also das Gewicht des Spiels, wie komplex ist es zum Beispiel
diese Spielmechanik auszuführen und dann natürlich mit den ganzen Foremen dran
und Diskussionen und so weiter.
Mathias Magdowski
Also zu dem Thema Funkenschlag fällt mir noch ein, es gibt von der NSOE,
das ist so die European Network Transmission, was auch immer, also die europäische,
die das europäische Energieversorgungsnetz steuern, so ein Powerflow Simulator,
also wo man Leistungsfluss im europäischen Energienetz steuern kann.
Und wir haben ja so ein bisschen die Schwierigkeit zum Beispiel,
wir haben ganz viel Windenergie an der Nordsee und wir haben aber ganz viele
Verbraucher in Süddeutschland, in Bayern zum Beispiel.
Und wo müsste man jetzt wo und wie irgendwelche Leitungen langlegen und Übertragungsleitungen
bauen, Freileitungen bauen, um den Strom von danach da zu bekommen.
Und dann kann man so verschiedene Szenarien durchspielen und gucken.
Thomas Kahle
Klingt für mich auch nach einem Policy-Problem, weil die Leute wollen das ja
dann immer nicht, dass es so eine Standardung ist.
Mathias Magdowski
Ja genau, weil man ganz viele Nimbis hat, die sagen, ich hab schon in my backyard.
Und es gab das noch ein bisschen gamifizierter, ich weiß nicht,
ob es das noch gibt, als App, das hieß Balance.
Das war von der norwegischen Energienetzbetreiber.
Und da konnte man dann auf dem Handy im Prinzip auch, also hier hast du ein
Wasserkraftwerk, da muss der Strom hin, wo baut man jetzt wie,
welche Leitungen und wie.
Weil so ein Energienetz kann ja, das ist ja das Problem, das wir gerade alle
haben, das kann keine Energie speichern, das kann nur Energie übertragen.
Also muss ich ja zu jeder Zeit,
Erzeugung und Verbrauch ausgleichen und wie kriege ich das am besten hin?
Und da kriegt man dann eben schon ein ganz gutes Gefühl dafür,
was so die Schwierigkeiten sind, so ein Energienetz stabil zu betreiben.
Thomas Kahle
Aber haben die Betreiber dann auch irgendwelche Informationen von den Leuten
zurückbekommen? Also dass die da vielleicht so eine Idee bekommen haben,
was jetzt besser sein könnte?
Mathias Magdowski
Keine Ahnung.
Thomas Kahle
Also das könnte man ja auch so wie Citizen Science die Massen auslagern.
Da habe ich nämlich auch noch zwei Spiele.
Mathias Magdowski
Ja, wo man die Proteine gefaltet hat.
Thomas Kahle
Wo man die Proteine gefaltet hat. Und Fold It heißt das Spiel.
Das ist ein Computerspiel.
Und also heutzutage gibt es irgendwie KI-Methoden. Also ist ja auch dann der
Nobelpreis vergeben worden.
Alle kennen Demis Hassabis von Google DeepMind. Aber der andere,
ein Mit-Nobelpreisträger von ihm, heißt David Baker.
Also ein Biochemiker. Und der war auch sozusagen da in der Entwicklung von diesem
Fold It beteiligt. Das kann man auch jetzt noch spielen. Ich habe das mal runtergeladen neulich.
Es sieht natürlich so ein bisschen altbacken aus. Also das Spiel ist 18 Jahre alt.
Und man installiert das erstmal so ein 3D-Spiel und man ist irgendwie damit
beschäftigt, so ein chemisches Molekül irgendwie im Raum anzuordnen.
Also man hat dann so eine 3D-Ansicht davon, die kann man dann so drehen und
dann versucht man das so zu biegen und dann bestimmte Teile des Moduls,
unterliegen bestimmten Regeln, also die dürfen sich nicht zu nahe kommen und
die müssen sich möglichst nahe kommen, um dann so eine Bewertung dieser Faltung
oder dieser Anordnung des Moleküls irgendwie zu optimieren. Das ist einfach der Punktestand.
Und die hatten, also ich habe hier ein paar Statistiken, die hatten 240.000
Spieler haben sich da registriert. Also ich meine, ich, der jetzt einfach nur
mal das kurz ausprobiert hat, erzähle jetzt wahrscheinlich auch dazu.
Aber 2011 hatten die ihren größten Erfolg. Die stellen dann immer so neue Puzzle
zur Verfügung. Also die Betreiber updaten das Spiel immer wieder mit neuen Aufgaben
und dann arbeiten irgendwie kollaborativ alle möglichen Leute an einem bestimmten Problem.
Mathias Magdowski
Bis sozusagen irgendjemand eine Lösung gefunden hat, die gut genug ist und dann
gilt, dieses Rätsel ist gelöst oder was ist das Ziel?
Thomas Kahle
Ja, also so wie ich standen habe, gibt es das dann sozusagen auf verschiedenen Ebenen.
Also es gibt sozusagen so eine Makrostruktur und dann Mikrostrukturen und alles
muss irgendwie optimiert werden.
Und manchmal, wenn die kleinen Optimierungen anders sind, müssen die großen
auch nochmal anders gemacht werden.
Also da gibt es verschiedene Probleme. Aber letztendlich sozusagen die Spielergruppe
arbeitet da zusammen und dann innerhalb von zehn Tagen haben sie da so von einer
retroviralen Protease, ich bin jetzt kein Biochemiker, aber retroviral hört
sich schon mal irgendwie gefährlich an,
haben sie da so eine Lösung gefunden, die, wo so, es gibt auch Profis,
deren Beruf das ist sozusagen, also deren Beruf es war, bevor es jetzt diese
Methoden gab, solche Proteinfaltungen vorherzusagen und zu optimieren.
Weil man braucht dieses Wissen, um sozusagen die dann später herstellen zu können.
Also das ist irgendwie wichtig zu wissen, wie diese...
Also es ist Grundlagenforschung zu verstehen, wie die Natur das löst und es
ist auch sozusagen wichtig für die Synthese von Proteinen zum Beispiel.
Und die haben dann ein Nature-Paper bekommen. Also Nature ist ja diese Fachzeitschrift,
wo man so sagen, manche Leute, die kriegen eine Professur, weil sie eine Nature-Veröffentlichung
haben und da waren diese ganzen Volontiers, hatten dann auch eine Nature-Publikation.
Ob die da jetzt eine Professur rausbekommen haben, weiß ich nicht,
aber so kann man dann auch zu einer kommen.
Aber dann wurde ja dieses Alpha Fold entwickelt und der Demis Hassabis von Google
DeepMind, der gibt es auch als Inspirationsquelle an.
Also der hat immer seinen Zugang, sagt er, ist immer, wenn Menschen irgendwie
sowas machen, auch kollaborativ und irgendwie so ein nicht erklärbare,
ja so ein Gefühl dafür entwickeln. Ich habe irgendwie das Gefühl,
ich sollte es nochmal so probieren oder irgendwie anders.
Dann denkt er, kann eine KI-Methode das auch gut. Und also dieses Programm AlphaFold,
was dann viele von den Proteinfaltungslösungen weiter optimiert hat,
hat ja dann letztendlich auch einen Nobelpreis eingebracht.
Ja, ich glaube, in der praktischen Chemie auch ziemlich große Auswirkungen.
Also das ist sehr viel verbreitet. Das ist ja auch kommerziell ein Nutzen,
kann man so sagen. Also das ist, glaube ich, wirklich wichtig.
Es gibt noch Galaxy Zoo. Galaxy Zoo, da kannst du Citizen Science so Galaxien
irgendwie durchsuchen nach bestimmten, also einfach so Bilder angucken vom Weltall,
um nach bestimmten Phänomenen zu suchen und die zu klassifizieren.
Mathias Magdowski
Auf dem Bild ist eine Galaxie ja oder nein oder dieser Kategorie.
Thomas Kahle
Ich glaube, es ist nicht so ganz wie jetzt so ein Capture. Du willst dich einloggen
bei der Stadtbibliothek.
Sag mir erst mal, auf welchem von den neuen Kacheln ist eine Halbmondgalaxie
zu sehen oder was weiß ich, ein Sternenhaufen, ein Nebel. Ja, aber sowas.
Mathias Magdowski
Bei uns in der Elektrotechnik sind die Captures beliebt mit,
markiere alle Widerstände mit
220 Kiloohm oder sowas, wo man dann die Farbmuster auswendig lernen muss.
Thomas Kahle
Ah, okay, okay. So, dann gab es noch Pinguine zählen, Wahlgesänge transpirieren,
und City at Home. Aber bei City at Home macht man ja nichts mehr.
Mathias Magdowski
Ja, aber es ist ja eigentlich auch kein Spiel. Ich meine, da hat man nur zugeschaut und sich gefreut.
Thomas Kahle
Das ist ein Bildschirmschoner. Ein Bildschirmschoner. Eben früher hatte man
auch einen Bildschirmschoner. Heute gibt es sowas leider nicht mehr.
Mathias Magdowski
Hatte ich früher auch.
Thomas Kahle
Da muss man die Bildschirme nicht mehr schonen.
So, dann wolltest du aber jetzt noch zur Informatik was sagen.
Lass uns doch mal zur Informatik kommen.
Wir haben hier was aufgebaut. Die Leute im Podcast können das nicht sehen,
aber die Leute, die hier sind, können das sehen.
Mathias Magdowski
Genau, die Leute, die hier sind, können es nachher auch noch ausprobieren.
Also das ist eines von ziemlich vielen Spielen, die wir benutzen,
um Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern.
Wir haben ja in der Elektrotechnik so ein bisschen das Problem,
vielleicht das gleiche Problem wie in der Mathematik, dass das nicht das allerbeliebteste
Studienfach ist. Und ich würde sagen, in der Elektrotechnik haben wir es sogar
noch ein ganz bisschen schwieriger, weil Elektrotechnik kein Schulfach ist.
Also unter Mathematik kann man sich ja meistens noch irgendwie was vorstellen,
wobei natürlich jetzt Schulmathematik auch nicht allzu viel mit Forschungs-
und Hochschulmathematik zu tun hat.
Aber Elektrotechnik ist eben ja nur so ein, also wenn es in der Schule vorkommt,
so ein super kleiner Teil vom Physikunterricht vielleicht.
Ja, was macht man da? Widerstände in Reihe und Parallelschalten oder später,
ein Elektron fliegt durch ein Magnetfeld und wird abgelenkt und irgendwie so
Sachen, damit beschäftigt man sich dann.
Und das klingt nicht alles super sexy und nicht sehr praxisnah.
Und deshalb haben irgendwie ziemlich viele Leute nicht so ein überbordendes
Interesse an Elektrotechnik zu studieren.
Entwickeln geradezu eine Abneigung und Aversion dagegen, haben wir manchmal das Gefühl.
Und deshalb laden wir uns dann auch ab Kindergarten große Gruppe und Grundschulklassen
und weiterführende Schulklassen zu uns ein in die experimentelle Fabrik.
Um Kinder und Jugendliche ein bisschen für Technik zu begeistern.
Und dafür haben wir Elektroberkästen, haben wir kleine Roboter,
die man programmieren kann.
Und unter anderem auch dieses Spiel, dieses Turing Tumble, benannt nach Alan
Turing, diesem britischen Mathematiker und Informatiker, könnte man vielleicht sagen.
Thomas Kahle
Das war damals noch das Gleiche.
Mathias Magdowski
Genau, mehr oder weniger.
Thomas Kahle
Die Mathematik hatte die Informatik verstoßen. Das war ein großer Fehler.
Die Mathematik hat die Informatik verstoßen und hat gesagt, das ist eigentlich
keine Mathematik. ihr mit euren Computern.
Und die hat auch die Statistik verstoßen. Ihr mit euren Zahlen irgendwas abzählen,
das ist auch keine Mathematik. Und dann haben sich Informatik und Statistik
zusammengeschlossen, haben Machine Learning gemacht und jetzt kommt die Mathe
wieder an und sagt, aber Machine Learning, aber wir machen das,
das machen wir auch. Das sind wir, das ist Mathe.
Mathias Magdowski
Diese Betrachtung habe ich jetzt im historischen Kontext noch nicht so aber
da ist natürlich irgendwie was dran. So und also dieses Turing-Tumble,
Es ist am Ende ein bisschen sowas wie ein mechanischer Computer.
Also für uns ist das auch immer wichtig, dass also eine Schulklasse kommt an.
Wir teilen die 20, 25, vielleicht 30 Kinder, die da kommen, in handliche Gruppen
ein, so von drei, vier, maximal fünf Kindern.
Und die sind dann immer jeweils so für 20 bis 30 Minuten an einer Station und
die wird von Studierenden betreut oder von anderen Mitarbeitenden der Uni.
Und dafür braucht man auch Sachen, die sich irgendwie schnell erklären lassen,
die so einen intuitiven Zugang ermöglichen, die aber natürlich trotzdem irgendwie
eine gewisse Komplexität mit sich
bringen oder wo man eben wirklich auch fachlich was ausprobieren kann.
Und das Spannende ist, wenn man dann lange genug mit solchen,
ich sag mal, Spielen arbeitet, stellt man fest, dass manche Spiele eben auch
für Kindergarten, große Gruppe bis Abiturstufe, funktionieren natürlich.
Mit verschiedenen Levels, mit verschiedenen Anforderungsstufen,
aber dass das eben sehr weit geht.
Und das ist bei diesem Touring-Tumble eben auch so ein bisschen so.
Also die Idee ist eben zu schauen, wie funktioniert ein Computer mechanisch.
Ja, und ich meine, das, was in einem Computer ja das Wichtige ist, ist der Prozessor.
Und da kann man ja heutzutage und schon früher auch nicht reingucken,
weil erstmal sieht man Strom nicht und dann sind die Strukturen ja da drin auch
so klein, dass man da auch nicht mal diese Strukturen, die ja mittlerweile im
Nanometer-Bereich sind, irgendwie erkennen könnte. Aber was passiert da drin?
Da sind hauptsächlich erstmal Schalter, Transistoren, die eben Strom ein- und
ausschalten und damit im Binärsystem, im Dualsystem mathematische Operationen machen.
Also Computer zählt, rechnet mit Nullen und Einsen. Also alle Zahlen stellt
man dar als Nullen und Einsen.
Und um jetzt überhaupt das zu visualisieren, gibt es Murmeln.
Und also dieses Turing-Tumble ist so eine Art Murmelbrett, was man ziemlich aufrecht hinstellt.
Und oben gibt es einen Vorrat von Murmeln. Und die sind dann angetrieben durch
die Schwerkraft, bewegen die sich nach unten.
Und die sollen da nicht einfach nur runterfallen, weil dann wäre es irgendwie
Statistik, dann gibt es auch dieses.
Thomas Kahle
Das Goldenbrett, es erinnert ein bisschen an das Goldenbrett.
Mathias Magdowski
Es erinnert in erster Instanz so ein bisschen daran, aber die sollen da auf
jeden Fall nicht runterfallen, sondern die werden immer weitergeleitet, weitergegeben.
Zuerst mal von so, die haben jetzt hier bei dem, was ich habe,
die Farbe Grün, das sind so Wippen.
Und die geben die Mormel, die von oben kommt, entweder nach links oder nach rechts weiter.
Und dann fällt die eben auf die nächste Wippe oder auf das nächste Element,
was da ist. Es gibt blaue Murmeln und rote Murmeln, zwei verschiedene Arten.
Und die können auch jeweils unten an zwei verschiedenen Stellen ankommen.
Also wenn die links reingeht, kommt oben eine blaue Murmel raus.
Wenn unten die Murmel rechts reingeht, kommt oben eine rote Murmel raus.
Thomas Kahle
Es gibt unten zwei Ziele.
Mathias Magdowski
Es gibt zwei Ziele.
Thomas Kahle
Genau.
Mathias Magdowski
Und links wird eine blaue Murmel ausgelöst, rechts wird eine rote Murmel ausgelöst.
Und die Wippen unten sind hinten mit den Spendern der Murmeln oben verbunden.
Thomas Kahle
Und das Ziel ist jetzt, dass unten erscheinen also die Murmeln in einer bestimmten
Reihenfolge und da lesen wir jetzt unser Ergebnis ab.
Also unten liegt dann zum Beispiel blau, blau, blau, blau, blau,
blau wäre jetzt 0 und rot.
Mathias Magdowski
Rot, rot, rot, rot, rot wäre 1, 1, 1, 1. Also die Murmeln haben nicht notwendigerweise
jetzt die Bedeutung, dass Blau eine Eins ist und Rot eine Null.
Die kommt gleich noch mit anderen Sachen dazu. Also denen könnte man jetzt irgendwie
diese Bedeutung beimessen. Aber im Normalfall macht man das bei diesen Spielen anders.
Also Murmeln bewegen sich von oben nach unten. So, und es gibt diese Wippen,
die die einfach weiterleiten. Entweder nach rechts oder nach links.
Und jetzt gibt es noch weitere Elemente.
Nämlich, die haben ja die Farbe Blau und das sind im Prinzip so Bits.
Das sind Wippen, die einen Zustand speichern. Nämlich, wenn eine Murmel von
links, also je nachdem, wie das Ding auch steht.
Wenn das erstmal nach links zeigt und es kommt eine Murmel von links,
dann wird die Murmel nach rechts gegeben.
Wenn jetzt die nächste Murmel von links kommt, wird die aber nach links gegeben.
Also es ist wie so ein Wechsler. Je nachdem, wie der Zustand vorher war,
gibt es die Murmel einmal nach links, einmal nach rechts, einmal nach links, einmal nach rechts.
Und was man jetzt mit diesen blauen Teilen, das wäre jetzt so ein Bit.
Und dann könnte ich sagen, wenn das nach links zeigt, hat das den Wert 0,
wenn das nach rechts zeigt, hat das den Wert 1 oder andersrum.
Und jetzt kann man damit zum Beispiel einen Zähler bauen. Das habe ich jetzt
da versucht aufzubauen.
Thomas Kahle
Was würde der jetzt zählen?
Mathias Magdowski
Also der würde jetzt zählen, die Anzahl der Murmeln, die von oben nach unten durchgerollt sind.
Und zwar, ich habe jetzt vier von diesen blauen Teilen übereinander.
Und wir verlinken in den Shownotes auch einen Simulator dafür.
Dann kann sich das jeder zu Hause. Ich habe auch ein paar QR-Codes,
die habe ich jetzt noch nicht ausgeteilt. Die liegen da auch noch irgendwo rum.
Dann könnt ihr nachher das mit dem Handy einmal scannen, um euch den Link zu merken.
Also es gibt auch verschiedenste Online-Simulatoren, wenn man auch einfach jetzt
im Internet danach sucht, findet man die auch so, sodass man das auch in einer
virtuellen Variante ausprobieren kann.
Es gibt jetzt vier von diesen blauen Merkern übereinander, also vier Bits.
Wie weit kann man mit vier Bits zählen?
Thomas Kahle
Nicht sehr weit, bis zwei hoch vier minus eins. Und das ist nur 15.
Mathias Magdowski
Genau. So, und dann sind eben links dieser vier Merker so Weichen,
die das einfach nach unten weiterleiten oder die das zu dem nächsten Bit leiten
und rechts sind jetzt welche, die das einfach nach unten leiten.
So, und wenn man das so baut, dann ist das interessanterweise eben so,
dass das wirklich jetzt zählt.
Thomas Kahle
Also da lese ich das Ergebnis dann an der Stellung dieser blauen Teile ab.
Mathias Magdowski
Genau.
Thomas Kahle
Ach so.
Mathias Magdowski
Genau.
Thomas Kahle
Verstehe.
Mathias Magdowski
Ja.
Thomas Kahle
Und was unten reingeht, kommt dann gar keine rote überhaupt?
Mathias Magdowski
So wie ich das jetzt aufgebaut habe, kommt da überhaupt gar keine rote bei raus.
Thomas Kahle
Ach, verstehe.
Mathias Magdowski
Ja.
Thomas Kahle
Okay, also das ist jetzt die einfachste, das ist sozusagen die Registrierkasse.
Also du hast jetzt quasi noch gar kein Computer gebaut, du hast eine Registrierkasse gebaut.
Mathias Magdowski
Genau, ich habe einen Zähler gebaut.
Thomas Kahle
Ja, okay.
Mathias Magdowski
Ja.
So, und jetzt kann man sich natürlich noch irgendwie vorstellen,
wenn ich das jetzt auf der anderen Seite mit den roten Murmel nochmal baue,
dann kann ich auch sozusagen auf der roten Seite eine Zahl vorgeben.
Auf der blauen Seite eine Zahl vorgeben, kann ich auch die beiden Zahlen miteinander
addieren, auch mit Übertrag und sowas.
Thomas Kahle
Aber das ist jetzt, muss ich mir das so vorstellen, dass es dann mehr Platz braucht?
Mathias Magdowski
Genau.
Thomas Kahle
Also dann bräuchte ich einen so großen Brett?
Mathias Magdowski
Naja, also wir könnten jetzt auf der rechten Seite, Es ist jetzt hauptsächlich
die linke Seite des Spielfeldes ausgeführt. Auf der rechten Seite könnte man
jetzt noch ein bisschen was ergänzen.
Also zwei Zahlen addieren, kriegt man da schon hin.
Thomas Kahle
Ja.
Mathias Magdowski
So, also wir können Zahlen darstellen, wir können Zahlen zählen,
vorwärts zählen, rückwärts zählen, wir können Zahlen addieren,
wenn wir rückwärts zählen können und zählen können und so kann man auch Zahlen subtrahieren.
Und jetzt kann man noch das, was ja auch in so einer CPU vorkommt,
in einem Prozessor vorkommt, Logikgatter nachbilden, ja, also klassische.
Thomas Kahle
Also wenn ich ein Programm schreiben will, muss ich doch, wenn irgendwas irgendwie
ist, also wenn die Zahl größer als 5 ist, dann mach das. Wenn die Zahl kleiner
als 5 ist, mach was anderes.
Also solche Logiken bräuchte ich noch.
Mathias Magdowski
Genau, das kriegt man hin. Das sieht man jetzt. Also ich habe zwei Bretter aufgebaut.
Auf der rechten Seite habe ich jetzt mal versucht, ein einfaches,
könnte man jetzt als ein Oder-Gatter, könnte man auch als ein Ungatter interpretieren.
Das habe ich jetzt auf der roten Seite aufgebaut.
Thomas Kahle
Aber was macht es denn jetzt? Also da kommen diese roten Teile,
die fliegen da jetzt hoch?
Mathias Magdowski
Da kommen diese roten Teile rein.
Thomas Kahle
Vielleicht sollte man jetzt mal irgendwann da hingehen und das mal machen.
Wie startet man das jetzt?
Mathias Magdowski
Indem man einmal auf den roten drückt. Ich muss jetzt mal selber kurz gucken
von hier, wie ich das jetzt gebaut habe, wenn, also so wie die jetzt beide stehen müsste im Prinzip.
Thomas Kahle
Ich will es jetzt mal sehen. Kann man bitte irgendwann da hingehen?
Und unten rechts auf diese rote Wippe, die einmal kurz drückt.
Mathias Magdowski
Einmal kurz einmal drauf. So, dann standen vorher beide blauen Teile nach links,
und jetzt stehen die beide nach rechts. Jetzt ist eine rote Murmel rausgekommen.
Klickt man einfach nochmal drauf und alle drei weiteren, für alle drei weiteren
Kombinationen müsste die Mormel jetzt einfach rechts landen.
Jetzt steht einer links, einer rechts.
Das haben wir sozusagen und jetzt steht einer rechts und noch einer links und
wenn du nochmal klickst, die müsste auch nach links landen.
Also nur wenn die vorher, die nächste würde jetzt wieder rechts landen. Nur wenn beide,
Blauen Wippen vorher, Dankeschön. Nur wenn beide Wippen vorher beide nach links
standen, dann wird die Murmel unten, landet in dem rechten Sammler und wenn
einer vorher nach rechts stand oder beide nach rechts standen,
dann landen die in dem linken Sammler.
Thomas Kahle
Okay, aber ich möchte sagen, das ist eine relativ abstrakte Faszination,
die von diesem Spiel ausgeht, weil eben da der Fakt dahinter steht,
dass man im Prinzip mit genug Murmeln und genug Wippen jedes Computerprogramm
da drin ausführen könnte.
Mathias Magdowski
Genau, also das, was man jetzt noch für, also wir haben jetzt,
wie ich sage, links haben wir jetzt so Zähler. Jetzt kann man sich vorstellen,
kann ich daraus, kann ich auch einen Addierer bauen, kann ich auch sowas,
wenn das die fünfte Murmel oder sowas eben das Programm anhält.
Und auf der rechten Seite habe ich jetzt mal ein einfaches Beispiel für einen
Logik-Gatter. So, was fehlt noch, um eine Turing-komplette Rechenmaschine zu bauen?
Man muss noch sowas wie lesen und schreiben können. Also ich muss einen Zustand
lesen können und auf was anderes übertragen können.
Und da ist jetzt das, was ich vorhin meinte mit dem Arbeitsgedächtnis.
Also man stellt fest, man muss das bei komplizierten Sachen auch wirklich einfach mal ausprobieren.
Das ist aber ziemlich schwierig, das dann sich schon im Kopf vorzustellen,
wie unter welchen Bedingungen, welche Murmel wohin und was dann macht.
Also um dieses Lesen und Schreiben zu machen, braucht man diese Wippen noch
so, dass die dann mit anderen Wippen interagieren.
Und da gibt es dann noch Wippen, die eben wie so Zahnräder dran haben,
sodass wenn die Murmel irgendwo drüber läuft und einen so ein Bit flippt,
das dann auch andere Bits mit flippen.
Und damit kann man so einen Lese-Schreib-Algorithmus bauen.
Und wenn man jetzt das Brett einfach nur groß genug bauen würde,
mit genügend Murmeln und Wippen und Zahnrädern, könnte man damit prinzipiell
alle Sachen machen, die ein Computer macht und rechnet.
Thomas Kahle
Aber weißt du, was man damit nicht machen könnte?
Mathias Magdowski
Sag mal.
Thomas Kahle
Auswerten, ob eine Magic-The-Gathering-Stellung zu einem, also wie der Stand
bei Magic-The-Gathering ist.
Das war nämlich auch mal eine Folge, habe ich mich aufgeschrieben.
41, glaube ich, haben wir gezeigt, dass, nee, 49, ein Raum 49,
dass Magic the Gathering-Touring vollständig ist und dann auch so ein Halteproblem hat.
Aber Moment mal, jetzt muss es doch eigentlich auch so ein Halteproblem geben.
Also wenn das so eine Maschine ist, dann kannst du jetzt nicht,
wenn jemand die aufbaut…,
Na gut, wenn du die anguckst, also es kann jetzt jedenfalls kein Computerprogramm
geben, was als Eingabe diesen Aufbau kriegt und sagt, ob das anhält.
Also hast du jetzt schon mal überlegt.
Mathias Magdowski
Wie das Halteproblem? Das habe ich noch nicht drüber nachgedacht.
Also es ist auch, ich meine, wenn wir das jetzt mit Kindern machen.
Thomas Kahle
Dann macht er nicht das Halteproblem.
Mathias Magdowski
Dann machen wir meistens nicht das Halteproblem, sondern wir machen eigentlich
so einfache Sachen wie, überleg mal, wir fangen mit einer blauen Murmel an.
Wir wollen unten nur blaue Murmeln haben oder wir fangen mit einer blauen Murmel
an und wir wollen dann danach nur noch rote Murmeln haben. Oder wir wollen zum
Beispiel abwechselnd blaue und rote Murmeln haben.
Dann braucht man noch ein Element, das habe ich jetzt hier gar nicht gefeatured.
Das ist so eine Kreuzung, das hat die Farbe Orange, auch in den Simulationen,
glaube ich. Die Farben sind da so ein bisschen standardisiert.
Das ist einfach, also was von links kommt, gibt es immer nach rechts,
was von rechts kommt, gibt es immer nach links.
Und das ist dann schon was, was man mit Kindern irgendwie cool machen kann.
Und wo man dann schon so ein bisschen nachdenken kann, ohne dass man jetzt nur
mit Zählern und Logikgattern anfängt, ist sowas wie,
dass unten immer zwei blaue Murmeln, eine rote Murmel rauskommt.
Zwei blaue Murmeln, eine rote Murmeln. Oder zwei rote, zwei blaue.
Ja, und da muss ich mir ja auch irgendwie merken, hatte ich jetzt schon eine blaue?
Also die erste blaue muss eine zweite blaue auslösen, aber die zweite blaue
muss dann eine rote Murmel auslösen.
Thomas Kahle
Also in seinem Kopf erstmal wieder so ein Simulator dafür. Oder muss es immer ausprobieren?
Mathias Magdowski
Genau, man muss sich so langsam, das ist ja das, so wie man das bei guten Spielen
macht, man levelt sich so langsam hoch.
Ja, und man sagt dann, okay, Okay, den Wechsel habe ich jetzt verstanden,
jetzt muss ich mir noch den Zustand merken und dann kriege ich den nächsten Wechsel hin.
Und ansonsten kann man halt irgendwie diese bursche Logik, bursche Algebra auch
ganz gut damit sich eben überlegen, was ist eine Oder-Verknüpfung,
was ist eine Unverknüpfung.
Wie kriegt man eine Negation hin? Und dann gibt es ja auch immer diese ganzen Logik-Gatter.
Es gibt ja auch einen Nand-Gatter und einen Nor-Gatter. Und kann man ja auch
aus Gattern andere Gatter zusammenbauen.
Weißt du übrigens, wie der Herr George Buhl, nachdem diese Buhl'sche Logik benannt
ist, zu Tode gekommen ist?
Thomas Kahle
Ne.
Mathias Magdowski
Der ist leider auch nicht sehr alt geworden, nur 49. Er ist im Prinzip an einer
fiebrigen Erkältung bestorben.
Und zwar ist er irgendwie auf dem Weg zur Uni, das waren so zwei Meilen,
durch strömenden Regen gelaufen. Hat dann eine Vorlesung oder zwei Vorlesungen
oder so sozusagen in seinen klitschnassen Klamotten gehalten.
Es hat sich dabei übel erkältet.
Und seine Frau war leider glühende Anhängerin der Homöopathie und hat ihn dann,
um sozusagen, wie ist dieses homöopathische Prinzip, Gleiches mit Gleichem Heil?
Auf jeden Fall lag er krank mit Fieber im Bett und sie hat eimerweise kaltes
Wasser über ihn drüber geschüttet, sodass er im Prinzip noch kränker wurde und dann leider.
Thomas Kahle
So, und mit diesem positiven Ausblick.
Mathias Magdowski
Nein, also es ist ja wieder kein,
Homöopathie ist nicht gut.
Thomas Kahle
Homöopathie ist nicht gut, okay. Aber wir müssen trotzdem jetzt irgendwie ein
positives Fazit finden.
Also ich hoffe mal, es waren irgendwie so viele verschiedene Möglichkeiten dabei,
irgendwie was zu lernen und trotzdem Spaß zu haben.
Also das ist irgendwie, ich glaube, das Lernen hat ja diese soziale Komponente
und deswegen ist es irgendwie wichtig, dabei Spaß zu haben. Deswegen würde ich,
wenn ich sowas designen würde, immer so ein bisschen mehr auf der Spaßseite
meine Kreationen vororten.
Aber ich bin jetzt auch kein Spiele-Designer.
Deswegen, ich bin mehr so Spiele-Ausprobierer. Aber dann probiere ich auch lieber
die, die mehr Spaß machen. Und dann ist das, was man dabei lernt,
das bleibt dann wenigstens mehr hängen, oder?
Mathias Magdowski
Wahrscheinlich.
Thomas Kahle
Gut. Also dann empfehlen wir allen zu spielen, weiterzulernen,
Spaß zu haben und sagen Tschüss.
Mathias Magdowski
Ciao, ciao.
Thomas Kahle
Und bis zum nächsten Mal.
Mathias Magdowski
Bis zum nächsten Mal.
Thomas Kahle
Jo, liebe Leute, ich melde mich jetzt hier nochmal aus dem Off.
Die Aufnahme in der Stadtbibliothek endete dann mit dem kleinen Applaus,
den ihr gerade gehört habt.
Und ja, da war es ziemlich heiß und die Leute haben dann noch Touring-Tumble
ausprobiert und die Zeit war um.
Aber irgendwie fehlte noch ein bisschen was. Wir hatten noch einiges über Alan
Turing vorbereitet und das wollen wir jetzt mal noch nachschieben.
Deswegen gehört jetzt erstmal nochmal Matthias und dann sage ich noch ein paar Sachen dazu.
Mathias Magdowski
Thomas, wusstest du, dass Alan Turing, nachdem das Touring-Tumble benannt ist,
auch ein ziemlich guter Langstreckenläufer war.
Er ist mal bei einem Wettbewerb einen Marathon gelaufen in zwei Stunden,
46 Minuten und drei Sekunden Zeit, die ich nie erreichen werde,
und war damit damals tatsächlich irgendwie auch nur so fünf Minuten langsamer als der,
damalige Olympiasieger zu der Zeit.
Und was auch noch ganz interessant ist, er hatte im Büro immer Angst um seine Teetasse.
Ich meine, das haben wir ja auch irgendwie alle so bei uns im Büro oder in Gemeinschaftsräumen
hat man so Kaffeetassen zu stehen, die einem lieb sind und manche,
die einem nicht so lieb sind. Und dann werden die mal von Kollegen genommen
und für andere Sachen vielleicht auch Zwecke, einfach mal aus der Kaffee draus zu trinken und so.
Naja, und um das irgendwie zu vermeiden, dass seine Lieblingsteetasse abhanden
kommt, hat er die immer mit einem Fahrradschloss angeblich an das Heizungsrohr
gekettet in seinem Büro oder an seinem Arbeitsplatz, dass die niemand wegtragen kann.
Und ganz interessant, was auch noch verdeutlicht, was für ein,
sagen wir mal, exzentrischer Typ er war.
Er hatte wohl eine Pollenallergie und hat deshalb beim Fahrradfahren draußen
manchmal so eine umgebaute Gasmaske getragen, was natürlich die Leute in Bletchley
in diesem Ort, in dem er da gewohnt hat,
als er Bletchley Park gearbeitet hat, um dann auch da an der Entschlüsselung
und so beizutragen, immer dazu verleitet hat, zu denken, dass es gerade irgendwie
einen Gasangriff gibt im Krieg und so.
Naja, und ja, es gibt noch so einen Fakt, der so ein bisschen traurig ist,
so ähnlich wie das Zu-Tode-Kommen von dem George Boole von der burschen Logik.
Also Alan Turing war homosexuell und das galt damals noch als Krankheit und war auch strafbar.
Und deshalb wurde er praktisch gerichtlich dazu gezwungen, sich chemisch kastrieren zu lassen.
Und diese Behandlung hat dann bei ihm eine Depression ausgelöst,
die ihn dann, ja, also vermutlich oder sehr wahrscheinlich erledigt.
In den Suizid getrieben hat oder die ihn eben den Freitod hat wählen lassen,
sodass er dann leider eben relativ jung und relativ früh gestorben ist.
Thomas Kahle
So, tja, das ist jetzt natürlich auch nicht der schönste Schluss,
obwohl das mit dem Marathon natürlich ziemlich beeindruckend ist.
Manchmal denken wir, weil es jetzt den Turing Award gibt, also so einen großen
Informatikpreis, und weil sich die britische Regierung auch 2009 bei Turing
Postum entschuldigt hat, wäre nun alles gut.
Aber wir wissen ja alle, dass beiweil das nicht so ist.
Auch heute werden Menschen wegen ihres Aussehens, ihrer sexuellen Orientierung,
ihrer geschlechtlichen Identität, ihrer Herkunft oder aus ganz anderen Gründen diskriminiert.
Das betrifft natürlich Menschen überall, aber es betrifft auch Forschende.
Und bei denen kommt noch zusätzlich dazu, dass sie vielleicht auch wegen ihrer
Forschungsergebnisse unterdrückt werden, weil irgendwelche superreichen Dudes
die Wahrheit nicht hören wollen über Klimawandel oder Sozialforschung.
Naja, und ihr schaut vielleicht auch manchmal die Nachrichten und euch ist das
nicht entgangen. Und dann fragt man sich immer irgendwie, hm,
was kann man da jetzt irgendwie machen?
Und ich weiß nicht, ich will jetzt mal hier so einen kleinen persönlichen Blog
nochmal sagen. Also ich denke irgendwie eine Sache, die man immer machen kann,
ist einfach mal zuzuhören und sich weiterzubilden.
Ich denke ja, dass wenn ihr einen Mathe-Podcast bis zu Ende hört,
dass ihr vielleicht eh schon so offene Ohren habt und ein offenes Herz.
Und also auch wenn es schwierig sein kann in diesen Zeiten, bewahrt euch eure
Offenheit, eure Menschlichkeit und dann kommen wir ja auch alle irgendwie zusammen
weiter und durch diese Zeit.
Und wenn ihr dann den Betroffenen zugehört habt und was gelernt habt über die
Situation von einem anderen Menschen, dann ist der nächste Schritt vielleicht, sich zusammenzutun.
Redet mit den Leuten, lernt neue Leute kennen, bildet Netzwerke,
bildet Banden, hat man früher immer gesagt.
In schwierigen Zeiten zu Hause zu sitzen und zu denken, wie schwierig alles
ist, das bringt einen jetzt auch nicht gerade weiter.
Und was einen weiterbringt, habe ich gemerkt, ist, sich mit anderen Menschen zu verbinden.
Und ich kann das ja hier zum Beispiel über den Podcast machen und auch in meinem
Berufsalltag treffe ich viele, auch junge Leute, was mich immer auf neue Gedanken
bringt. Und da habe ich also Glück, dass das irgendwie schon so eingebaut ist in meinen Tag.
Aber wenn das bei euch nicht in den Alltag so eingebaut ist,
dann achtet da mal vielleicht drauf.
Also ich denke immer, der Mensch ist ein soziales Wesen und,
über Spiele aus der Stadtbibliothek oder den gemeinsamen Gang zur Demo oder
auch einfach nur das Gespräch an der Eisdiele kann man mit anderen Menschen
in Kontakt kommen, Perspektiven austauschen und ja, das bringt einen, glaube ich, weiter, als,
immer wieder im Internet die Nachrichtenseite zu aktualisieren.
Okay, an dieser Stelle vielleicht auch nochmal danke für das Feedback,
das mich immer wieder per Mail und auch per Mastodon erreicht.
Das macht mir wirklich große Freude.
Ich kann nicht immer auf alles antworten, aber es kommt irgendwie alles an und
gibt sich zu einem Gesamtbild zusammen.
Und ja, da bin ich euch auch sehr dankbar. Also, in diesem Sinne,
macht's gut und dann bis zur nächsten Folge auf diesem Kanal. Tschüssi!
